Geld regiert die Welt

geld

Wie bekommt man Macht und behält sie auch?

Machiavelli nennt das Idealbild des durch keine Moral gehemmten Alleinherrschers. Dieser Despot, oder Führer ist in der heutigen Zeit niemand allein. Immer auch gibt es Menschengemeinschaften, die durch einen gemeinsamen Geschäftsgeist miteinander verbunden sind und ihr Handeln solchen oder ähnlichen Zielen unterordnen.

(Niccolò Machiavelli, 3. 5. 1469-22. 6. 1527, florentinischer Politiker, Historiker u. Dichter; Buch v. Fürsten "Il Principe")

Kontrolle der Macht:
1. Kontrolle des Geldes / Staat, Betriebe, Bürger über Verschuldung
2. Kontrolle der Presse
3. Ausbreitung der Macht
4. Kontrolle des Glaubens
5. Mittel der Verwirrung
6. Projektion von Luxus
7. Politik als Werkzeug
8. Kontrolle der Nahrung
9. Funktion der Kriege
10. Kontrolle der Erziehung
11. Kontrolle der Logen

Dieses von ihm geprägte Idealbild des durch keine Moral gehemmten Alleinherrschers setzte kulturelle Normen in der Rechtfertigung einer von ethischen Regeln losgelösten Machtpolitik/Skrupellosigkeit, bei dem auch vor Morden, Kriegen etc. nicht zurückgeschreckt wird.

Sind Kriege, Morde und skrupelloses Handeln in unserer heutigen Gesellschaft nicht permanent evident? Glauben wir an den "verrückten Einzeltäter" der Präsidenten ermordet, oder wissen wir, daß diese Methode seit dem Mittelalter praktiziert wird?

Wer finanziert denn die Waffen von sog. Befreiungsarmeen oder organisiert Kriege, von derem Ausbruch wir erst über die Medien erfahren, die aber doch logistisch Monate vorher mit Geheimdiensten abgesprochen und organsiert wurden?

Voraussetzung von Macht sind die drei Menschentypen:

1. diejenigen, die etwas bewirken,
2. diejenigen, die den Geschehnissen zuschauen und
3. diejenigen, die sich wundern, was alles passiert.

Das System von Macht:

A. man schafft Konflikte, bei denen die Menschen gegeneinander und nicht gegen den wahren Urheber kämpfen,
B. man tritt nicht als Anstifter der Konflikte in Erscheinung,
C. man unterstützt alle streitenden Parteien,
D. man gilt als "wohlwollende Instanz", die den Konflikt beenden könnte.

Der Irak-Krieg wäre hier nur ein Beispiel von vielen.

Das System von Macht ist nicht nur seit Jahrhunderten durch Orden,Logen und deren Regierungen propagiert worden, sondern jeder kann es selber ausprobieren.:

- als Rollenspiel in der Clique
- im Turn-, Sport- oder Gesangsverein,
- in Parteien, Gewerkschaften und anderen gesellschaftspolitischen Gruppen etc.

Andererseits dienen solche machtstrategischen Überlegungen auch der Konfliktanalyse, wenn man herauszufinden versucht, ob irgendjemand in der gerade zu untersuchenden Gemeinschaft nach o.g. System verfährt, um ein offen erkennbares oder verstecktes Ziel durchzusetzen, wobei sich andere die Köpfe heiß diskutieren.

Die praktische Demokratie, vom Gemeinde-, Staats- und Weltenbürger geglaubt und vertreten, könnte so durch machtgierige Cliqen, geheim operierende gesellschaftlich anerkannte Gruppen und Verbände ausgehebelt werden, die demokratische Kontrolle könnte durch Intrigen und Absprachen hintergangen werden.

Gottseidank leben wir in friedlichen Völkervereinigungen miteinander, haben nordatlantische Bündnisse und Wirtschaftsvereinigungen, die all diese bösen Absichten einiger Weniger zu verhindern wissen durch die demokratische Kontrolle aller Insitutionen auf allen Ebenen. Sollte es mal nicht so sein, ist das eben der Preis der Demokratie. Und die ist schon uralt.

Man kann auch zeitgeschichtliche Dokumente durch die "Verschwörungsbrille" betrachten und kommt möglicherweise zu anderen Ergebnissen, als es vordem den Anschein hatte.

Da erweckt ein Bericht von Sir Winston Churchill (aufgenommen 1901 in den United Studholme Lodge in London, Quelle: Jürgen Holtorf, Die Logen der Freimaurer, Heyne-Sachbuch, 6.Aufl.1991, ISBN 3-453-04450-9) über ein Lunch mit dem amerikanischen Präsidenten Truman am 18. Juli 1945 den Eindruck einer globalen Lösung auf der Basis eines "geheimen" Militärbündnisses, so wie heutzutage eben Politik "hinter den Kulissen" gemacht wird:

"Der Präsident wandte sich darauf dem künftigen internationalen Flugverkehr zu. Er werde wegen der Flugplätze auf britischem Gebiet, die Amerika, besonders in Afrika, unter enormem Kostenaufwand gebaut habe, unter schweren Druck gesetzt. In diesem Punkt sollten wir ihm entgegenkommen und einen annehmbaren Plan für die gemeinsame Benützung ausarbeiten. Ich versicherte, dass ich, wenn ich an der Macht bliebe, die Frage mit ihm persönlich aufnehmen würde. Es wäre sehr bedauerlich, wenn sich Amerika wegen der Flugfelder und des Luftverkehrs unnötig erhitzen und darauf versteifenwürde, seinen Standpunkt durchzusetzen. Wir müssten in unserem gemeinsamen Interesse das bestmögliche Abkommen treffen. Präsident Roosevelt sei es bekannt gewesen, dass mir in dieser Hinsicht sehr weitreichende Pläne vorschwebten und mir sehr daran gelegen sei, mit den Vereinigten Staaten ein die ganze Welt umfassendes, auf Gegenseitigkeit beruhendes Abkommen zu schliessen. Wenn Grossbrltaumen auch kelne so grosse Macht sei wie die Vereinigten Staaten, habe es doch viel zu bieten. So könnten beispielsweise amerikanische Schlachtschiffe in Gibraltar mit dem für ihre Rohre passenden Torpedo und Granatentyp versorgt werden. Und weshalb sollten wir solche Stützpunkte nicht auf der ganzen Welt teilen ? Wir seien in der Lage, die Bewegungsfreiheit der amerikanischen Flotte auf den Weltmeeren um fünfzig Prozent zu steigern. Truman entgegnete, er denke in ganz ähnlichen Bahnen, doch müsse jeder derartige Plan auf irgendeine Weise mit den Richtlinien der Vereinigten Nationen in Übereinstimmung gebracht werden. Ich antwortete, die Sache habe nur so lange einen Sinn, als es sich um eine Vereinbarung zwischen Grossbritannien und den Vereinigten Staaten handle, sie werde aber wertlos, wenn man alle und jeden hineinnehme. Wer einer jungen Dame einen Heiratsantrag mache, habe kaum etwas davon, wenn er die Antwort erhalte, sie wolle ihm immer eine Schwester sein. Mir käme es darauf an, das von unseren Ländern geschlossene Kriegszeit abkommen über die gegenseitige Benutzung der Stützpunkte und Treibstoffbasen gleichgültig in welcher Form und unter welcher Benennung beizubehalten. Dem Präsidenten schienen diese Gedanken einzuleuchten, vor ausgesetzt, dass sie geschickt genug formuliert werden könnten, um nicht den Anschein eines Militärbündnisses zu erwecken. Das waren zwar nicht seine Worte, sie entsprechen aber dem Eindruck, den ich von seinen Gedankengängen gewann. Das ermutigte mich, eine lang gehegte Lieblingsidee zur Sprache zu bringen, nämlich auch die Kombinierten Stabschefs als ein ge meinsames Organ beider Länder beizubehalten, zumindest bis sich die Welt nach dem grossen Sturm wieder beruhigt hätte und eine Weltorganisation von so erprobter Autorität geschaffen wäre, dass wir uns ihr sorglos anvertrauen könnten"
Quelle: Winston S. Churchill Memoiren, Der Zweite Weltkrieg, Sechster Band Triumph und Tragödie, Zweites Buch Der Eiserne Vorhang, erste deutsche Auflage, Bern 1954, S.327.

Ungeachtet der seinerzeit herrschenden geopolitischen Machtverhältnisse in ganz Europa bleibt es dem aufmerksamen Leser übrig, die Frage zu stellen, welche "Weltorganisation" von erprobter Autorität geschaffen wurde, der man "sorglos" die weltweite Konfliktlösung übertragen hat und für deren Erhaltung man sorgt, so lange man die Macht dazu hat?

Conspiratitis
nennen die Gegner der Verschwörungstheorie eben diese.
Kritisch beleuchtet dieses Buch die Fragen um Macht&Verschwörung:
KURSBUCH, Heft 124, Juni 1996, Rowohlt Verlag Berlin:
ISBN 3-87134-124-x

Ein Auszug aus dem Artikel von Barbara Kerneck: "Hier sind alle Verschwörer", Postsowjetische Prospekte in diesem Buch scheint allerdings die Verschwörer nur in die Rechte Ecke zu stellen, wenn schon Verschwörung, dann nur beim Klassenfeind, der von Rußlans Befreiung aus kolonialer Versklavung träumt:

" Das Vorbild für die von ihm angestrebte Gesellschaftsordnung erblickt Gennadi Sjuganow ausdrücklich im vorpetrinischen Rußland. Von allen "Perestrojken" seit den Zeiten Peters des Großen achtet er nur die stalinsche, über die sich bewundernd zu äußern der KPRF Chef nicht müde wird. Die sjuganowsche Revolution kennt keinerlei innere Feinde, hinter denen nicht ausländisches Kapital und somit also wieder die Juden stünden. Nur eine typische Stelle sei aus dem sjuganowschen Schrifttum zitiert. In seiner Broschüre "Ich glaube an Rußland" schreibt der Präsidentschaftskandidat: "Die Ideologie, Kultur und Weltsicht des Westens wird mehr und mehr von den über den ganzen Erdball verstreuten Juden beeinflußt. Die Zunahme des jüdischen Einflusses läßt sich schon nicht mehr nach Tagen, sondern nur noch nach Stunden bemessen. Die jüdische Diaspora kontrolliert traditionellerweise das Finanzleben des Kontinents und gewinnt mehr und mehr das Kontrollpaket aller Börsen im sozioökonomischen System der westlichen Zivilisation." Und weiter: "Unter diesen Bedingungen gewinnt die slawische Zivilisation in Gestalt des russischen Imperiums eine besondere Bedeutung, indem sie zum letzten Wall gegen den europäischen Hegemonismus wird."
Wenn der Jude als Metapher für die sich selbst entwickelnde und sich selbst regulierende Wirtschaft steht, so dient der Antisemitismus bei den russischen Neo Kommunisten letztlich als Waffe im Kampf gegen eine solche Wirtschaft und für deren Unterwerfung unter den Staat. In der Verbreitung des Mythos von der zionistischen Weltverschwörung erblicken die Anhänger des totalitären Staates ihre letzte Chance im Kampf mit der Supermacht namens "Markt". Kein Wunder, daß jenes gefällige Gesicht, das Gennadij Sjuganow Anfang 1996 auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos westlichen Managern zuwandte, sich in der russischen patriotischen Provinzpresse nicht widerspiegelt. So gab Mitte März in Wolgograd die antisemitische Zeitung Krokodil, zentrales Organ des "Bundes des russischen Volkes", folgender nicht unbegründeter Hoffnung Ausdruck:"Ein russischer Kommunist kann auch zu einem russischen Nationalisten werden Sjuganow ist reinblütiger Russe." Typische Losungen der Zeitung lauten:"Dem faulen jüdischen Dreck werden wir eine Kugel in die Stirn jagen", oder: "Laßt uns den freimaurerischen Schmutz auskehren!" (Nachgedruckt in IIswestuja, 28.3.96)

Vladimir Wolfowitsch Schirinowski, Vorsitzender der sogenannten Liberaldemokratischen Partei (LDPR), gilt selbst als Halbjude und war in nicht allzuferner Vergangenheit Mitbegründer der zionistischen Gesellschaft »Shalom«. Möglicherweise ist das der Grund, weshalb er die Juden nicht als Rasse diskriminiert. Schirinowski spricht lieber von den "Zionisten" und von "Israel" als "politischen Kräften". Ansonsten ist das Besteck aus internationalen Verschwörungen, dessen er sich bedient, nur mit der Lupe vom Handwerkszeug der KPRF Agitatoren zu unterscheiden. In Band I der Presse-Verlautbarungen Vladimir Schirinowskis (1995) heißt es zum Beispiel:

"Der Westen und seine Agenten in Rußland brauchen unsere Ressourcen, unseren Grund und Boden, aber was sie überhaupt nicht brauchen, das ist unser Volk. Sie haben uns zum Untergang verurteilt, wie die Amerikaner vor zweihundert Jahren die nordamerikanischen Indianer." An anderer Stelle heißt es: "Rußland (und mit ihm die ganze rechtgläubige slawische Zivilisation) ist vom Westen zum Untergang verurteilt." Schirinowski kommt zu dem Schluß: "Leider geben die Amerikaner und Zionisten den Ton nicht nur in der UN und im Weltwährungsfond an." Ein wenig überraschend ist allerdings der Anlaß, aus dem er diese Feststellung diesmal trifft: "Als Resultat der Abstimmung in der Duma kam der Vorschlag der LDPR Fraktion nicht durch, die Sanktionen gegen den Irak aufzuheben." Amerikaner hin, Amerikaner her freudig ergriff Vladimir Wolfwitsch die Gelegenheit, seine eigene Weltgewandtheit unter Beweis zu stellen, als im Februar 1996 der US-Patriot Patrick Buchanan in den Vorwahlen von New Hampshire siegte. Schirinowski gratulierte ihm unverzüglich und nannte ihn in der Grußadresse einen "Genossen" und "Waffenbruder". "Sie sagen, der Kongreß sei ein von Israel besetztes Territorium. Wir haben hier in Rußland dieselbe Situation", schrieb Schirinowski mitfühlend in dem Gratulationsschreiben. Während der Parteiführer die auswärtigen Beziehungen pflegt, sind seine Gefolgsleute daheim auch nicht faul. Eines schönen Tages im Jahre 1995 erhielt die Iswestija einen Brief folgenden Inhalts: "Ihr Blatt ist eine der wichtigsten peripheren Zeitungen der transnationalen Korporationen, Banken und der Globalen [sic!] Synagoge! Unter den Bedingungen der in Rußland entstehenden neuen Sittlichkeit wird folgendes für die Masseninformationsmittel gefährlich: gesunde Information zu unterdrücken; die Methoden zu verheimlichen, mit deren Hilfe man sie erkennt; der Gesellschaft Lügen oder kaleidoskopartig zerstückelte Informationen darzubieten. Wir helfen Ihnen, sich zurechtzufinden und unser Wissen sowie unsere Informationen zu verstehen." Die Unterschrift lautete: "Rektor des Zentrums für Lehre und Methodologie der Internationalen Kommerziellen Universität, korrespondierendes Mitglied der Internationalen Akademie für Informatik. M. Iwanow"â (Iswestija, 9.12.1995)

Nachforschungen der Iswestija Redaktion ergaben: Eine "Internationale Akademie für Informatik" existiert in Rußland wirklich, sie will aber mit einem M. Iwanow nichts zu schaffen haben. Die "Kommerzielle Universität" existiert ebenfalls und entstand als Schöpfung ihres "Rektors", Michajl Iwanow. Dieser, 47 Jahre alt, ist seines Zeichens Marineoffizier im Ruhestand, Mitglied der Sankt Petersburger Fraktion der LDPR und brachte es Anfang 1996 bis zum Assistenten des von dieser Partei gestellten stellvertretenden Dumavorsitzenden Alexander Wengerowski. Das von Iwanow der Iswestija Redaktion angebotene "Wissen" gliederte sich in drei exzellent gedruckte Bände von insgesamt soo Seiten Umfang mit den Titeln "Enthermetisierung", "Totes Wasser" und "Einschreitung". Als Herausgeber fungiert ein gewisser "Prädiktor": Während die "Enthermetisierung" eine in einer mehr als hermetischen Sprache abgefaßte Naturphilosophie enthält, sind die beiden anderen Bände der Führung und Selbstverwaltung Rußlands gewidmet und etwas verständlicher. Da heißt es zum Beispiel: "Die Erfahrung aus den letzten vierzig Jahren des sowjetischen Geheimhaltungssystems demonstriert die Unmöglichkeit, Informationssicherheit allein durch die Unzugänglichmachung von Informationen zu erzielen, oder nur durch die offizielle Einschränkung des Zugangs von Juden zu den Informationsquellen und durch die reale oder vorgebliche Beschränkung ihres Zugangs zu den Bildungsmöglichkeiten und zu gewissen Ämtern."" Quelle: Kursbuch 124, Verschwörungstheorien, Juni 1996, S.135

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U.a. auch die Welt am Sonntag berichtete über Vorwürfe der Unabhängigen Kommission zum DDR-Parteivermögen - PDS, die daselbst "nur von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Wahlkampfkostenrückerstattung" lebt. Die Demokratie bezahlt ihre Parteien manchmal auch über Strohmänner?

PDS

Wieviele Logen, Orden, Geheimbünde gibt es? Stimmen die in der Literatur genannten pyramidalen Strukturen dieser Organisationen? Wer kennt die Bilderberger, Trilateralen der den Opus Dei?
Über letztere sagte die Vorsitzende der Enquettkommission zu"Sekten" des deutschen Bundestages auf einer öffentlichen Veranstaltung im Sept. 1997:
"Die CDU hat verhindert, daß wir den katholischen Orden Opus Dei untersuchen dürfen oder in unserem Abschlußbericht erwähnen".


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Wer viel forscht erhält auch ungeahnte Erkenntnisse, hier dieErkenntnisse jahrelanger Arbeit eines der vielen Spezialisten:

Der Wertmaßstab der Neuen Weltordnung heißt »Kapital«!

" Oder die anglo-amerikanische Suprematie mit ihren Tempeln Mammons und dem Fetisch eines Fortschritts, für den möglicherweise gilt, was schon in den Protokollen steht: "Es gibt unter ihnen keinen Verstand, der es zu fassen vermöchte, daß dieses Wort in allen Fällen die Wahrheit verdunkelt, wo es sich nicht um wirtschaftliche Erfindungen handelt; denn es gibt nur eine ewige Wahrheit, die keinen Raum für Fortschritt läßt. Wie jeder falsche Gedanke, so dient auch der Fortschritt nur zur Verdunkelung der Wahrheit, damit sie von niemandem außer uns, den Hütern der Wahrheit, erkannt werde."

Mit dem Währungsabkommen von Bretton Woods im Jahre 1944 konnte zwischen den Machteliten des amerikanischen "Eastern Establishment" und den sozusagen am südafrika nischen Gold hängenden Rothschilds zumindest auf materieller Ebene ein Ausgleich zwi schen Dollar und Gold geschaffen werden. Die Rockefellers allerdings hielten sich nicht lange an diese Abmachung, wonach eine Unze Gold mit 35 Dollar aufzuwiegen sei. 1971 kam es zum endgültigen Bruch, und sie machten aus dem unbegrenzt machbaren Dollar das allesbeherrschende Weltwährungsmonopol, das freilich nur über die Kontrolle der den Olpreis auf Dollarbasis bestimmenden arabischen Produzenten aufrechterhalten werden kann. Dies erlaubte den Dollarmonopolisten, weltweit Rohstoffe und Industrien aufkaufen zu können, ohne auf die Handelsbilanz der USA oder auf die Höhe der den Zentralbanken der "freien Welt" aufgezwungenen Dollarverpflichtungen Rücksicht zu nehmen. Gleichsam mit aus der Luft geschöpften Kapital, über Kredit und Zins, Anleihen und Sonderziehungs rechten kann so die Welt ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans, kann Staat für Staat in die Zinsknechtschaft der Neuen Weltordnung gezwungen werden, während dem Rothschildschen Kapital mit seiner dem Weltwährungsfonds entgegengesetzten Basler Bank für internationalen Zahlungsausgleich zum Teil nur mehr monetäre Rückzugsgefechte möglich waren.

Auf der politischen Ebene freilich durften einzelne und ganze Völker immer wieder einmal den Preis für diesen Kampf um die Weltherrschaft bezahlen, denn zweifellos erschöpfte sich diese Auseinandersetzung nicht nur in kleinkrämerischem Gezänk wie die Maiereig nisse in Paris 1968, Watergate, Lockheed und CIA Skandale und dergleichen, wie die Er eignisse im Nahen Osten seit dem Ende der achtziger Jahre gezeigt haben. Vor allem in Osteuropa haben die Querelen bereits in den sechziger Jahren begonnen. So wickelten sich zunächst die Handelsbeziehungen der in Paris ansässigen OECD (Organization for Econor nic Cooperation and Development) mit der Sowjetunion vorwiegend über das Haus Roth schild ab.

Um dem abzuhelfen, schuf sich Rockefeller das Instrumentarium der Dart mouth Konferenzen, benannt nach dem Ort der ersten diesbezüglichen unmittelbaren Kontakte mit den Sowjets. Diese wechselweise auch in der Sowjetunion stattfindenden Konferenzen wurden zunächst von den Fords beziehungsweise von der Fordstiftung, ab 1969 überwiegend von der Rockefeller Stiftung direkt finanziert. Ziel der Konferenzen war nichts anderes als die Ausschaltung der Rothschilds und damit überwiegend Westeuropas aus dem lukrativen Ostblockgeschäft.

Damit geriet der Ostblock in die vorwiegend über die Chase Manhattan laufende Kredit und Zinsmühle der Dollarmonopolisten, die sich in der Sowjetunion seit jeher ohnedies dermaßen zuhause fühlten, daß sie dort sogar die winzigen Kugellager herstellen ließen, die für das Steuerungssystem der arnerikanischen MIRV Fernlenkwaffen mit Mehrfachsprengköpfen unerläßlich waren.'335 Dazwischen durfte Henry Kissinger hin und wieder den Europäern mit einem auf Europa beschränkten Krieg drohen. Dartmouth jedenfalls war ein voller Erfolg. Schon bei der sechsten Konferenz zeigte die Bilanz, daß der westeuropäusch französische Einfluß auf das Ostgeschäft zur Bedeutungslo sigkeit herabgemindert und der Handel mit der Sowjetunion zu einem an glo amerikanischen Monopol geworden war. Nach der siebten Konferenz im Jahr 1972 verdoppelten sich die Verkäufe russischen Goldes und russischer Rohstoffe: Die Zinsen wollten bezahlt werden. Als 1974 die achte Dartmouth Konferenz stattfand, war der Um satzwert von 156 Millionen bereits auf I,5 Milliarden gestiegen. Bei dieser Konferenz traf man übrigens auf Vertreter der vatikanischen Bank of America, wie überhaupt die katholische Kirche an diesen Zusammenkünften sehr interessiert war. Bei der siebten Konferenz fand sich auch ein alter Bekannter ein: Pater Felix Morlion SJ, von dem als Universität getamten ClA Zweig "Pro Deo" in Rom. Bei der zehnten, aus gutem Grund geheimgehaltenen Konferenz der Freunde aus 0st und West, an der auf amerikanischer Seite David Rockefeller, Jimmy Carter, Zbignew Brzezinski, Richard Gardner, Paul Warnke und Charles W. Yost teilnahmen, war die Schuldenlast der So wjetunion schon zu einem 60 Milliarden Dollar Problem geworden: Zentralthema dieser Konferenz war die Sicherheitsleistung der Sowjetunion für den Fall eines "arranged war", also eines arrangierten Krieges, um die von den Russen eingegangenen und noch nicht be zahlten Verpflichtungen. Daß es nicht dazu gekommen ist, schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß der Krieg noch allemal als Möglichkeit der Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln in gewissen Köpfen herumgeistert und die Drohung mit der Vemichtung als eine der Trumpflkarten in den Ärmeln der Teilnehrner an diesem Pokerspiel gilt. Um den amerikanischen Führungsanspruch unabhängig von den Bilderbergem, wo sich das CFR Establishment und die alten Rundtischler Macht und Einfluß nach wie vor mit den Rothschilds teilen müssen, weltweit durchzusetzen, rief David Rockefeller 1972 die Trila teral Commission ins Leben.1336

lm Gegensatz zu den Bilderbergem, wo die Staffage der Konferenzteilnehmer je nach Be darf fluktuiert, besteht die Trilateral Commission aus 200 ständigen Kommissaren, die sich aus allen gesellschaftsrelevanten Schichten der USA, Europas und Japans rekrutieren und die die strategischen Schlüsselpositionen in Staat und Gesellschaft und in intemationa len Gremien besetzen: Bankiers, Industrielle, Manager, Intellektuelle, Schriftsteller, Jour nalisten, Beamte, Politiker Abgeordnete und Gewerkschaftler. Daß einer der europäischen Kommissare Edmond de Rothschild ist und mehrere Trilaterale zugleich Bilderberger und Rundtischler sind, ändert nichts an der Tatsache, daß der Gehim Trust der Rockefellers und des CFR hier den Ton angibt und zeigt eben nur, daß man sich im Grundsätzlichen ei nig ist, selbst dann, wenn die eigentlichen Herrscher der Welt zwischendurch uneins sind, ihre ehrgeizigen Marionetten aufeinander loslassen und im Zuge ihrer menschheitsbeglückenden Umtriebe einige Völker verheizen: Der Gesetzmäßigkeit der Polaritäten entspre chend führt dies letzten Endes auch zu dem einen Ziel der absoluten Kontrolle und Macht über die Reichtümer und Produktivkräfte der Welt, zu dem es möglicherweise tatsächlich keine anderen Altemativen gibt als die totale Umweltzerstörung oder nukleare Vernich tung: "Wir werden diese Ordnung durchführen, wenn es dabei auch nicht ohne Gewalttä tigkeiten abgehen wird. Wir werden zu beweisen wissen, daß wir die Wohltäter der Menschheit sind, die der zerrissenen Erde die wahre Wohlfahrt und Freiheit der Persön lichkeit wiedergegeben haben. Ein jeder, der unsere Gesetze achtet, wird sich der Segnun gen des Friedens und der Wohlfahrt erfreuen können." Ein Satz, der auch von Henry Kis singer stamrnen könnte, aber schon in den Protokollen zu finden ist, und der bekanntlich von James Warburg auf die knappere Formel gebracht wurde: "Wir werden eine Weltre gierung haben, ob Sie es wollen oder nicht!"

Die erklärte Absicht der Trilateral Commission ist die Neue Weltordnung, die innerhalb einer aus drei bis fünf Regionalföderationen unterteilten Plangesellschaft realisiert werden soll, welche durch multinationale Körperschaften zentral gesteuert werden. Die "abendländischen" Baumeister mögen vielleicht aus Traditionsverbundenheit und aus dem Drang nach Selbsterhaltung heraus mehr Wert auf pluralistischere Strukturen innerhalb der neuen Weltordnung legen, letzten Endes ist dies aber doch nur eine eher nebensächli che Facette auf dem Weg zum höheren Endzweck: "Um unbeschränkt herrschen zu kön nen, muß die Geldmacht das ausschließliche Recht für jede Tätigkeit in Handel und Ge werbe erringen. Unsere Hände sind schon am Werk, um diesen Plan in der ganzen Welt zu verwirklichen."

Darum allein geht es letzten Endes, mögen auch die zahlreichen Idealisten in ihren "Pflanzschulen" tatsächlich glauben, es ginge um das Wohl der Menschen und der Vlker: Ein Synonym für Wohlverhalten und jenen Frieden "im Inneren und im Äußeren", der zum höheren Wohle einiger weniger unbeschränkte Machtentfaltung erlaubt. Wenn sich neu erdings etwa die trilateralen Kommissare Gedanken um die Umwelt machen und über die "gegenseitige Abhängigkeit hinaus" die "Verpflechtung der Weltwirtschaft mit der Ökolo gie der Erde" bearbeiten und "ihre" Regierungen dazu aufzufordern, für ihre internationa len Vorhaben mehr Steuern aus den Bürgern herauszupressen, dann geht es vor allem um die Säuberung der Umwelt als Neuland zur Finanzmanipulation und um die "ökologische Beruhigung" der instabilen und solcherart die Ordnung bedrohenden Dritten Welt.

Das Recht der Völker auf Selbstbestimmung, Demokratie und Freiheit sind nur hohle, wenngleich psychologisch wirksame Begriffe, die beliebig aufgefüllt der Tauschung und der Manipulation dienen und von denen letzten Endes doch nur übrigbleibt, was das "internationale Sittenregiment" der Hüter der Wahrheit erlaubt. Danach richten sich die Inhalte von Gut und Böse, von Moral und Unmoral, und danach werden sie irgendwann auch zu messen sein, wenn die "höheren Endzwecke" erreicht sein werden: Und das sind auch die durchgängigen Spuren, die sich seit den Tagen des SpartacusWeishaupt nicht mehr bloß im verschwörerischen Untergrund verfolgen lassen. Die Revolutionen rnit ihren Wechselbädern von Horror und dem Erfolgserlebnis scheinbarer Befreiung; der Fort schritt, der das Leben erleichtert und zugleich gefährdet und den Brzezinskis die Möglich keit eröffnet, mit allermodernsten Techniken das Volksverhalten zu beeinflussen, die Ge sellschaft wie den einzelnen genauestens zu kontrollieren und zu überwachen; die Zer schlagung der Monarchien, möglicherweise nach dem Prinzip, etwas zu verlieren, um ande rerseits um so mehr zu gewinnen; der Nationalismus als "gigantischer Schritt" in der "fortschreitenden Neudefinition vom Wesen des Menschen"; der "Kommunismus als Sieg des Denkens über den Glauben": Die "Neuordnungskriege" dieses Jahrhunderts und auch Hitler und das Dritte Reich sind letzten Endes also notwendige Ecksteine im Haus der neuen Ordnung, Stationen und Durchgänge auf dem Weg zur Weltherrschaft einer kleinen aber mächtigen Elite, für die selbst die Mächte des Kapitals möglicherweise nur Werkzeuge sind.

Hitler ist in der Geschichte der Neuen Weltordnung lediglich ein Synonym für eine ganze Reihe von Hitlers, die vor den Karren der illuminierten Weltordnung gespannt die Menschheit in die geplante Zukunft ziehen, führen, locken und prügeln. Hitler ist gewiß nicht tot. Er hat bloß verschiedene Gestalten, Gesichter, Namen, verschiedene Rollen: die des Diktators, des Massenmörders, des Demokraten, des Rebellen und Revolutionärs, des Friedensstifters, des unkritischen Mitläufers, des zynischen Ehrgeizlings, des Verführten und des Verführers, des Welterlösers und des Vernichters, des "rex mundi" und des "nützlichen Idioten" im relativen Guten wie im relativen Bösen.

Heute verfügen die Neuerschaffer der Welt, eben dank des Fortschritts bereits überjene unbegrenzte Macht, die der Vision eines Brzezinski von der technotronischen Gesellschaft zugrundeliegt. Die ganze Bandbreite an Möglichkeiten psychologischer, intellektueller, po litischer, ja auch religiöser Manipulation steht ihnen zur Verfügung.

Gerade weil der einzige Wertmaßstab der Hüter der Wahrheit die nackte Macht über Mensch und Gesellschaft ist, können sie sich auch jedes Mythos' bedienen, der ihren Endzwecken dienlich ist: Irgendei ner kosmologischen Ordnung, irgendeiner Religion, irgendwelcher traditioneller Werte oder Hierarchien in jeder beliebigen verführerischen Verpackung. Die Instrumentarien stehen ihnen zur Verfügung, um auf viel subtilere Weise, als dies je zuvor möglich war, nach der Seele des gerade heute immer mehr unter dem Eindruck seiner Mediokrität und Bedeutungslosigkeit leidenden Menschen zu greifen und ihr durch gezielte Verwirrung die vielleicht mögliche Erkenntnis einer höheren Wirklichkeit zu verbauen. Viel wirksamer als dies die roten Fahnenmeere der Kommunisten und die Aufmärsche der Nationalsoziali sten aus dem Thule Reich jemals vennochten, können sie in jedem Wohnzimmer dem Menschen jene Rituale, jene Schauspiele, jenen Pomp und jene Farbenpracht bieten, mit denen gerade der moderne Geist zu manipulieren, mit denen mit den Emotionen des ein zelnen wie der Masse nach Belieben zu spielen ist. Dank ihrer vielen freiwilligen und un freiwilligen Helfershelfer können sie der Menschheit sogar einen Krieg als ästhetisches technisches Vergnügen der Neuen Weltordnung verkaufen.

Die Frage ist, wann, wie es in den Protokollen heißt, endgültig "die Zeit unserer offenen Herrschaft komrnt, da wir ihre Segnungen verkünden können". Die Frage ist auch, wie sie kommt. Ob wir uns nun in der von Meister Pike vorausgesagten Phase der Neuordnung befinden, da sie endgültig "die Nihilisten und Atheisten loslassen", einen "gewaltigen ge sellschaftlichen Zusammenbruch provozieren, der in seinem ganzen Schrecken den Natio nen die Auswirkungen von absolutem Atheismus, dem Ursprung der Grausamkeit und der blutigsten Unruhen vor Augen führen wird". Ob tatsächlich eintritt, was Pike geschrieben hat: "Dann werden die Bürger gezwungen, sich gegen die Minderheit der Revolutionäre zur Wehr zu setzen jenen Zerstörer der Zivilisation ausrotten, und die Mehrheit der Menschen wird, gottgläubig wie sie ist, nach der Enttäuschung durch das Christentum und daher ohne Kompaß, besorgt nach einem Ideal Ausschau halten, ohne jedoch zu wissen, wen oder was sie anbeten sollen [...]"

Gibt es eine Alternative? Vermutlich nicht. Es ist zumindest keine in Sicht. Jedenfalls keine, die über die Möglichkeit des einzelnen hinausgeht, für sich selbst die Wahrheit zu suchen, um sich so der stufenweisen Umeniehung zu einem Zombie der Neuen Weltordnung entgegenzustellen.

Aber vielleicht ist es schon ganz gut zu wissen, wem man letzten Endes sein Glück oder Unglück verdankt, und vielleicht liegt darin sogar die Möglichkeit einer Alternative: so schnell und so viel wie möglich über unsere Lage herauszufinden.

In den Protokollen selbst findet sich die, freilich zynisch doppeldeutige Aufforderung dazu. Man sollte sie vielleicht wirklich befolgen:

Es ist alles schrecklich gegangen, ihr alle seid vor Leid und Gram erschöpft, seht, wir beseitigen die Ursachen eurer Leiden: die Nationalitäten, die Landesgrenzen, die Verschiedenartigkeit der Wah rungen. Natürlich könnt ihr über uns richten, euer Urteil wäre aber notgedrungen ungerecht, falls ihr es fällen wolltet, ohne vorher diejenigen Einrichtungen ernstlich zu prüfen, die wir euch bieten.

Nun also, prüfen wir. "

(Auszug aus Carmin, das Schwarze Reich, Okkultismus und Politik im 20. Jahrhundert, 1994, S.371,mit insges. 1336 Anmerkung/Literaturangaben sowie einer 14-seitigen Bibliographie, die Taschenbuchausgabe erschien 1997 bei Heyne/Sphinx)


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Eine klassische Lektüre zur Einführung in die Thematik ist das Buch "Die Insider",
Wohltäter oder Diktatoren, von Gary Allen aus dem Jahre 1974.
Hier ein Auszug zum Thema

"Sozialismus & Revolution"

DAS MÄRCHEN VON DER UNTERDRÜCKTEN MASSE

* Die Gründung der Federal Reserve
* Radikale Bewegungen
* Die Insider
* Hintertüren zum Steuernsparen
* Der Erste Weltkrieg
* Colonel House
* Paul Warburg
* Die Bolschewistische Revolution
* Lenin kehrt zurück
* Die Finanzierung der Revolution
* Weitere Finanziers
* Lord Alfred Milner
* Council on Foreign Relations
* Die USA finanziert die Sowjetunion
* Literatur

Die Gründung des Federal Reserve Systems versah die Verschwörung mit einem Instrument, womit die internationalen Bankiers die Staatsschulden bis ins Uferlose ansteigen lassen konnten. Dabei gewannen sie riesige Zinsbeträge und die Kontrolle über die Schuldner. Allein während der Amtsführung von Wilson expandierte die nationale Verschuldung um 800% (!). Zwei Monate vor der Ratifizierung des Federal Reserve Act schufen die Insider den Mechanismus, der die Geldmittel zur Bezahlung der Schuldzinsen des Staates sicherstellen sollte. Es handelte sich um die progressive Einkommensteuer, die auch den zweiten Grundsatz im "Kommunistischen Manifest" von Karl Marx darstellt, welches ja zehn Grundsätze zur Sozialisierung eines Landes enthält. Man nimmt gewöhnlich an, daß die graduelle Einkommensteuer von den Vermögenden abgelehnt und bekämpft wird. Tatsache ist, daß sie von vielen der reichsten Amerikaner befürwortet wurde. Einige taten dies ohne Zweifel aus Uneigennützigkeit und weil diese Steuer anfangs sehr niedrig war. Andere jedoch begünstigten dieses Schema, weil sie sich schon einen Plan für das Umgehen von beidem gefaßt hatten, der Einkommensteuer und der später folgenden Erbschaftsteuer. Folgendes lag all dem zugrunde: Um die Jahrhundertwende errangen die Populisten, eine Gruppe ländlicher Sozialisten, eine gewisse Bedeutung und forderten die Macht der New Yorker Bankiers und monopolistischen Industriellen heraus. Die Populisten stellten eine Menge berechtigter Fragen, wenn sie selbst auch keine vernünftigen Lösungen brachten. Unglücklicherweise huldigten sie dem Glauben, daß das die Regierung kontrollierende Bankiersmonopol, das sie bekämpften, ein Produkt des freien Unternehmertums wäre. Weil die Drohung der Populisten gegen die Kartellisten von links kam (es gibt keine politische Organisation für das "Laissez faire"), unternahmen die Insider Schritte, um die Linke auszuschalten. Professor Quigley enthüllt, daß die Firma Morgan vor über fünfzig Jahren entschied, die politische Linke in den Vereinigten Staaten zu infiltrieren. Dieses Unternehmen konnte nicht schwierig sein, da die linken Gruppen dringend Geldmittel und Hilfe benötigten, um ihre Botschaft zu publizieren. Wall Street lieferte beides. An der Entscheidung der Firma Morgan war nichts ungewöhnlich, sagte Quigley, da schon andere Bankiers davon gesprochen und früher sogar selbst einen diesbezüglichen Versuch unternommen hätten. Er fährt fort: "Was damals die Sache so außerordentlich bedeutend machte, war die Übernahme dieser Adoption durch die beherrschenden Wall- Street- Finanziers zu einer Zeit, in der die Steuerpolitik alle Finanziers dazu trieb, nach einer steuerfreien Zuflucht für ihr Vermögen zu suchen ..." (S. 938)

Radikale Bewegungen sind niemals erfolgreich, es sei denn, sie locken das große Geld oder die Unterstützung von außerhalb an. Der große Historiker des zwanzigsten Jahrhunderts, Oswald Spengler, war einer von denen, die das sahen, was Amerikas Liberale sich weigern zu sehen-- daß die Linke von ihren erklärten Feinden kontrolliert wird, den Verbrechern des großen Geldes. Er schrieb in seinem monumentalen Werk Der Untergang des Abendlandes (Becksche Verlagsbuchhandlung München, Bd. II, S. 499)

"Es gibt keine proletarische, nicht einmal eine kommunistische Bewegung, die nicht im Interesse des Geldes wirkte, in welcher das Geld es will, und so lange es will--auch wenn es den Idealisten unter den Führern jener Bewegungen nicht zum Bewußtsein kommt." Während die populistische Bewegung grundsätzlich nicht verschwörerisch war, waren Ideologie und Parteiprogramm geeignet, den Interessen der Insider zu dienen, da ihr Ziel die Konzentrierung der Macht in der Regierung war. Die Insider wußten, daß sie diese Macht kontrollieren und sich ihrer für eigene Zwecke bedienen konnten. Sie waren natürlich nicht daran interessiert, den Konkurrenzkampf zu unterstützen, sondern ihn einzuschränken. Professor Gabriel Kolko hat ein Buch geschrieben, in dem er weitausholend beweist, daß die mächtigen Manipulatoren vereint die sogenannte "progressive Gesetzgebung" der Roosevelt- und Wilson- Ära sehr unterstützten--eine Gesetzgebung, die angeblich beabsichtigte, einen Mißbrauch abzustellen, die jedoch so abgefaßt war, daß sie mit den Interessen derer übereinstimmte, die diesen Mißbrauch betrieb. In seinem Buch The Triumph of Konservatism (Der Triumph des Konservatismus, womit Kolko fälschlich die Großindustrie meinte) heißt es: "...der bedeutungsvolle Grund, warum viele Geschäftsleute die verstärkte staatliche Einmischung in ihre Geschäfte begrüßen und dafür arbeiten, wurde von Historikern und Volkswirtschaftlern tatsächlich ignoriert. Dieses Ubersehen ist auf die Illusion zurückzuführen, daß Amerikas Industrie in einem solchen Maße zentralisiert und monopolisiert sei, so daß sie ihre Aktivität in verschiedenen Branchen willkürlich rationalisieren könne [Regulierung der Produktion und der Preise]. Gerade das Gegenteil ist wahr. Abgesehen von der großen Zahl von Fusionen und der Entwicklung zu absoluter Größe in vielen Gesellschaften, war die beherrschende Tendenz in der amerikanischen Wirtschaft zu Beginn dieses Jahrhunderts der wachsende Wettbewerb. Wettbewerb war jedoch für viele Schlüsselfirmen und Interessengruppen finanzieller Prägung nicht akzeptabel ..." (1)

Der beste Weg für die Insider, den wachsenden Wettbewerb auszuschalten, war der, ihren Konkurrenten eine progressive Einkommensteuer aufzuerlegen, wobei sie die Gesetze so schrieben, daß sie Hintertürchen für sich selbst einbauten. Tatsächlich erkannten nur wenige Befürworter der progressiven Einkommensteuer, daß sie damit nur jenen einen Gefallen taten, die nach Kontrolle strebten. Dazu Ferdinand Lundberg in seinem Buch Die Reichen und die Superreichen: "Was aber schließlich und endlich bei dieser Einkommensteuer herauskam, waren nur Randbemerkungen im Haushaltsbuch der Nation. Mit großem öffentlichen Aufsehen als Gesetz die Allmacht der Reichen proklamiert, wurde das Einkommensteuergesetz in einer Art 'Jiu- Jitsu- Drehung' zu einer Massensteuer umfunktioniert." (2)
Während dieser Periode waren Nelson Aldrich und dessen Großvater mütterlicherseits--John D. Rockefeller Sprachrohr der Insider im Senat. Aldrich war auch einer der Verschwörer, die in die geschickt eingefädelte Gründung der Federal Reserve verwickelt waren. Lundberg sagte: "Wenn Aldrich sprach, setzten die Journalisten voraus, daß -- wenn es auch Aldrichs Worte waren -- die Grundlinie gewiß von ,Big John' [D. Rockefeller] gebilligt worden war ..." In früheren Jahren hatte Aldrich die Einkommensteuer als "kommunistisch und sozialistisch" gebrandmarkt. Im Jahre 1909 vollführte er jedoch eine dramatische und verblüffende Kehrtwendung. Der American Biographical Dictionary kommentiert: "In dem Moment, als die Opposition ihren Höhepunkt an Heftigkeit erreicht hatte, nahm er [Aldrich] ihr den Wind aus den Segeln, indem er mit Unterstützung des Präsidenten [Taft] einen Abänderungsantrag zur Konstitution einbrachte, der den Kongreß ermächtigen sollte, Einkommensteuern festzulegen. " Howard Hinton hielt in seiner Biographie über Cordell Hull fest, daß der Kongressabgeordnete Hull, der im Abgeorduetenhaus die Einkommensteuer energisch vorantrieb, verblüfft folgende Bemerkung niederschrieb: "Während der vergangenen Wochen erlebten wir im Kongreß das unerwartete Schauspiel, daß gewisse -- sogenannte , traditionell- konservative' [sic'] -- republikanische Führer plötzlich ihre zeitlebens gehegte Einstellung umkehrten und sich mit schlecht verhohlener Abneigung allem Anschein nach für den eingebrachten Einkommensteuer- Änderungsantrag einsetzten.
Das gab Veranlassung zu allgemeiner Uberraschung und Verwunderung." (3)

Das Hintertürchen der Insider zur Vermeidung von Steuerabgaben stand nun allerdings offen. Zur Zeit, als der Abänderungsantrag von den Ländern gebilligt wurde (gerade noch, bevor die Einkommensteuer verabschiedet war), waren die Rockefeller- und Carnegie- Stiftungen voll im Gange. Man sollte sich daran erinnern, daß es angeblich darum ging, die Monopole der Standard Oil (Rockefeller) und U. S. Steel (Carnegie) zu zerbrechen, als die verschiedenen Anti- Trust- Gesetze verabschiedet wurden. Diese Monopolisten konnten nun ihre Vermögen steuerfrei zusammensetzen, während ihre Konkurrenten der progressiven Einkommensteuer gegenüberstanden, die es ihnen schwer machte, Kapital anzuhäufen. Der Sozialismus ist -- wie schon gesagt -- ein Vermögenskonsolidierungs- und Kontrollprogramm für die Insider. Das Reece Commitee, das für den Kongreß im Jahre 1953 Untersuchungen über Stiftungen anstellte, bewies mit einer überwältigenden Menge an Beweismaterial, daß die verschiedenen Rockefeller- und Carnegie- Stiftungen seit ihrem Beginn den Sozialismus unterstützten. (Siehe Rene Wormsers Buch Fondations: Their Power and Influence -- Stiftungen: Ihre Macht und ihr Einfluß --, Devin Adair, New York 1958) Die Verschwörer hatten nun einen Mechanismus geschaffen, um die Verschuldung in die Höhe zu schrauben, ihre Forderungen einzutreiben und für sich selbst die Steuern zu vermeiden, die zur Bezahlung der jährlichen Schuldzinsen notwendig waren. Als ein Grund gebraucht wurde, die Verschuldung zu steigern und nichts dafür so geeignet ist wie ein Krieg, braute man in Europa den Ersten Weltkrieg zusammen.

Im Jahre 1916 wurde Woodrow Wilson--wenn auch nur um Haaresbreite -- wiedergewählt. Seine Wahlkampagne war auf den Slogan gestützt: "Er hält Amerika aus dem Krieg! " Die amerikanische Bevölkerung war auf das heftigste gegen die Verwicklung Amerikas in einen europäischen Krieg. Sich aus den ewigen Auseinandersetzungen im Ausland herauszuhalten, war eine amerikanische Tradition seit George Washington. Doch als Wilson in seinen Wahlreden im ganzen Land das Versprechen gab, daß amerikanische Soldaten nicht in einen fremden Krieg gesandt würden, war er gerade dabei, das Gegenteil vorzubereiten. Sein >>zweites Ich", wie er Colonel House nannte, traf hinter den Kulissen Abmachungen mit England, die Amerika verpflichteten, in den Krieg einzutreten. Etwa fünf Monate später war es dann soweit. Dieselben Leute, die die Verabschiedung der Einkommensteuer und das Federal Reserve System manipuliert hatten, wollten Amerika am Krieg teilnehmen sehen. J. P. Morgan, John D. Rockefeller, Colonel House, Jacob Schiff, Paul Warburg und der Rest der Jekyl- Insel- Verschwörer waren sehr darauf bedacht, uns in diesen Krieg zu verwickeln. Viele dieser Finanziers hatten England große Geldsummen geliehen. Tatsächlich fungierten während des Ersten Weltkrieges J. P. Morgan & Co. als britische Finanzbeauftragte in diesem Land.

Während zwar alle Gründe, die üblicherweise für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges angegeben werden, zweifellos eine Rolle spielten, gab es aber auch noch andere, viel ausschlaggebendere Ursachen. Die Verschwörung hatte den Krieg seit mehr als zwei Jahrzehnten geplant. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers war lediglich der direkte Anlaß, der eine Kettenreaktion auslöste, ein Vorwand für die eigentlichen Gründe dieses Krieges. Nach Jahren des Kampfes war der Krieg in einer regelrechten Sackgasse und hätte beinahe in einer ausgehandelten Schlichtung geendet (wie das bei den meisten europäischen Konflikten der Fall war), wenn nicht die Vereinigten Staaten Deutschland den Krieg erklärt hätten. Sobald Wilsons Wiederwahl durch seine kriegsfeindlichen Wahlslogans garantiert war, wurde eine vollkommen gegenläufige Propaganda in die Wege geleitet. Zu jener Zeit -- ohne Radio und Fernsehen -- wurde die öffentliche Meinung fast ausschließlich durch die Zeitungen kontrolliert. Viele der großen Zeitungen wiederum unterstanden der Überwachung durch die Federal Reserve. Sie begannen nun, die Trommel für die "Unvermeidbarkeit des Krieges" zu rühren. Arthur Ponsonby, Mitglied des britischen Parlaments, gestand in seinem Buch Falsehood In War Time (Unwahrheiten in der Kriegszeit)-- erschienen bei E. P. Dutton & Co., Inc., New York 1928--: "In der Welt von 1914--18 muß es mehr bewußtes Lügen gegeben haben als in jeder anderen Periode der Weltgeschichte." (4)

Die den Krieg betreffende Propaganda war äußerst einseitig. Obwohl nach dem Krieg viele Historiker zugaben, daß beide Seiten an seinem Ausbruch schuld waren, wurde Deutschland als militärisches Monstrum dargestellt, das nach der Weltherrschaft trachtete. Man bedenke, daß dieses Bild von England aufgestellt wurde, welches seine Soldaten in mehr Ländern rund um die Welt stehen hatte als alle anderen Länder zusammen! Der sogenannte "preußische Militarismus" existierte zwar, er stellte jedoch keine solche Bedrohung dar. Tatsächlich waren die Briten nicht damit einverstanden, daß die Deutschen sich als zähe Geschäftskonkurrenten auf dem Weltmarkt erwiesen. Um Kriegsfieber zu erzeugen, wurde der Untergang der Lusitania zu neuem Leben erweckt; das britische Linienschiff war zwei Jahre zuvor von deutschen U- Booten torpediert worden. Die deutsche Unterseeboot- Kriegsführung wurde zum Hauptgegenstand in der Berichterstattung der Zeitungen. Die tatsächlichen Hintergründe dieses Unterseebootkrieges--und speziell des Vorfalls mit der Lusitania--wurden jedoch entstellt wiedergegeben. Deutschland und England waren im Krieg miteinander. Jeder blockierte des anderen Land. J. P. Morgan und andere Finanziers verkauften Munition an die Briten, was Deutschland natürlich nicht zulassen konnte und wollte. Ebenso hätten es die Engländer nie erlaubt, daß Deutschland mit militärischem Nachschubmaterial versorgt worden wäre. Es war allein die Angelegenheit und auch das Risiko Morgans, der Munition an England verkaufte, um ein Geschäft zu machen. Es gab jedoch mit Sicherheit keinen Anlaß, die gesamte Nation in den Krieg mit hineinzuziehen.

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Abb. 1 "Colonel" House (links) war der Strohmann der internationalen Bankiers. Er manipulierte Präsident Woodrow Wilson (rechts) in jeder Hinsicht. Wilson selbst nannte ihn sein "zweites Ich". House spielte eine Hauptrolle bei der Erschaffung des Federal Reserve System und bei der Verabschiedung der progressiven Einkommensteuer. Der Eintritt Amerikas in den Ersten Weltkrieg ist mit sein Verdienst. Sein Einfluß auf den Präsidenten macht deutlich, daß nicht immer die, die Macht innehaben, im Licht der Öffentlichkeit stehen.

Zu der Zeit, als die Lusitania sank, hatte sie ca. dreitausend Tonnen Munition in ihren Laderäumen. Tatsächlich illegal war es, daß amerikanische Passagiere auf einem Schiff reisten, das Munition für kriegführende Nationen transportierte. Fast zwei Jahre, bevor das Linienschiff sank, erschien eine witzige Bemerkung in der "New York Tribune" vom 19. Juni 1913, die besagte: "Cunard- Offizielle (Cunard- Reederei: ihr gehörte die Lusitania)

bestätigten heute dem Korrespondenten des ,Tribune', daß der Schnelldampfer Lusitania mit schweren Marinegewehren ausgerüstet wird ..." Wirklich war die Lusitania in der britischen Marine als Hilfskreuzer registriert (Barnes, Harry E., The Genesis of the War--Die Entstehung des Krieges --, erschienen bei Alfred Knopf, New York, 1926, S. 611). Zusätzlich gab die deutsche Regierung in allen New Yorker Zeitungen große Anzeigen auf, in denen eventuelle Passagiere davor gewarnt werden sollten, daß das Schiff Munition führte und eine Atlantiküberquerung auf ihm ein Risiko sei. Diejenigen, die sich für die Fahrt entschieden, kannten also dieses Risiko sehr wahrscheinlich. Dennoch wurde der Untergang der Lusitania von der raffinierten Propaganda dazu benützt, die Deutschen als unmenschliche Schlächter von Unschuldigen darzustellen. Aus diesem Anlaß als pars pro totum für den Unterseebootkrieg wurde der feierliche Anlaß fabriziert, Amerika in den Krieg zu stoßen. Am 6. April 1917 erklärte der Kongreß den Krieg. Die amerikanische Bevölkerung fand sich damit auf der Basis ab, daß dies der Krieg "zur Beendigung aller Kriege" sein würde.

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Abb. 2 Der in Deutschland geborene internationale Bankier Paul Warburg war der führende Kopf bei der Etablierung der Federal Reserve, durch die den internationalen Bankiers die Kontrolle über die nationale Wirtschaft ermöglicht wurde. Das Federal Reserve System kontrolliert die Geldversorgung und erlaubt so den Manipulatoren, abwechselnd Konjunktur und Krise zu erzeugen. Die Insider nutzen dies zu ihren Gunsten aus, kontrollieren so die Wirtschaft und zentralisieren so die Macht der staatlichen Regierung.

Während dieses "Krieges zur Beendigung aller Kriege" wurde der Insider- Bankier Bernard Baruch zum absoluten Diktator des amerikanischen Geschäftslebens gemacht, als ihn Präsident Wilson zum Vorsitzenden des Amtes für Kriegsindustrie ernannte, wo er Kontrolle über alle inländischen Vereinbarungen hatte, die das Kriegsmaterial der Alliierten betrafen. Baruch schaffte sich eine Menge Freunde, indem er viele Milliarden in Regierungsverträge investierte. Es wurde überall in der Wall Street gemunkelt, daß er aus dem Krieg, der den internationalen Bankiers die Vorherrschaft über die Welt sichern sollte, 200 Millionen Dollar Gewinn für sich herausschlug. (5)

Während Paul Warburg die Federal Reserve kontrollierte und Bernard Baruch Regierungsverträge abschloß, war der internationale Bankier Eugene Meyer, ein ehemaliger Partner von Baruch und Sohn, wiederum Partner des internationalen Rothschild- Bankhauses von Lazard Freres, von Wilson auserwählt, die Kriegsfinanzierungskorporation zu leiten, was ihm auch nicht gerade finanziell schadete. Meyer erzielte später Kontrolle über die höchst einflußreiche,Washington Post', die unter dem Namen ,Washington Daily Worker' bekannt wurde.) Es sollte nicht unbeachtet bleiben, daß Sir William Wiseman, der Mann, der vom britischen Geheimdienst geschickt wurde, um Amerikas Eintritt in den Krieg mit zu fördern, für seine Dienste reich entlohnt wurde. Er blieb nach dem Krieg in Amerika und wurde Partner in der von Jacob Schiff und Paul Warburg kontrollierten Kuhn- LoebBank. (6)

Der Erste Weltkrieg erwies sich für die internationalen Bankiers als glänzendes Geschäft. Für die Vereinigten Staaten aber war er eine Katastrophe von solchem Ausmaß, daß selbst heute nur wenige seine Bedeutung begreifen. Der Krieg kehrte unsere traditionelle Außenpolitik der Nichteinmischung um, und wir wurden bis heute fast ständig in Kriege "zur Erhaltung des Friedens" verstrickt. Winston Churchill bemerkte einmal, es hätte dem Wohl aller Nationen gedient, hätten sich die Vereinigten Staaren um ihre eigenen Angelegenheiten gekümmert. Hätten die Amerikaner so gehandelt -- so Churchill -- "wäre Frieden mit Deutschland geschlossen worden, und es hätte keinen Zusammenbruch in Rußland gegeben, der Wegbereiter des Kommunismus war; keinen Zusammenbruch in Italien, dem der Faschismus folgte, und der Nationalsozialismus wäre in Deutschland nie an die Macht gekommen" 'Social Justice Magazine', 3. 7. 39, S. 4).

Die bolschewistische Revolution in Rußland war offensichtlich einer der großen Wendepunkte in der Weltgeschichte. Uber dieses Ereignis kursieren falsche Gerüchte in Hiille und Fülle. Den Mythosfabrikanten und Geschichtsschreibern ist es gelungen, das wesentliche der Historie vorzuenthalten. Die Etablierung des Kommunismus in Rußland ist ein klassisches Beispiel für die zweite große Lüge des Kommunismus. Sie lautet--man erinnere sich-- der Kommunismus sei eine Bewegung der unterdrückten Massen, die sich gegen die Ausbeutung seitens ihrer Arbeitgeber erheben. Diese raffiniert aufgetischte Irreführung wurde seit der ersten französischen Revolution von 1789 genährt. Der Erfolg des Kommunismus in Rußland wird heute allgemein dem Umstand zugeschrieben, daß die Kommunisten die Sympathien der russischen Bevölkerung hinter sich hätten, die nach der Tyrannei der Zaren nur allzu empfänglich für ein anderes System gewesen sei. Diese Ansicht geht an der geschichtlichen Tatsache vorbei. Während fast durchweg bekannt ist, daß die bolschewistische Revolution im November 1917 stattfand, wissen nur wenige, daß der Zar schon im März, also sieben Monate früher, abgedankt hatte. (7)

Als Zar Nikolaus II. abdankte, wurde von Prinz Lvov eine provisorische Regierung errichtet, die nach amerikanischem Muster aufgebaut werden sollte. Unglücklicherweise gab die Lvov- Regierung dem KerenskijRegime den Weg frei. Kerenskij, ein sogenannter demokratischer Sozialist, dürfte eine Ubergangsregierung für die Kommunisten geführt haben. Er hielt den Krieg gegen Deutschland und andere Mittelmächte aufrecht. Er erließ jedoch eine Generalamnestie für Kommunisten und andere Revolutionäre, von denen viele nach der mißlungenen roten Revolution von 1905 verbannt worden waren. So kamen 250 000 geweihte Revolutionäre zurück zu Mütterchen Rußland, um das Schicksal der Kerenskij zu besiegeln. (8)

Auch in der Sowjetunion waren es nicht die unterdrückten Massen, die dem Kommunismus zur Macht verhalfen. Wie in anderen kommunistischen oder sozialistischen Ländern kam auch hier die Macht von oben herab. Lassen Sie mich die kommunistische Übernahme chronologisch darstellen: Man schreibt das Jahr 1917. Die Alliierten bekämpfen die Mittelmächte. In diesen Krieg werden Rußland, das britische Commonwealth, Frankreich und -- ab April 1917 -- die Vereinigten Staaten miteinbezogen. Im März 1917 setzten entschlossene Planer die Kräfte in Bewegung, die Zar Nikolaus II. zum Abdanken zwangen. Er tat dies unter dem Druck der Alliierten, nach schweren Tumulten im Kapitol in Petersburg. Diese Tumulte waren verursacht durch die Zusammenbrüche im Transportsystem, welche die Stadt von der Lebensmittelversorgung abschnitten und zur Schließung der Fabriken führten. (9)

Wo aber waren Lenin und Trotzki, als sich dies alles ereignete? Lenin war in der Schweiz. Er hielt sich seit seiner Verbannung im Jahre 1905 in Europa auf--auch er wollte den Zaren bei der kommunistischen Revolution stürzen, die in jenem Jahr mißlang. Auch Trotzki war im Exil. Er war Reporter einer kommunistischen Zeitung an der Ostseite der New Yorker City.(10)
Die Bolschewiken waren zu der Zeit, als der Zar abdankte, keine sichtbare politische Kraft. Sie kehrten nicht auf das Drängen der unterdrückten Massen zurück nach Rußland, sondern mächtige Männer aus Europa und den Vereinigten Staaten verhalfen ihnen zur Macht. (11)

Lenin wurde in dem berühmten "versiegelten Zug" quer durch das im Krieg befindliche Europa geschickt. Er hatte ungefähr 5 bis 6 Millionen Dollar in Gold bei sich. Die ganze Sache war durch das deutsche Oberkommando und Max Warburg arrangiert, unter Mithilfe des Zeit seines Lebens Sozialist gewesenen und sehr reichen Alexander Helphand alias "Parvus". Als Trotzki am 27. März 1917 an Bord der S. S. Christiania mit einer Gefolgschaft von 275 Revolutionären New York verließ, war der erste Anlaufhafen Halifax, Nova Scotia. Dort wurde er von den Kanadiern verhaftet und für fünf Tage eingesperrt. Das war von den Kanadiern zu verstehen, denn Trotzki hatte oft gesagt, er werde im Falle seiner erfolgreichen Machtübernahme in Rußland sofort den "imperialistischen Krieg" beenden und einen separaten Frieden mit Deutschland abschließen. Dies konnte nicht im Interesse der Kanadier liegen, weil so ein großer Teil deutscher Truppen frei geworden wäre. Die so gewonnenen Truppen hätten an die Westfront verlegt werden können, um dort gegen Kanada zu kämpfen. Nach fünf Tagen Haft setzten sich jedoch plötzlich die Briten durch den zukünftigen Kuhn- LoebPartner Sir William Wiseman und die Vereinigten Staaten durch keinen geringeren als den allgegenwärtigen Colonel House bei der kanadischen Regierung für die Freilassung Trotzkis ein. Also wurde Trotzki freigelassen und kehrte-- versehen mit einem amerikanischen Paß -- zurück, um sich in Rußland mit Lenin zu treffen. (12)

Trotzki und Lenin gelang es bis November durch Bestechung, Brutalität, List und Täuschung, mit Gewalt--nicht, weil die Massen hinter ihnen standen -- das zu erzwingen, was Lenin "alle Macht den Sowjets" nannte. Die Kommunisten kamen an die Macht, indem sie sich nur einer Handvoll Städte bemächtigten. Tatsächlich vollzog sich die Revolution nur in einer Stadt-- nämlich Petersburg. Das wäre etwa so, wie wenn ein kommunistischer Haufen sich Washington D.C. bemächtigen würde, und ganz Amerika würde kommunistisch. Es dauerte noch Jahre, bevor die Sowjets ihre Macht in ganz Rußland festigen konnten.(13)
Die Deutschen hatten augenscheinlich eine plausible Rechtfertigung für die Finanzierung von Lenin und Trotzki. Die beiden Hauptverantwortlichen für die Finanzierung von Lenin waren Max Warburg und der aus Rußland abgeschobene Alexander Helphand. Sie konnten behaupten, der Sache ihres Landes durch die Finanzierung Lenins zu dienen. Allerdings versäumten es diese beiden deutschen "Patrioten", dem Kaiser gegenüber ihren Plan, eine kommunistische Revolution in Rußland zu schüren, zu erwähnen.(14)

Es tut sich eine andere Perspektive auf, wenn man berücksichtigt, daß der Bruder von Max Warburg der uns bekannte Paul Warburg war, der Hauptinitiator bei der Gründung des Federal Reserve Systems; er spielte ja dank seiner Position im Direktionsausschuß der Federal Reserve eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung der amerikanischen Kriegsanstrengungen. Als in amerikanischen Zeitungen ruchbar wurde, daß Bruder Max die deutschen Finanzen führte, trat Paul von seinem Posten ohne Wimperzucken ab. Von nun an wurde die Intrige nur noch schlimmer. Auch der Schwiegervater von Max Warburgs Bruder Felix -- Jacob Schiff, ranghöchster Partner in der Kuhn & Loeb Co. -- half bei der Finanzierung Trotzkis.
Laut dem New York Journal American vom 3. Februar 1949: "Es wird heute geschätzt, daß Jacob Schiff ungefähr 20 000 000 Dollar für den endgültigen Triumph der Bolschewisten in Rußland investierte--so Jacobs Enkel, John Schiff."

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siehe Karte 1

Eine der besten Informationsquellen über die bolschewistische Revolution ist das Buch Zarismus und die Revolution von einem bedeutenden weißrussischen General namens Arsene de Goulevitch, Begründer der Union der unterdrückten Menschen in Frankreich. In diesem Band, der in Französisch geschrieben und sofort ins Englische übersetzt wurde, bemerkt Goulevitch: "Die Hauptlieferanten für die Geldmittel der Revolution waren jedoch weder die verrückten russischen Millionäre, noch die bewaffneten Banditen von Lenin. Die entscheidenden Summen kamen primär von bestimmten britischen und amerikanischen Kreisen, die seit langer Zeit die Sache der russischen Revolution unterstützten ..." (15)

De Goulevitch fährt fort: "Die bedeutende Rolle des vermögenden amerikanischen Bankiers Jacob Schiff bei den Vorkommnissen in Rußland ist, obwohl sie noch nicht einmal teilweise enthüllt ist, nicht mehr länger ein Geheimnis." General Alexander Nechvolodov wird von de Goulevitch zitiert, als dieser in seinem Buch über die bolschewistische Revolution sagt:

"Im April 1917 verkündete Jacob Schiff öffentlich, daß dank seiner finanziellen Unterstützung die Revolution in Rußland geglückt ist. Im Frühling desselben Jahres begann Schiff, Trotzki zu subventionieren. ... Gleichzeitig wurden Trotzki und seine Anhänger auch von Max Warburg und Olaf Aschberg von den Nye- Banken in Stockholm subventioniert, ... auch von dem rheinisch- westfälischen Syndikat und Jivotovski .... dessen Tochter später Trotzki heiratete. " Schiff gab Millionen, um den Zar zu stürzen und investierte noch mehr, um den Sturz Kerenskijs zu ermöglichen. Lange, nachdem der wahre Charakter der Bolschewiken in der Welt bekannt war, sandte er noch Geld nach Rußland. Unter anderem brachte Schiff 10 Millionen Dollar für angeblich jüdische Kriegserleichterungen auf, die sich jedoch später als gute Geschäftsinvestition erwiesen. (16)

Gemäß de Goulevitch: "Mr. Bakhmetiev, der letzte russisch- kaiserliche Botschafter in den Vereinigten Staaten, sagte uns, daß die Bolschewiken nach ihrem Sieg zwischen denJahren 1918 und 1922 600 Millionen Rubel an Kuhn- Loeb & Co. -- Schiffs Firma -- transferierten."(17)
Obwohl Schiffs Teilnahme an der bolschewistischen Revolution nun natürlich völlig bestritten wird, war sie zu jener Zeit unter den alliierten Geheimdiensten gut bekannt. So entstand das verbreitete Gerücht, der Bolschewismus sei eine jüdische Intrige. Wie gezeigt wurde, geht die Finanzierung auf ein Syndikat der internationalen Bankiers zurück, zu dem neben der Schiff- Warburg- Clique auch Morgan und Rockefeller gehörten. Dokumente zeigen, daß die Morgan- Organisation mindestens eine Million Dollar in die Kasse der roten Revolution legte. (18)

Ein weiterer bedeutender Finanzier der Revolution war ein extrem vermögender Engländer namens Lord Alfred Milner, Organisator und Leiter der geheimen Gruppe "The Round Table", welche vom Haus Rothschild unterstützt wurde. Dazu de Goulevitch: "Am 7. April 1917 machte General Janin folgende Tagebucheintragung ,Au G. C. C. Russe'. -- Im russischen Generalhauptquartier --, Le Monde Slave, Band 2, 1927, S. 296--297): Langes Interview mit R., der bekräftigte, was ich vorher von M. gehört hatte. Nachdem er auf den Haß der Deutschen gegen ihn und seine Familie hinwies, wandte er sich dem Thema der Revolution zu, die -- wie er behauptete -- von den Engländern eingefädelt worden sei. Genauer gesagt, von Sir George Buchanan und Lord [Alfred] Milner. In Petersburg wimmele es um diese Zeit von Engländern ... Er könne die Straßennamen und Hausnummern angeben, wo britische Agenten einquartiert seien. Es wurde von ihnen berichtet, daß sie während des Aufruhrs Geld an die Soldaten verteilten und sie zum Meutern aufstachelten."(l9)

De Goulevitch fährt fort: "In privaten Interviews wurde mir gesagt, daß Lord Milner über 21 Millionen Rubel zur Finanzierung der russischen Revolution ausgab." Man sollte in Anführungszeichen notieren, daß Lord Milner, Paul, Felix und Max Warburg "ihre" jeweiligen Länder auf der Pariser Friedenskonferenz nach Beendigung des Ersten Weltkrieges repräsentierten. Wenn sich auch Max Warburgs Finanzierung von Lenin irgendwie dem deutschen "Patriotismus" zuschreiben läßt, so war es sicherlich kein Patriotismus, der Schiff, Morgan, Rockefeller und Milner inspirierte. Die Briten und die Amerikaner führten als Verbündete Krieg gegen Deutschland und waren ebenso verbündet mit dem zaristischen Rußland. Indem als Folge ihrer Finanzhilfe Dutzende deutscher Divisionen für die Westfront frei wurden, was wiederum vielen amerikanischen und britischen Soldaten das Leben kostete, begingen sie eindeutig Verrat.(20)

Im Zusammenhang mit der bolschewistischen Revolution tauchen also viele der Namen auf, deren Träger ebenso für die Bildung des Federal Reserve Systems, die Initiierung der graduellen Einkommensteuer, die Errichtung der steuerfreien Stiftungen und Amerikas Eintritt in den Ersten Weltkrieg verantwortlich zeichnen. Wer daraus nun aber den --logisch- konsequenten-- Schluß zieht, dies sei alles andere als ein Spiel des Zufalls, dessen Name verschwindet aus dem gesellschaftlichen Register unseres Landes. Eine Revolution kann nur durch Organisation und Finanzierung erfolgreich sein. Die "unterdrückten Massen" liefern gewöhnlich weder das eine noch das andere. Die Insider jedoch sind in der Lage, beides zu garantieren.

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Abb. 3 Lord Alfred Milner, wohlhabendcr Englander und Strohmann der Rothschilds, diente wahrend der bolschewistischcn Revolution als Zahlmeister für die internationalen Bankiers in Petersburg. Er fungierte später als Leiter einer geheimen Gesellschaft, die als "Round Table<< bekannt wurde und eine Weltregierung anstrebte. Eine Gruppe superreicher Finanziers solltc--um diesen Plan zu verwirklichen -- die Welt unter der Maske des Sozialismus kontrollieren. Die amerikanischc Stütze dieser Vcrschwörung wurdc Council on Foreign Relations genannt, wurde von linksgerichteten Bankiers ins Leben gerufcn und wird nach wie vor von ihnen kontrolliert.

Was hatten die Insider nun zu gewinnen, als sie die russische Revolution durch finanzielle Hilfe förderten, oder als sie während der zwanziger Jahre das von Lenin so genannte ökonomische Programm zu einem großen Teil mitfinanzierten und so die Sowjets vor dem Zusammenbruch bewahrten?

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Abb. 4 Jacob Schiff finanzierte gemäß seinem Enkel John die kommunistische Revolution in Rußland in Höhe von 20 Millionen Dollar. Er war langjähriger Teilhaber der Rothschilds und nach cinem Bericht in den Akten des Außenministeriums finanzierte seine Firma, Kuhn- Loeb & Co, den ersten Fünfjahresplan für Stalin. Schiffs Partner und Verwandter fädelte die Gründung der Federal Reserve ein, während er bei Kuhn- Loeb beschäftigt war. Die Nachkommen Schiffs sind heute im Council on Foreign Relations aktiv tätig.

Warum taten diese Superreichen dies alles? Nun, für ihr Ziel, die globale Eroberung, mußten sie irgendwo eine Startposition schaffen. Es mag oder mag auch kein zufälliges Zusammentreffen gewesen sein, aber Rußland war das europäische Land von Bedeutung ohne eine Zentralbank. Fürs erste gewann die kommunistische Verschwörung in Rußland ein geographisches Heimatland, von dem aus Bedrohungen gegen alle anderen Nationen der Welt gestartet werden konnten. Der Westen hatte nun einen Feind.

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Abb. 5 Sitz des Council on Foreign Relations in New York, 68. Straße. Das anerkannte Ziel dieses CFR ist die Abschaffung der Konstitution und das Auswechseln unserer einstmals unabhängigen Republik gegen eine Weltregierung. Die CFR- Mitglieder haben die letzten sechs Regierungen kontrolliert. Richard Nixon war Mitglied und hat mindestens 100 CFR Mitglieder in hohe Positionen seiner Regierung berufen.

Einige der reichsten und mächtigsten Männer der Welt finanzieren also eine Bewegung, deren erklärtes Ziel es ist, gerade solche Männer wie die Rothschilds, Rockefellers, Schiffs, Warburgs, Morgans, Harrimans und Milners ihres Vermögens zu berauben. Es ist nur logisch anzunehmen, daß diese Superreichen den internationalen Kommunismus nur deswegen nicht fürchten und ihn sogar finanzieren, weil sie ihn kontrollieren. Gibt es eine andere logische Erklärung? Man bedenke, daß die Rothschilds seit über hundertundfünfzig Jahren ein Standard- Operationsverfahren anwandten, wenn sie in jedem Konflikt beide Seiten kontrollierten. Sie müssen über einen Feind ihres Schuldners verfügen, wenn sie sich ihre Darlehen sichern wollen. Die Politik des Gleichgewichts der Kräfte zwischen 0st und West ist einer der Hauptvorwände zur Sozialisierung Amerikas. -- So ganz nebenbei kauften die Insider bei der Verstaatlichung Rußlands einen beträchtlichen Teil an Grund und Boden im Werte von etwa 30 bis 40 Millionen Dollar, komplett mit allen Schürfrechten. Über die Art und Weise, wie Moskau von New York, London und Paris aus kontrolliert wird, können wir nur Mutmaßungen anstellen. Zweifellos ist der größte Teil dieser Kontrolle auf die Wirtschaft gerichtet. Es dürfte jedoch gewiß sein, daß die internationalen Bankiers eine Organisation in Rußland unterhalten, mit der sie die Linie der sowjetischen Politik kontrollieren. Es könnte sich hierbei um die internationale kommunistische Verbrecherorganisation SMERSH handeln, die in Erklärungen vor Kongreßkomitees und Ian Flemings Romanen beschrieben wird. Obwohl die Romane Flemings weitgehend erfunden sind, war doch Fleming in der britischen Spionage- Abwehr, hielt ausgezeichnete Geheimdienstkontakte in der ganzen Welt aufrecht und befaßte sich angeblich eingehend mit der internationalen Verschwörung.(21)

Wir wissen, daß eine Clique von amerikanischen Finanziers nicht nur bei der Etablierung des Kommunismus in Rußland assistierte, sondern auch erhebliche Anstrengungen darauf verwandt hat, ihn am Leben zu erhalten. Seit 1918 war diese Clique ständig mit dem Transferieren von Geld beschäftigt sowie mit der Vermittlung technischer Informationen an die Sowjetunion, was möglicherweise noch bedeutsamer ist. Das wird in dem dreibändigen Werk Western Technology and Soviet Economic Development (Die westliche Technologie und die sowjetische Wirtschaftsentwicklung) des Wissenschaftlers Antony Sutton vom Hoover- Institut an der Stanford- Universität für Krieg, Revolution und Frieden eindeutig dargelegt. Indem er vorwiegend offizielle Dokumente des Außenministeriums verwendet, zeigt Sutton überzeugend, daß im Grunde genommen alles, was die Sowjets besitzen, vom Westen erworben wurde. Es ist kaum eine Ubertreibung, wenn man sagt, daß die UdSSR in den USA geschaffen wurde. Es war dieselbe Clique, die in Versailles Europa aufteilte und somit den Anlaß zum Zweiten Weltkrieg schuf. Dazu Lord Curzon: "Es ist kein Friedensvertrag, sondern lediglich eine Unterbrechung der Feindseligkeiten." Im Jahre 1933 trieben dieselben Insider F. D. Roosevelt zur Anerkennung der Sowjetunion. So wurde die Sowjetunion zum zweitenmal vor dem finanziellen Zusammenbruch gerettet, während die Insider zur gleichen Zeit hohe Darlehen für das neue Regime Hitlers vergaben. Auch damit provozierten sie den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Diese Manipulationen konnten die gleichen internationalen Finanziers nicht davon abhalten, im Jahre 1941 unserem Verbündeten Joseph Stalin nach seinem Bruch mit Hitler zu Hilfe zu kommen. Im Jahre 1943 nahmen sie auf der Konferenz in Teheran die Aufteilung Europas nach dem zweiten großen "Krieg zur Beendigung aller Kriege" vor. 1945 setzten sie in Jalta und Potsdam die Richtlinien der China- Politik fest. Owen Lattimore berichtet dazu: ,"Das Problem war, wie man es China gestatten konnte, zu fallen, ohne daß es so aussah, als hätten die Vereinigten Staaten es gestoßen." Diese Fakten sind unwiderlegbar. In einem Land nach dem anderen wurde der Bevölkerung der Kommunismus von oben herab aufgezwungen. Am energischsten setzten sich die Vereinigten Staaten und Großbritannien für diese Politik ein.

Dies ist eine für Amerikaner unangenehme Beschuldigung, jedoch lassen die Tatsachen keine andere Schlußfolgerung zu. Nichts von alledem ergibt einen Sinn, wenn der Kommunismus wirklich das wäre, was die Kommunisten und das Establishment glauben machen wollen. Wenn jedoch der Kommunismus das Instrument einer Verschwörung der Superreichen unter Assistenz von skrupellosen Wissenschaftlern ist, wird dies alles logisch durchschaubar. An dieser Stelle sollten wir uns erneut klarmachen, daß die Verschwörung nicht nur von Bankiers und internationalen Kartellisten vorangetrieben wird, sondern daß es schon immer der nach den Straßen der Macht suchende Wissenschaftler war, der den Mächtigsten dieser Erde zeigte, wie sie ihren Reichtum gebrauchen konnten, um die Welt zu beherrschen. Es sei dem Leser gesagt, daß dieses Buch nur einen Teil der Verschwörung zum Inhalt hat. Andere, nicht weniger bedeutende Teile, die auf Arbeits- , Religionsund Rassenkampf abzielen, um den Sozialismus voranzutreiben, wurden in zahlreichen anderen Büchern beschrieben. Diese Erscheinungsformen der Verschwörung arbeiten meistens unabhängig von den internationalen Bankiers. Es wäre gewiß verhängnisvoll, ihre Gefahr für unsere Freiheit unterschätzen zu wollen.(22)

Es wäre genauso verhängnisvoll, alle Geschäftsleute und Bankiers mit der Verschwörung in Verbindung bringen zu wollen. Es muß eine Trennlinie gezogen werden zwischcn dem freien Unternehmertum, dem moralischsten und produktivsten System, das jemals erdacht wurde, und dem Kartell- Kapitalismus, beherrscht von Monopolisten und Bankiers. Dcr private Unternehmer bietet seine Produkte und Dienstleistungen auf dem freien Wettbewerbsmarkt an, während der Kartell- Kapitalist durch den Mißbrauch von Regierungen die Öffentlichkeit zu Geschäften mit ihm zwingt. Diese vereinigten Sozialisten sind die Todfeinde des privaten Unternehmertums und somit des freien Wettbewerbs. Der Durchschnittsbürger kritisiert z.war, daß die Insider Preise festsetzen, die Märkte künstlich beeinflussen, Monopole errichten, Politiker kaufen und Arbeitnehmer ausbeuten--er durchschaut aber nicht deren Plan, die Welt mit Hilfe des Kommunismus bcherrschen zu wollen. Wenn wir jedoch auf diesem Gebiet die Gesetze der Logik anwenden und versuchen, diese Machtstreber zu entlarven, werden wir von den Massenmedien des Establishments als gefährliche Paranoikrr v erdammt, die volkszersetzende Ansichten verbreiten. Auf anderen Gebieten wird eine gesunde Opposition stets begrüßt, da diese ja der Aufrechterhaltung der "Demokratie" dient.
(zum Anfang)

Literatur:
(1) Kolko, Gabriel, The Triumph of Conservatism, Quadrangle Books, Chicago, 1967, S.4.
(2) Lundberg, Ferdinand, Die Reichen und die Superreichen, Hoffman und Campe, S. 252.
(3) Hinton, Harold Boaz, Cordell Hull, Garden City, New York, Doubleday Doran & Co., Inc., 1942.
(4) Ponsonby, Arthur, Falsehood In War Time, New York, E. P. Dutton & Co. Inc., 1928, S. 19.
(5) Dall, Curtis, F.D.R.--My Exploited Father in Law, Christian Crusade Publications, 1968, Tulsa, Okla., S. 71.
(6) Martin, Rose L., The Fabian Freeway, Western Islands, 1966, S. 163.
(7) Kennan, George F., Russia and the West Under Lenin and Stalin, Little, Brown & Co., 1960 - 61, S. ll.
(8) Shub, David, Lenin, Penguin Books, Baltimore, Md., 1967, S. 201 - 206.
(9) Skousen, W. Cleon, The Naked Communist, Ensign Publications, 1958, S. 110 - 115.
(10) Shub, Genanntes Werk, S. 178 - 181, S.205.
(11) Zeman, Z. A. B., und Scharlau, W. B. Merchants of Revolution, Oxford University Press, 1965, S. 229 - 23i.
(12) Wi11ert, Arthur, The Road To Safety, London, Derek, Verschoyle, 1952, S.29
(13) Skousen, Genanntes Werk, S. 114.
(14) Shub, Genanntes Werk, S. 212.
(15) De Goulevitch, Czarism and the Revolution (übersetzt von der original französischen Veröffentlichung durch N. J. Couriss und neu aufgelegt durch Omni Publications, Hawthorne, Calif., 1961), S. 223 - 225, 231 - 232.
(16) Forbes, B. C., Men Who Are Making America, S. 334--335.
(17) De Goulovitch, Genanntes Werk, S. 225.
(18) Hagedorn, Herman, The Magnate, John Day, N. Y. Siehe auch Washington Post, 2. Februar 1918, S.195.
(19) De Goulevitch, Genanntes Werk, S. 230.
(20) Der Leiter von Präsident Wilsons US- Kommission zum revolutionären Rußland war der sogenannte "Republican elder statesman", Elihu Root der zuvor Außenminister und Verteidigungsminister war, wie auch Begründer des CFR und dessen erster Ehrenpräsident. Siehe CFR Annual Report, 30. Juni 1969, und Tragedy and Hope.
(21) Zeugenaussagen des ehemaligen NKVD- Agenten Peter Deriabin vor dem Unterausschuß des Senats für innere Sicherheit am 26. März 1965, in dem Dokument "Murder and Kidnapping as an Instrument of Soviet Policy".
(22) Die beste allgemeine Darstellung von anderen Gebieten der Verschwörung ist Rose Martins Fabian Freeway.

Auszug aus: © Gary Allen, Die Insider, Wiesbaden 1974, S.78-106



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In der Loge "Armin zur deutschen Treue" (Nr. 337) wurde betont, daß die bisherige Abkapselung der Freimaurer von der Umwelt aufgegeben und das freimaurerische Geistesgut einer breiten Öffentlichkeit bekanntgegeben werden sollte.
Die Bruderschaft, Hrsg. von den Vereinigten Großlogen von Deutschland,
Verlag "Die Bruderschaft", 4. Jahrg. Heft 5, S.186.

Aus radikal-christlicher Sicht wird das Problem unter der Frage: Was verbindet Freimauerer, New Age und Jehovas Zeugen behandelt. Das Buch weist auf eine Reihe eigenartiger, aber um so bemerkenswertere Identifikationsmerkmale und Gemeinsamkeiten zwischen Jehovas Zeugen, Freimaurertum und New Age hin. Es handlet sich dabei um weltanschauliche Aspekte wie: gleiche Begriffe und Ziele, okkult-esoterisches Denken, das übernehmen jüdischer Symbolik und ägyptischer Pyramidenmystik.

" Um das Freimaurertum in seiner Tiefe zu erfassen, ist eine Kenntnis seiner Symbolik und Riten unerläßlich. Der okkult mystisch bis religiöse Charakter wird gerne bestritten, weil das Freimaurertum keine Religion sein will. ... Neben dem Glauben an die Wiedergeburt ist ein anderes bedeutsames freimaurerisches Ritual die Initiierung in den Meistergrad. Sie ist auf den Mythos des ermordeten salomonischen Tempelbaumeisters Hiram Abiff hin angelegt, wobei in der Initiation eine mystisch symbolische Auferstehung des Tempelbaumeisters Hiram Abiff verstanden wird. Ein esoterisches, nur für »Eingeweihte« verständliches Erlebnis. ... Bei der symbolischen Logenarbeit werden die bekannten alten Handwerksgeräte der Steinmetze, Winkel, Wasserwaage, Lot und Zirkel benutzt. Weitere Symbole finden sich auf den sogenannten Lehrteppichen. Zum Beispiel das Tetragramm (JHWH) oder das große »G« (für Gott), die Jakobsleiter, der Davidstern (Hexagramm, auch Schlüssel Salomos genannt), der siebenarmige jüdische Leuchter, die beiden Säulen des salomonischen Tempels, genannt »Jachin« und »Boas« usw. ... In den meisten Bildkompositionen dominiert das Dreieck mit dem Auge im Mittelpunkt und gelegentlich die Cheopspyramide von Giseh mit der mystischen Sphinx. ... Es liegt im Wesen der Freimaurerei, die Bilder, die als Symbole dienen, zu vergeistigen. ... Das ist Mystizismus, der Versuch, mit dem All zu verschmelzen, wie es die Mystiker versuchen, was aber auch in Anthroposophie und im New Age versucht wird. Grundsätzlich besteht auch hier eine Relativierung der Bibel und Verführung zum Okkultismus. ... Das Symbol bekommt Fetischcharakter. So sieht der Maurer nicht mehr den Symbolgegenstand an sich, sondern die Verkörperung übernatürlicher Wesenheiten und erfährt, wenn das Symbol oder das Ritual ernst genommen und kultisch erlebt wird, eine auf Dauer wirkende Kraft. Daraus entsteht geistiges Gebundensein. Man liefert sich einer geistigen Macht aus, die nicht neutral ist. Hier berühren wir den Bereich der Magie, den Einfluß dämonischer Mächte, deren Wirkung von Bilder- oder Reliquienverehrung her bekannt ist...." (S.29ff): Drei Systeme, Erich Brüning, 2.Aufl.1993, TELOS-Paperback, ISBN 388002-156-9. Neben der Initiation, dem Illuminatenorden und der Methode der Verschwörung als Systemveränderung wird auch ein Vergleich zwischen Jehovas Zeugen, Freimaurern und New Age dargestellt. Die Behandlung der politischen Rolle der Freimaurer kommt in diesem Buch allerdings zu kurz.

SYMBOLE

Mystische Weltanschauungen benötigen ihre Symbole!
1903 erscheint Band 5 der "Schriftstudien" von Ch.T.Russel (1), dem Begründer der "Wachtturm-Gesellschaft", mit einer lehrmäßigen Ablehnung des dreieinigen Gottes und läßt freimaurerische Gesinnung und Literatureinfluß erkennen, indem er den "Großen Baumeister der Welten" als Gottesbegriff verwendet und den Monotheismus der Juden benutzt und von "dem großen Jehova" spricht. Maitreya, die fünfte Reinkarnation Buddhas, ist der künftige Herr der Erde nach der New-Age-Lehre, für Christen ist es Christus, für Moslems der Imam Mahdi, für Hindus Krishna. Weltweit aktiv sind über die Jahrhunderte nicht nur die Templer, sondern auch Franziskaner, Jesuiten u.v.a.m. Die Wachtturm-Gesellschaft arbeitet an einem Menschheitstempel, einer "Neuen Weltordnung", Russel benutzte zur Darstellung dazu seine Zeitalterkarte, ähnlich der Pyramide. Ein Jahr später, im Jahre 1904 entdeckte der Satanist Aleister Crowley ( er lebte von 1930-1932 in Berlin, siehe Gnostika 1998) eine ägyptische Stele (griech. Säule) im Boulak-Museum in Kairo (2), in der Vitrine Nr. 666. Im Bild leuchtet über der Opferszene der "Sonnendiskus". Heute befindet sich die Stele in der Thelema in Zürich. Dieser ägyptische Sonnendiskus zierte dieTitelseiten der sechs Studienbände Russels, im Beispiel zu sehen: Der Göttliche Plan der Zeitalter, 2.Auflage. Außerdem ziert der Sonnendiskus die Titelseite des Buches 777, die Kathedrale der Seele, eine Schrift des mystischen Ordens AMORC (Alter Mystischer Orden vom Rosen-Creutz) und enthält okkulte Anweisungen. Mit diesem Orden, der auch 1998 noch Werbung in Tageszeitungen großer deutscher Städte macht, hängen die Theosophische Gesellschaft, Begründerin die russische Magierin Helena Blavatzky und der Illuminatenorden zusammen. Die Theosophische Bewegung verwendet als Symbol die linksgedreht Swastika (das Hakenkreuzsymbol war in den Kulturen des alten Amerika allgemein bekannt wie mexikanischer Brustschmuck, Steinobjekte aus Tiahuanca in Südamerika und Keramiken nordamerikanischer Indianerstämme zeigen).Der Wiener Jörg Lanz, ein früherer Religiöser des Zisterzienser Ordens, war 1907 der Gründer des "Ordens der Neu-Templer" (ONT), einem ritterlichen, gnostischen und ritualisierten Orden mit rassistischen Idealen, mit seinen Logen in Burgruinen war er die Grundlage des okkulten Schwarzmagischen Ordens, 1930 umgebildet und als Schutzstaffel (SS) bekannt. Ob der drogensüchtige Vegetarier Hitler, der nur ausführendes Organ einer im Hintergrund tätigen Ordensclique war, zu denen ebenfalls Freimaurer zählten, auch schwarzmagische Sexualrituale zelebrierte? Eva Brauns Vermerk in ihren Tagebüchern: "Er brauchte mich nur zu bestimmten Zwecken. Aber in diesem Augenblick liebte er mich" (Quelle: Jones, Mervyn, "Die Freimaurer", in MacKenzie, Norman, Geheimgesellschaften, Genf 1969, Joachim Fest, Hitler, u.a.m.) liesse sich unter Berücksichtigung der okkulten Hintergründe dieser Zeit durchaus anmerken. Ron Hubbard schreibt in seinem Werk "Dianetik", daß dazu im Jahre 1935 die Grundlagenforschung begann und 1938 die hauptsächlichen Grundgesetze entdeckt wurden, nach denen sich die "Church of Scientology" heute noch richtet und deren Handlungs- und Verhaltensanweisungen faschistische Züge tragen. Unzweifelhaft hatten Crowley, Hubbard und andere Theosophen wie Rudolf Steiner, der auch zu Hitler Kontakt hatte und anschließend von ihm verfolgt wurde, Kontakte untereinander. Alexandra, die letzte Kaiserin von Rußland, von den Bolschewisten in Ekaterinburg ermordet, beschriftete das linksdrehende Hakenkreuz an der Wand in ihrem Haus mit der Jahreszahl 1918, es diente ihr auch als ein geheimes Erkennungszeichen in ihrer Korrespondenz (Rollin 1939, Sokloff 1924, zitiert nach Joscelyn Godwin, Arktos, Das Buch der Hohlen Erde, 10/97, ISBN 3-89539-287-1). Ein altes Symbol der Tempelritter ist das Kreuz-Krone-Symbol, benutzt wird es auch von den okkulten Gemeinschaften "Christliche Wissenschaft" und "Adyar-Theosophie". Russel verwendet es (3) als Wandschmuck in seinem Büro, auf Wachtturm-Titelseiten, am Bug der Lokomotive bei der Transcontinental Tour 1913. Neben diesen Symbolen werden bei mystischen Weltanschauungen noch das Tetragramm, das Hexagramm, die Pyramide oder das "sehende Auge" u.a. verwendet. Dieses spezielle Auge ist zu sehen auf den Entwürfen für eine Fahne der "Konföderierten" im amerikanischen Bürgerkrieg (Nationalarchiv der Vereinigten Staaten) ebenso wie auf der von Äthiopien herausgegebenen Briefmarke (4) des Jahres 1977, dieses bruderschaftliche Symbol ist Emblem des doertigen marxisitischen Regimes. Das von einem Löwen gehaltene Winkelmaß und das "Allsehende Auge Gottes" ist auf die Vorder- und Rückseite einer Münze (6) geprägt, die 1782 zu Ehren Herzog Ferdinands von Braunschweig, einem Großmeister der deutschen Freimaurer, aufgelegt wurde. Variationen des von den Rosenkreuzern im 20. Jahrhundert noch immer verwendeten Symbol ist die Rose. Daß Martin Luther Rosenkreuzer oder Mitglied einer anderen Geheimgesellschaft der Bruderschaft war, zeigt sich in den Symbolen, die Luther für sein eigenes Siegel (5) verwendete. Es enthält seine Initialen "ML" und ein Kreuz in der Rose, zwei Hauptsymbole der damaligen Rosenkreuzer in Luthers Heimatland. Ch.T.Russel benutzt auf seinem Grabstein (3) die Pyramide als Symbol des Tempel Gottes, noch in den 70-iger Jahren dieses Jahrhunderts fanden Zeremonien der Zeugen Jehovas in Freimaurertempeln (7) statt, in jedem von ihnen (Loge genannt) steht der Triangel mit einem Marmorblock, Lewis geheißen, auf dem Boden. (Erläuterungen zum Symbole-JPG).


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Unter den Tempeln Jerusalems

Unter diesem Titel ist im Scherz Verlag in der 1.Aufl. 1997 das von zwei praktizierenden Freimaurern geschriebene Buch, Pharaonen, Freimaurer und die Entdeckung der geheimen Schriften Jesu, von Christopher Knigt und Robert Lomas erschienen, ISBN 3-502-16380-4.
Eingeweihte und Kenner schätzen dieses Buch wegen seiner reichhaltigen Offenbarungen, Logenbrüder erfahren viel Hintergründiges über den wahren Ursprung ihrer Organisation.
Demnach sind die Freimaurer mit mehr als 3Mio. Mitgliedern weltweit eine der am besten organisierten übernational operierenden Gruppen, nach außen mit karikativem Anstrich, was auch die von Insidern sog. "Frontorganisationen" zur Rekrutierung von Mitgliedern (Lions Club, Rotarier, Round Table etc.) angeht. Hier ein Auszug aus dem Schluß des o.g. Buches:
"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind immer noch ein sehr junges Land. Um so eine lange Zeit wie das alte Ägypten zu überdauern, muß es das Land mindestens bis ins Jahr 4500 nach Christus geben. Und um die erste kulturelle Höhe der Ägypter zu erreichen, würde die USA auch noch vierhundert Jahre brauchen. Aber wir vermuten, daß das Experiment der Freimaurer, das seine Heimat in dem kosmopolitischen Land jenseits des westlichen Meeres gefunden hat, noch eine bessere Lösung finden wird, denn dies alles ist nur ein weiterer Meilenstein auf einer Reise, die vor mindestens sechstausend Jahren imSüden des heutigen Irak begann." S.404

"Die Formen, in denen sich das Gemeinschaftsleben der Logen abspielt, die Zeichen und Symbole, in denen sich der Verkehr der "Brüder" untereinander vollzieht, heißen das "Ritual" der Loge. Jeder "Bruder" ist zur Geheimhaltung dieser Formen für alle Zeit ehrenwörtlich verpflichtet."
(G. HerlitzlB. Kirschner (Hrsg.): Jüdisches Lexikon, Berlin 1927ff,)

"Die Deutsche Bischofskonferenz (hat) im Auftrag des Heiligen Stuhles im Juni 1974 eine offizielle Gesprächskommission gebildet. Diese trat mit einer offiziellen Gesprächskommission der Vereinigten Großlogen von Deutschland zusammen . . . Niemals hat sich die freimaurerische Seite während der Gespräche über das Vorgehen beklagt, sondern bis an gewisse Grenzen bereitwillig mitgeholfen, die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Sie antwortete auch auf wiederholte und insistente Fragen, wobei sie freilich die erbetene Auskunft über die freimaurerischen Hochgrade beharrlich verweigert hat."
(Bischof Josef Stimpfle: Die Katholische Kirche und die Freimaurerei, in: ders.: Im Dienst am Evangelium, Donauwörth 1988, S. 330)

"Die Formen und Zeichen sind für unseren Bund charakteristisch auch deshalb, weil sie seine Einreihung in die sogenannten geheimen Gesellschaften bedingen."
(Rabbiner und B'nai B'rith Logenbruder Dr. Arthur Löwenstamm in der Festschrift "Zum 50jährigen Bestehen des Ordens Bne Briss in Deutschland", FrankfurtlMain 1933, S. 150)

Übrigens Logenmitglieder waren nach Jürgen Holtorf auch Charles Lindbergh, aufgenommen 1926 in der Keystone Lodge, St.Louis, und Edwin Aldrin (2. Mann auf dem Mond), aufgenommen 1956 in der Montclair Lodge in New Jersey sowie Admiral Byrd, der "Arktisflieger". Das ZDF sendete in "heute" 1996 die Auszeichnung von Helmut Kohl mit dem höchsten Orden, den die B'nai Brith zu vergeben für Verdienste um den Staat Israel, die Laudatio hielt der damalige Israelische Ministerpräsident. Überlicherweise erhalten nur Mitglieder des Ordens diese Auszeichnung.
"Der Geheimbund »Unabhängigerjüdischer Orden B'naiBrith« (U.O.B.B.), dessen Name übersetzt »Söhne des Bundes« lautet, wurde 1843 in New York gegründet. Er nimmt nur Juden auf. Sein Programm dient der Interessenvertretung jüdischer Bürger in der ganzen Welt und der Förderung ihrer ethischen Erziehung. Der Orden wird zentral aus den USA geleitet. Es gibt dort sieben Distriktslogen, in anderen Ländern bestehen weitere zehn Distrikts Großlogen, die in Logen gegliedert sind. Die Distrikts Großloge Deutschland wurde bereits 1882 gegründet. Der Orden hat ein eigenes Erkennungszeichen, seine Struktur umfaßt drei rituelle Grade, die die Mitglieder allmählich erwerben. Den Logen sind Frauenvereinigungen und Jugendbünde angegliedert. Der B'nai Brith ist ein Männerbund innerhalb der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Seine Mitglicder unterstützt er karitativ, auch im kulturellen Leben ist er erfolgreich aktiv. Seine Veröffentlichungen besitzen ein hohes Nivcau. Obwohl der Bund selbst jegliche politische Tatigkeit bestreitet, vertreten jedoch mehrere Publikationen einc gcgcnteilige Ansicht. Sein Einfluß auf die internationale Politik soll nicht unerheblich sein. Der jüdische Geheimbund zählt heute weltweit an die 350.000 Mitglieder, davon leben etwa 300.000 in den USA. In Deutschland gibt es zur Zeit sieben B.B. Logen. Vor dem Jahr 1933 existierten in rund 80 deutschen Städten Logenhäuser und Tempel der B'nai Brith."
(Quelle: Karl-Heinz Lock, Stichwort Geheimbünde, Heyne Sachbuch München 1994, S.78.)

Und noch ein Buch sei erwähnt, welches Augen öffnen kann: Die Götter von Eden, William Bramley, In der Tat Verlag, 2.Aufl. 1994, ISBN 3-89539-075-5.
Eine außergewöhnliche Reise durch die Geschichte von den Anfängen der Menscheit bis zu den Schlagzeilen von Heute. Das Buch ist das Ergebnis siebenjähriger intensiver Recherchen und eines der wissenschaftlichsten und umfassendsten seiner Art, man entdeckt bemerkenswerte Zusammenhänge mit dem jahrhunderte alten UFO-Phänomen.
(Buch des Jahres, Magazin2000)

Das UFO- und Verschwörungs-Phänomen ist heutzutage Vehikel für viele andere Botschaften ethischer, moralischer, herrschaftskritischer, technischer, politischer und desinformatorischer Natur!

Und esgibt noch viel mehr B ü c h e r auf dieser Welt. Schauen Sie sich einfach um...

NEUE ERKENNTNISSE ÜBER DEN ORDEN DES GOLDEN DAWN:
EIN BISLANG UNVERÖFFENTLICHTER TEXT DES HORUS TEMPELS

"Eine der hartnäckigsten Legenden über den Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung ist jene, daß seine Ritualtexte aus den sogenannten Cipher Manuscripts (chiffrierten Manuskripten) ausschließlich von MacGregor Mathers entwickelt wor den seien. In Wirklichkeit sind die Rituale des Äußeren Ordens eher Westcott zuzu schreiben als Mathers dies trifft auch auf die angegliederten Lehrschriften zu, die den Eingeweihten Wissen über diejenigen esoterischen Studienbereiche vermittelten, in welchen sie ihre Kompetenz nachweisen mußten, bevor sie von einem Grad zum nächsthöheren fortschreiten konnten. Dies kann durch eines der Notizbücher von Westcott nachgewiesen werden, das in unverarbeiteter Form schon eine Menge von dem Material enthält, das schließlich zu den Lehrschriften ausgebaut wurde. Bedauerlicherweise haben nur wenige ganz frühe Texte überlebt dies trifft auf Rituale wie auf Lehrschriften zu und nur sehr wenig kann auf die Zeit vor 1893 da tiert werden. Die beiden erstmalig hier vorgestellten Lehrschriften sind zweifellos äl ter und können versuchsweise auf 1888 datiert werden; ihre Entdeckung ist somit von erheblicher Bedeutung für unser Verständnis sowohl der Gradarbeiten des Golden Dawn als auch des Gesamtinhalts von Westcott's Lehrsystem.

Der Schlüssel zu ihrer Datierung ist in einer Anmerkung am Fuße von Seite 19 zu finden: LoanJ.L.A. copy. Diese Bemerkung stammt von derselben Hand wie der Rest des Textes und wenn sie nicht von J.L.A. selbst geschrieben wurde, so wurde sie sicherlich aus seinem Text transskribiert. ãSeinem" deswegen, weil J.L.A.: Joseph Leech Atherton ist, der neben T.H. Pattinson Mitbegrunder des Horus Tempels Nr.5 in Bradford, Yorkshire war, welcher am 19. Oktober 1888 mit Atherton als Imperator eigeweiht wurde. Als Ordens Namen wählte er das Motto Semper Fidelis, was ungewöhnlicher weise von seinem Motto in der Societas Rosicruciana in Anglia verschieden war, wo er sich Frater Mens conscia recti nannte. Atherton wurde am 24. Februar 1883 in das York College der SRIA (Societas Rosicruciana in Anglia) aufgenommen, und für die Zeit von 1889 90 zum Celebrant erwählt (vergleichbar mit dem Meister einer Freimaurerloge). Innerhalb der Gruppierung als ganzes stieg er in hohe Ämter auf und wurde schließ lich im Februar 1868 zum Junior Substitute Magus also einem der drei Oberhäupter bestellt. Doch seine Amtsdauer war kurz, denn er starb im August desselben Jahres. Sein Einsatz im Golden Dawn war ebenso bemerkenswert: von 1888 bis 1892 war er Imperator des Horus Tempels, u onach er zugunsten von Westcott zurück trat, der vorläufig seinen Platz einnahm, damit die Probleme innerhalb des Tempels gelöst werden konnten. AnschlieBend wirkte er als Cancellarius (d.h. Sekretär) bis zur Schließung des Tempels 1902. Atherton war der einzige, der diese Ämter innehatte und doch nie in den Zweiten Orden eingetreten war. In Ermangelung irgendwelcher doku mentarisch belegbarer Erklärungen läßt sich vermuten, daß dies eine persönliche Entscheidung war, da seine Loyalität niemals in Zweifel stand.

Genausowenig stand sein Enthusiasmus in Zweifel, was aus den peinlich genauen Details unserer zwei Lehrschriften deutlich wird, welche die einzigen bekannten Beispiele seiner praktischen Ordensarbeit sind.
Beide Texte unterscheiden sich von den späteren Versionen, die in Regardie's The Golden Dawn (1937) abgedruckt sind ebenso, wie von den frühesten bis jetzt bekannten Manuskripten (nun in der Privatsammlung C aus der Zeit von 1892 93). In der zweiten Lehrschrift, von 1=10 bis 2=9, ist der Unterschied gering: Das Diagramm des Lebensbaumes in Atherton's Text (S. 15) zeig. die Säule der Barmherzigkeit auf der rechten Seite, während diese im ãC" Text auf der lin ken Seite erscheint, wo sie mit einer Notiz versehen ist, welche angibt, daß Mathers diese auf der rechten Seite plaziert. Die erste Lektion, von 0=0 bis 1 = 10 ist länger als die spätere Version und spiegelt die zusätzlichen Details aus Westcotts Notizbuch wider. Die Schrift beginnt mit dem kuriosen Titel G. D. Horus Loge: was nicht so sehr ein Ausrutscher seitens eines Freimaurers ist, als vielmehr die enge Zusammenarbeit des Horus Tempels mit der Horus Loge, der Esoterischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft beweist. Als nächstes folgt eine knappe Einführung in die Studiengegenstände, welche bei allen anderen Versionen dieses Textes fehlt. Im ei gentlichen Texe finden wir kleinere Änderungen des Wortlautes, ebenso wie bedeu tende Ergänzungen zum Abschnitt (3) über die Planeten. Abschnitt (4) über das Hebräische Alphabet ist noch ausführlicher dargestellt und scheint für Kandidaten, die in einer kabbalistischen Gruppierung Fortschritte erzielen wollen, viel geeigneter zu sein. Möglicherweise wäre Aleister Crowley, wäre er in den Horus Tempel statt in Isis Urania eingeweiht worden, mehr vom Wissen seiner Vorgesetzen beeindruckt ge wesen und hätte sich weniger zum Rebellen entwickelt! Die Frage, warum sich eine so markante Veränderung zwischen 1888 und 1893 breitmachen konnte, bleibt, aufgrund fehlender dokumentarischer Beweisstücke der Spekulation überlassen. Dennoch, was auch immer der Grund dafür sein mag, diese Neuentdeckung vermehrt unser Wissen über die Arbeit des Golden Dawn und man kann nur hoffen, daß bald weitere Texte aus derselben Quelle ans Licht kommen werden."
RA. Gilbert, Gnostika 1996

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Initiation der Freimaurer:

...Der Verehrungswürdige Meister packte mein Handgelenk mit festem Griff, zog und stellte mich sofort auf die Füße. Wieder hielten unsichtbare Hände mein Gewicht. Als ich aufrecht stand, flüsterte mir der Verehrungswürdige Meister zwei bestinimte Worte ins Ohr. Jetzt kannte ich das Losungswort der Maurer. Zu diesem Zeitpunkt war das bedeutungslos, aber bei unseren Forschungen haben wir die uralte und faszinierende Bedeutung dieser Worte wiederentdeckt.

«So, mein lieber Bruder, sind alle Meistermaurer aus einem figurativen Tod errettet worden, um mit den Gefährten des früheren Handwerks wiedervereinigt zu werden. Ich muß dich jetzt bitten zu beachten, daß das Licht eines Meistermaurers nur als Dunkelheit sichtbar ist, was nur dazu dient, das Verhängnis auszudrücken, das über den Zukunftsaussichten hängt. Eben diesen Schleier der Dunkelheit kann das Auge des Verstandes nur durchdringen, wenn das göttliche Licht aus dem Himmel ihm hilft. Doch selbst im Schein dieses schimmernden Strahls wirst du erkennen, daß du stets am Rande des Grabes stehst, in das du gerade sinnbildlich hinabgestiegen bist und das dich, wenn dieses vergängliche Leben beendet ist, wieder an seine kalte Brust drücken wird.»

Während der Verehrungswürdige Meister diese grausigen Worte sprach, wies er mich an, nach unten zu blicken, und zu meiner Rechten konnte ich im Dunkel den Umriß eines offenen Grabes erkennen. Darin lag ein Totenschädel, über dem zwei Oberschenkelknochen über Kreuz lagen. Zum ersten Mal in einer Freimaurerzeremonie bekam ich eine Gänsehaut.

«Laß dich durch diese Symbole der Sterblichkeit, die jetzt vor dir liegen, dazu anregen, darüber nachzudenken, was dein unausweichliches Schicksal ist, und deine Überlegungen sollten zu der interessantesten und nützlichsten aller menschlichen Wissenschaften führen - der Selbsterkenntnis....»...

KANDIDAT

Quelle: "Unter den Tempeln Jerusalems", Pharaonen, Freimaurer und die Entdeckung der geheimen Schriften Jesu, Christopher Knights und Robert Lomas, München 1997, Originaltitel "The Hirma Key", London 1996

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Freimaurerei

Frankophile, sogenannte "humanistische Freimaurerei" auf dem Vormarsch

Jetzt arbeiten auch in der Bundesrepublik Deutschland offiziell Logen der frankophilen humanistischen Lehrart: Was sind die größten Unterschiede der beiden Lehrarten der Freimaurerei:

1) Die Mitglieder angloamerikanischen Logen müssen von der Existenz irgendeines Gottes überzeugt sein und wenn es auch ein Glaube an einen "Grossen Baumeister aller Welten" ist. Die frankophilen-humanistischen Logen nehmen auch Gottesleugner, d.h. Atheisten auf.

2) Die angloamerikanischen Logen sind reine Männerbünde. Frauen nehmen nur an gesellschaftlichen Veranstaltungen, nicht aber an Beratungen und Entscheidungen teil. Es gibt allerdings Vorfeldorganisationen, sogenannte freimaurerähnliche Organisation, die nur Frauen aufnehmen und auch zum anglo-amerikanischen System gehören. In den frankophilen humanistischen Logen sitzen Frauen und Männer gleichberechtigt nebeneinander.

3) Die maßgeblichen Personen der anglo-amedkanischen Logen waren immer Juden, insbesondere jene britischen Lords jüdischer Abstammung, die sich ihren Adelstitel gekauft haben. Über den Einfluss der Juden in den frankophilen humanistischen Logen liegen uns keine eindeutigen Erkenntnisse vor.

4) Die anglo-amerikanischen Logen verbieten ihren Mitgliedern den Besuch der "illegalen" frankophilen Logen. Die frankophilen Logen versuchen durch Doppelmitgliedschaften und Gastbesuche die anglo-amerikanischen Logen zu unterwandern.

5) Das politische Denken der anglo-amerikanischen Freimaurerei geht immer noch davon aus, dass die USA ein Teil des britischen Empires sind und die Politiker der anglo-amerikanischen Freimaurer in den USA haben den Weisungen der Londoner Freimaurer zu folgen. In den internen Dokumenten der anglo-amerikanischen Freimaurerei werden die USA als "unsere neuen Territorien" bezeichnet. Bei den humanistischen-frankophilen Freimaurern gibt es eine viel grössere Geheimhaltung als beim anglo-amerikanischen System. Das humanistisch-frankophile Ordnungssystem lässt sich schlechter durchschauen. Lange Zeit gab es für die deutschen Freimaurer der frankophilen humanistischen Richtung nur die Direktmitgliedschaft in französischen Logen oder eine Mitgliedschaft in der "Europäischen Bruderkette" oder in einer freimaurerähnlichen Vorfeldorganisationen, die aber politisch einflusslos waren und sind und mehr oder weniger nur der Propaganda freimaurerischen Gedankenguts dienen, wie z.B. "Verein Humanitas", "Humanistische Union", Odd Fellows, Rosenkreuzer, Internationale Freimaurer-Union "Catena".

Am 19. April 2003 kam es nun in Frankfurt zur offiziellen Gründung des "Souveränen Großorient von Deutschland", der natürlich von der anglo-amerikanischen Freimaurerei mit Sitz in London nicht anerkannt wird, wohl aber von Paris. Bisher gehören 6 Logen aus der Bundesrepublik Deutschland zum "Souveränen Großorient von Deutschland".
Der Informierte meint, es liegt aber im Zug der Zeit, dass einzelne Logenmitglieder oder ganze Logen vom anglo-arnerikanischen System zum "Souveränen Großorient von Deutschland" übedaufen werden.
aus: Aufklärungsarbeit 15/2004, S.42


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http://www.webcritics.de/criticism/book.php?isbn=3453160185

Das schwarze Reich

von E. R. Carmin

erschienen 1994

ISBN 3453160185
Verlag Heyne

Seiten 891 Sprache Deutsch

Kritik von Andreas J.

"Die radikalen sozialen, politischen, kulturellen und technologischen Umwälzungen, die dieses abgelaufene 20. Jahrhundert prägten und das Gesicht der Welt wie nie zuvor in der bekannten Geschichte veränderten, waren keine Zufälle."

So beginnt das Monumentalwerk "Das schwarze Reich" von E. R. Carmin, das zuerst vor zehn Jahren im Verlag Ralph Tegtmeier erschien, seit 1997 bei Heyne verlegt wird (was mich angenehm überrascht) und trotz eher stiefmütterlicher Beachtung eine der erstaunlichsten und fundamentalsten Sachbuch-Veröffentlichungen der letzten Jahre darstellt.

Und in der Tat - dass hinter den diversen Entwicklungen mehr als bloßer Zufall steckt und es stets diverse Graue Eminenzen gab, die von den "unerwarteten" Ereignissen nicht wirklich überrascht waren, zeigt sich nicht zuletzt in den Geschehnissen seit dem 11. September 2001. Doch davon soll hier nicht zu sehr die Rede sein, wenngleich sich in den Ausführungen von Carmin interessante Bezugspunkte dazu finden lassen, die einiges erhellen. Und das, obwohl Carmin zur Zeit der Veröffentlichung natürlich noch nichts von den zukünftigen Veränderungen ahnen konnte - oder vielleicht doch ein wenig, wenn man die verschiedenen Muster und Hintergründe besser zu verstehen beginnt. Zumindest sind Erwähnungen zu Machenschaften in den Neunzigern, einschließlich des damaligen Golfkriegs, ein hilfreiches Puzzle-Stück für ein Gesamtbild, das an sich bereits erschütternd genug sein dürfte.
Die Tatsache, dass Großvater Prescott Bush dabei als ein Vermögensverwalter Hitlers und Hauptgeldwäscher für Nazitransaktionen auftaucht sowie die Tatsache, dass der Grundstock für das Bush-Vermögen aus Geschäften mit Nazi-Deutschland stammte, damals aufgebaut u.a. im Verein mit Baron Thyssen und Prinz Bernhard der Niederlande, ist bereits bezeichnend genug. Der Flachland-Prinz ist dabei ein "Globalisierungsfreund" besonderer Art, der natürlich rein zufällig auch die "Bilderberger"-Treffen ins Leben rief, die bedeutendsten Zusammenkünfte von Politik, Hochfinanz, Kirchen, Wirtschaft und Medienmogulen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die erst in den Siebzigern unangenehmerweise publik wurden. Auch taucht so mancher Name noch in Carmins bis 1992 reichender Abhandlung auf, der jetzt im imperialen Kabinett an Bushs Seite erneut (bzw. noch immer) von Bedeutung ist. Allein unter diesem Blickwinkel eine faszinierende Lektüre, befreit von der Versuchung, Verbindungen zu aktuellen Ereignissen herstellen zu wollen, denn diese waren noch ferne Zukunft für Carmin.

Um allerlei "Zufälle" und Hintergründe der besonderen Art geht es Carmin auch vorrangig in seinem erstaunlichen Werk, das seinen Anfang mit Betrachtungen zum Dritten Reich nimmt, wie es Aufmachung und Titel durchaus bereits vermuten lassen. Aber im Laufe der Darstellung geht der Autor deutlich über diesen Themenrahmen hinaus, wenn zunehmend die Frage danach brennend wird, wer wie und warum da offenkundig manipulativ in das Weltgeschehen eingreift, und vor allem: einzugreifen imstande ist.
Politisch korrekt dressierte Gutmenschen, eifrige "Spiegel"-Leser und jene, die es immer gern eine Spur bequemer in ihrem Weltverständnis haben - Realitätstunnelblick gratis inklusive, Bob, und das alles zum Supersondervorzugspreis eines völlig verödeten Lebens im kognitiven Gleichschritt - , werden an dieser Stelle vermutlich bereits müde lächelnd abwinken und mit dem neuen verbalen Totschlaghammer "Verschwörungstheorie" winken, noch bevor die eigentlichen Inhalte dargelegt und die Darstellungsweise ausgeführt wurden.

Um zu sehen, was wir nun mit diesem hässlichen, gezielt in seiner Bedeutung umgepolten Neusprechwort anfangen können, möchte ich aus einem Vortrag von Mathias Bröckers an der Freien Universität Berlin zitieren:
"Verschwörungen sind eigentlich das Selbstverständlichste der Welt: A und B verabreden sich hinter dem Rücken von C, um sich einen Vorteil zu verschaffen. [...] Verschwörungstheorien haben eine besondere Eigenschaft, die sie so attraktiv machen: sie reduzieren Komplexität. Vielschichtige, komplexe Ursachen von Ereignissen werden auf einen einfachen Sündenbock reduziert. Dieser Sündenbock-Mechanismus ist uns offenbar sogar genetisch eingebaut - schon Schimpansen haben die Eigenschaft, bei Blitz und Donner auf Hügel zu rennen und mit der Faust oder gar Knüppeln gen Himmel zu drohen. Für das chaotische Ungemach, das über sie hereingebrochen ist, machen sie einen vermeintlichen Drahtzieher im Himmel verantwortlich."

Nun, der erste Teil ist sicherlich in den hier dargelegten Betrachtungen gegeben und eine Selbstverständlichkeit in Politik und Wirtschaft, wobei im ersten Falle die Frage besteht, inwiefern damit ein demokratisches Mandat eingelöst wird. Den zweiten Teil in "Das schwarze Reich" ausfindig machen zu wollen, dürfte ein aussichtsloses Unterfangen sein. Natürlich werden Namen und Drahtzieher genannt, und davon hunderte, aber es ergibt sich kein simplifizierendes Gesamtbild (Oh nein, simpel nachzuvollziehen und schön handlich sind die Buchinhalte nun wirklich in keiner Weise!), es zeigt sich kein zentral Schuldiger, keine zentral verantwortliche Organisation, keine klare Linie der ideologischen Argumentation, wie dies bei "der großen Erzählung von Osama und den 19 Räubern" [Bröckers] und der so herrlich mit einem handlichen Feindbild ausstaffierten islamischen Schläferverschwörung der Fall ist. Kurzum: Werfen wir dieses orwellsche Manipulationsinstrument der öffentlichen Meinung über Bord und widmen uns wieder dem Wesentlichen, nämlich dem mir vorliegenden Buch.

"Geheimgesellschaften und Politik im 20. Jahrhundert" lautet der Untertitel von Carmins Buch, und das trifft den Inhalt durchaus besser, auch wenn vom Dritten Reich und seinen Hintergründen der Ausgangspunkt genommen wird. "Das schwarze Reich" ist letztlich in zwei wesentliche Hauptteile gegliedert: Das Nazi-Reich mit seinen eigentlichen, von den Historikern sorgsam ausgeblendeten Ursprüngen und die Nachkriegszeit bis 1992 mit all ihren geopolitischen Verwicklungen, für deren Fundament die Experimente des Naziregimes wie des Ostblockkommunismus wesentliche Voraussetzungen waren.

Die begründete Kernthese dabei ist, dass sich das Dritte Reich mit all seinen Auswüchsen aus dem okkulten Untergrund entwickelt hat und aus okkult-magischen Gesellschaften hervorging, wofür Thule oder die Theosophie nur Beispiele wären. Nirgends sonst sind die okkulten Hintergründe so massiv und offen zu Tage getreten wie während des Naziregimes, daher eignet es sich am besten für eine Analyse der Einflüsse okkulten Gedankengutes auf Politik und Gesellschaft. Und dass allerlei Logen sowie mehr oder minder geheime Gesellschaften eine deutliche Rolle spielen, haben nicht zuletzt die in den Achtzigern aufgeflogene (aber dank Berlusconi, Vatikan, Mafia und Konsorten noch immer ausreichend einflussreiche) "Propaganda due" Italiens sowie die Verbindungen der amerikanischen "Skull & Bones" (Bush lässt erneut grüßen) gezeigt. In die gleiche Liste gehören natürlich auch die diversen vatikanisch unterstützten Bewegungen wie das faschistisch umtriebene und bereits mit General Franco kooperierende katholische "Opus dei".
Die Einflussnahme solcher Gruppierungen spielt nicht nur eine Randrolle, sondern ist zentraler Punkt beim Aufbau des "novus ordo seclorum", der Neuen Weltordnung, des Neuen Europa, der Globalisierungspolitik, und wie die diversen austauschbaren Neusprech-Euphemismen nicht alle heißen; derzeit vorangetrieben vom wunderbar praktikablen "war on terror" mittels "humanitärer Intervention" nach eigenem Definitionsgrad (wofür sich schon der Kosovo und angrenzende Bevölkerungsgruppen herzlich bedankt haben), was sogar die als globalpolitisches Werkzeug der Mächtigen initialisierten Vereinten Nationen, nicht zuletzt dank diverser Machtdemonstrationen und geschickter Neudefinitionen, mithin ihrer Nützlichkeit enthoben hat. Auf die humanitären Interventionen, imperiale Machtspiele und politische Verbalakrobatik werde ich demnächst in einer Rezension zu Noam Chomsky eingehen.

Carmin beginnt seine Betrachtungen zum Ende des 19. Jahrhunderts, als okkulte Vereinigungen wie der Hermetische Orden der Goldenen Dämmerung, der Orden vom Silbernen Stern, der Ordo Templi Orientis, die Fraternitas Saturni, Skull & Bones, der Thule-Orden mit seiner Fußvolk-Peripherie aus Thule-Gesellschaft und später diversen Verlagen, Arbeiterbünden etc., diverse Freimaurer- und Rosenkreuzerlogen, völkische und germanische Logen und Zirkel usw. zu enormer Bedeutung gelangten und in ihren Reihen die bedeutendsten Persönlichkeiten vorweisen konnten.
Zu diesen historisch bedeutsamen Personen, die in derlei Bündnissen organisiert waren, zählen u.a. (Zusammenstellung aus mehreren Referenzwerken bei vornehmlicher Nennung der im Buch auftauchenden Personen):

Helena Petrovna Blavatski
Franz Hartmann
Annie Besant
Karl Kellner
Rudolf Steiner
Rudolf Freiherr von Sebottendorf
Werner List
Jörg Lanz von Liebenfels
Theodor Reuß
Winston Churchill
Lloyd George
MacGregor Matthers
A. E. Waite
Eliphas Levi
William Butler Yeats
Claude Debussy
Emma Calvi
Robert Fludd
Clinton Roosevelt
Harry Spencer Truman
Gerald Ford
König Gustav IV.
Napoleon I. und sein General Kléber
König Murat von Neapel
Adam Weishaupt
Jean Baptiste Bernadotte
Aleister Crowley
Bram Stoker
Sir Gerald Kelly
Gustav Meyrink
Alan Benett
Eugen Grosche (Gregor A. Gregorius)
Guido von List
Rudolf Heß
Karl Haushofer
Alfred Rosenberg
Adolf Hitler
Hermann Göring
Heinrich Himmler

..., wobei Letztere vornehmlich dem Thule-Orden zugeordnet werden können, in dem allerlei andere magische Schulen und Weltsichten vermengt wurden. Die Zusammenstellung ist ohne die jeweilige Gruppenzuordnung, denn es lässt sich feststellen, dass die meisten davon in diversen Gruppierungen aktiv waren. Auch wem nicht alle Namen etwas sagen sollten, der wird manch bekannten Politiker oder Künstler darunter entdecken.

Aus diesen sich neu formenden Weltbildern heraus entsteht nun u.a. das Thule-Bündnis, daraus wiederum so manch anderer Bund als Satellitengebilde, und wie es dann zur Reichsgründung und Machtergreifung kommen konnte, mit wessen Unterstützung und auf welch eigentümlichen Wegen, das mag der geneigte Leser bei Carmin nachlesen. Wahrhaft erhellend. In jedem Falle waren sowohl die mit den Ordenszugehörigkeiten verbundenen Bekanntschaften und Verflechtungen wie auch die dahinter stehenden okkulten Weltsichten entscheidend für die politischen Entwicklungen jener Zeit, ebenso wie sie es auch heute noch sind.

Im zweiten Teil nun geht es um die Neuordnung nach dem zweiten Weltkrieg, eine Neuordnung übrigens, die schon lange vorgeplant war und ebenso wenig überraschend kam wie der Krieg selbst. Zumindest, wenn man Äußerungen betrachtet wie "Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht!" (Churchill, 1936) oder "Wir haben ein schriftliches Dokument, das uns Krieg in zwanzig Jahren garantiert" (Lloyd George, 1919 nach Unterzeichnung des Versailler Vertrages), oder wenn man sich fragt, warum Roosevelt bereits 1937 die Rüstung massiv hochfahren ließ (während die Welt zeitgleich positiv beeindruckt die u.a. von Coca Cola gesponserten Olympischen Spiele in Berlin verfolgte), obwohl ja noch niemand von den unerwarteten Greueln, die kommen sollten, etwas ahnen konnte, nicht wahr.

Nun, in diesem zweiten Teil, nach einer sehr ausführlichen Beleuchtung des okkulten Untergrundes, der vielfältigen personalen Verflechtungen auf Logen-, Wirtschafts- und Politikebene, einer auch psychologisch interessanten Einführung in das okkulte Denken seit der Jahrundertwende (die Idee vom Übermenschen, von Rassenüberlegenheiten usw. hatte ja nun wirklich nicht zuerst Hitler während einer Erleuchtung auf dem Abort), tauchen zwar immer noch diverse Bruderschaften wie die oben erwähnte "Propaganda due" auf, doch allgemein beendet Carmin hier die esoterischen Betrachtungen.

Nach dem Krieg spielen die "alten" Verbindungen weiterhin eine wesentliche Rolle, fließen zudem in Neugründungen wie die verschiedenen Geheim- und Nachrichtendienste (unter massiver Verwendung des Nazi-Personals und ihrer Netzwerke), die UN, den Council on Foreign Relations, die Trilaterale Kommission, die Bilderberger, das Wirtschaftsforum, die Propaganda due usw. ein und läuten eine neue Phase für die Bestrebungen der Weltverbesserer und -neuordner ein. Es gibt dabei keine zentrale Person oder Instanz, auch keine lineare Abfolge oder kausale Linie.
Nein, letztlich wird alles so komplex, dass Eines in das Andere einfließt und sich gegenseitig beeinflusst, zum guten Teil sogar scheinbar gegen einander arbeitet oder sich gegenseitig auszuschließen scheint. Doch wenn man beispielsweise die personellen und finanziellen Bande zwischen Kommunisten, Vatikan und us-amerikanischen Einflusszonen betrachtet, dürfen arge Zweifel an diversen medienträchtig inszenierten Feindschaften aufkommen (obwohl ein offizielles Embargo bestand, war zum Beispiel die Finanzierung der Oktoberrevolution nicht die einzige Einflussnahme amerikanischer Banken und Firmeninteressen auf das Ostblockexperiment, ebenso wie eben auch die deutschen Nationalsozialisten massiv unterstützt und überdies auch offiziell, ebenso wie Mussolini, lange Zeit weltweit für ihre Errungenschaften und Politikführung hoch gelobt wurden).

Wenn die mannigfaltigen Verflechtungen und Namen es bereits im ersten Teil notwendig machten, dass ich mir eine Beziehungsskizze der wesentlichen Akteure notieren musste, so wird die Informationsflut im zweiten Teil dank hinzu kommender Firmen, Kartelle, Geheimdienste, Banken und dergleichen mehr schier erschlagend unüberschaubar. Aber speziell das Nachvollziehen des Weges der Gelder sowie der Feder führenden Banken- und Wirtschaftsmogule ist eine erhellende Erfahrung.
Neben dem Verständnis für die Wurzeln dieser Entwicklungen im Okkulten bewirken diese Ausführungen mit Sicherheit zumindest eines: Eine Ahnung davon, dass es letztlich unerheblich ist, wer welche "demokratischen" Wahlen gewinnt, wen man gerade wieder als "gut" oder "böse" ansieht oder darstellt oder vor allem, was in Zeitungen und Geschichtsbüchern wohldiktiert nachzulesen ist � es ist stets die gleiche Sorte Gutmenschen, die zum Wohle aller, für Frieden, Stabilität und Sicherheit, ganz altruistisch die Fäden zieht, um jenen den Weg zu weisen, die den "großen Plan" nicht durchschauen können und daher wie Kinder bei der Hand genommen und auf den rechten Pfad geführt werden müssen. Hierbei zeigt sich ein erstaunlicher Gleichklang im Marschschritt der Großen und Mächtigen (die besonders in unserer wirtschaftlich kontrollierten Welt des schnellen und oberflächlichen Konsums nicht identisch sein müssen mit den Figuren, die sich der Wählerschaft als Wagenlenker und Steuermann präsentieren), unabhängig von äußeren Konfessionen und scheinbar widersprüchlichen Weltbildern. Es gibt keine simple Trennung des Weltgeschehens in Blöcke, in Achsen des Bösen, in ein "Wer nicht mit uns ist, ist für die Terroristen". Das sind Verschwörungstheorien reinsten Wassers. Vereinfachende Sündenbockkonzepte und bipolare Logik, das Valium für die Massen, verbunden mit politisch delikaten Ausdrucksformen.

Um die ohnehin bereits übermäßig ausführliche Buchvorstellung (man möge mir verzeihen) nicht gänzlich ausufern zu lassen, möchte ich die inhaltliche Betrachtung hierbei bewenden lassen und noch einige Worte zur Veröffentlichung an sich niederschreiben.

Carmin präsentiert seine extrem gründlich recherchierten und weit reichenden Informationen (die letztlich sogar nur ein sehr komprimiertes Kompendium darstellen � erschreckend genug) auf gut 600 klein gedruckten Buchseiten. Hinzu kommen fast 300 Seiten mit 1336 Anmerkungen und Quellenverweisen (die teils selbst wieder längere Ausführungen sind), einer ausufernden Bibliographie sowie einem Personen- und Sachregister von 85 Seiten. Eine enorme Leistung, die "Das schwarze Reich" auch als Referenzenbuch und Nachschlagewerk unentbehrlich macht.
Aussagen sind gründlich belegt und kommentiert, unsichere Informationen oder Hörensagen werden als solche gekennzeichnet, aber zu einer Abrundung des Bildes dennoch verwendet. Dass es dem Leser selbst obliegt, dabei für sich zu selektieren und Quellen sowie Sekundärliteratur für ein eigenes Gesamtbild heranzuziehen, versteht sich von selbst. Es ist übrigens erstaunlich, wie gut es Carmin trotz der enormen Informationsdichte versteht, eine thematische wie zeitliche Linie beizubehalten.
"Das schwarze Reich" ist eine unentbehrliche Quelle der Information für jeden aufgeschlossenen Zeitgenossen, der unter Wahrnehmung seiner demokratischen Rechte und Pflichten mehr versteht als Generalsgehorsam, geistlosen Medienkonsum und das unreflektierte Übersichergehenlassen selbstzufriedener Fremdbeeinflussung. Die geflüsterten Vorgänge hinter der Bühne sind es, die die Gesamtzusammenhänge deutlich werden lassen, nicht das oberflächliche, abgesprochene Schauspiel auf der Bühne; und die Souffleure haben deutlich mehr zu sagen als die dem Publikum präsentierten Akteure. Geschichte wird von den Siegern und Mächtigen diktiert und geschrieben. Für ein vollständigeres und basales historisches Verständnis neuerer Geschichte bis in die aktuelle Gegenwart hinein jedenfalls ist die Lektüre dieses Werkes akademischen Anspruchs (aber dennoch mit einem erfrischend zynischen Unterton versehen und trotz Schachtelsatzbaus, wie ihn auch der Schreiber dieser Rezension nur allzu oft produziert, fesselnd zu lesen) unverzichtbar.


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

"Von einem fremden Planeten..."
Von Thule nach Wien und München
Schwarze Magie unter dem Hakenkreuz
Die unsichtbaren Meister
Goldene Morgendämmerung über London
"Töte und foltere, schone nicht!"
Die Übermenschen von Agarthi
Ein Institut zur Entwicklung des Menschen
Die frohe Botschaft des magischen Sozialismus
Knetmasse für ein neues Menschentum

Wir machen die Melodie, und Hitler tanzt danach
Eine alte Karte mit modernen Grenzen
Ein Auftrag für den Freiherrn "von der Rose"
Sebottendorfs "germanische Loge"
Eingeweihte und Nichteingeweihte
Die Keimzelle der NSDAP
Kampfzeit für Thule
"Trebitsch-Lincoln im Komplott mit Wilhelm ..."
Ein umherirrender Hund auf der Suche nach seinem Herrn
Hitler und die Heilige Zahl 7
Das Noviziat bei Meister Eckart
"Wir brauchen einen Diktator!"
Thule wird liquidiert
Letzter Schliff in Landsberg
Der Kampf der Götter
Der Mensch als werdender Gott
Weiße oder Schwarze Magie?
Jede Tat ist sinnvoll, auch das Verbrechen
Übermenschen, Untermenschen und Sklaven
Die Planlandschaften der Zukunft
Rassismus als Mittel zum Zweck
Magie gegen Intellekt
Die Gegenwelt aus Eis und Feuer
Gottmensch und Massenmensch
Die Juden und die Welt der bloßen Vernunft
Die Schwarze Orden
Himmlers "Jesuitenstaat"
Zuchtelite und Tötungsmaschine
Eine andere Welt, eine andere Moral, eine andere Ehre
Laienbrüder, Priester und Hohepriester
Die Gußform für die Gesellschaft der Zukunft
In der Sippe ewiger Kette bist du nur ein Glied ...
"Den Hauch des Bösen hat er nicht gesehn ..."
Götterdämmerung
Ein schlechter Stern über England

Und die im Dunklen sieht man doch ...
Die Verschwörung der Verschwörer
Im Zeichen des Dollars

Im Zeichen des Pentagramms
Bakunins "Oberster Freiheitskämpfer"
Das schielende Auge Gottes
Wenn nur die Zwecke erfüllt werden
Wir werden eine Weltregierung haben!
Und immer wieder: Der werdende Gott
Hitler und der Heilige Gral
Was suchte Himmler im Montségur?
Multinationale Kapitalisten und Banker: Die Templer
Die Hohe Schule der geheimen Macht
Reformation im Zeichen der Rose
Dein ist die Rache, o Herr!
Die Ritter der Vereinigten Staaten von Europa
Die verborgene Kraft der Geschichte
Die Gegenkirche
Die Weisen von Sion ...

Das Haus der Neuen Ordnung
Das Reich zerfiel ...

Nazis, CIA und Vatikan: Das Fundament
Ein multinationaler Konzern
Das Netzwerk
Die Moslem-Connection
Das Khomeini-Projekt
Welt-Theater am Persischen Golf
Der europäische Untergrund
Nationalismus + Sozialismus = Europa?
Am Anfang war ... die Korruption
Die Neue Weltordnung

Anhang
Anmerkungen
Bibliographie
Personen- und Sachregister

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Literatur-Auszug

(Hintergrund-Text zum Film "Ratlines", ARTE 1996)

Nazis, CIA und der Vatikan:

Das Fundament einer neuen Weltordnung

Am 10. August 1944 trafen sich im Straßburger Hotel ªMaison Rouge´ klammheimlich führende Vertreter des Dritten Reiches, Vertreter der deutschen Industrie, des Geheimdienstes SD und des Rüstungsministeriums, um endgültig Pläne in die Tat umzusetzen, die vermutlich ebenfalls seit 1943 existierten. Während Goebbels noch immer Endsiegparolen ausgab und Hitler nach wie vor und erst recht an das tausendjährige Reich, an ein auf seine Weise entrümpeltes und vereintes Europa glaubte, wurde in der Maison Rouge ein weitsichtiger Entschluß gefaßt, nämlich ein Gutteil des Reichskapitals in neutralen Ländern zu verstecken, weniger wohl zur Beseitigung des Geldüberhanges nach der Niederlage, sondern ªdamit nach der Niederlage wieder ein starkes deutsches Reich entstehen´ könne, wie es im sogenannten Straßburger Protokoll heißt. Ein halbes Jahr vor Kriegsende, damals also noch unter der Kontrolle von Nazi-Größen, wurde dann tatsächlich bereits damit begonnen, enorme Summen ausser Landes zu schleusen. Die Schätzungen (etwa der russischen Prawda) gingen bis zu fünf Milliarden Dollar allein in Schweizer Banken eingelagerten deutschen Volks- und Reichsvermögens,1007 sieht man von den Kriegsgewinnen diverser Banken ab, die über die Bank von Hermann Abs nach Argentinien transferiert und später von Tarnorganisationen wie der World Commerce Corporation sozusagen unter dem Schutz eines euro-amerikanischen Geheimdienst-Konsortiums in irgendeiner Weise reinvestiert worden waren.

Einige Vorarbeiten für die später mehr oder weniger gerüchteweise unter dem Namen ªODESSA´ bekannt gewordenen Operationen hatte sicherlich auch der im Zusammenhang mit den Aktivitäten Allen W. Dulles' schon erwähnte Schweizer Francois Genoud im Verein mit einer unter Einfluß Martin Bormanns eingerichteten und bis Ende der vierziger Jahre existierenden Firma Gebr. Diethelm geleistet. Genoud verfügte bereits 1943 über die für eine derartige Operation notwendigen Verbindungen zur Bankenwelt, aber auch ins aufnahmebereite Ausland. So hatte Genoud schon 1936 die Basis für seine vielfältigen Beziehungen zum Nahen Osten und zur Arabischen Welt gelegt, als er im Zuge einer ausgiebigen Nahostreise die Bekanntschaft des Großmuftis von Jerusalem und Hitler-Verehrers Al-Husseini gemacht hatte. Unmittelbar nach Kriegsende war Genoud wesentlich daran beteiligt, die Operation des nach wie vor bestehenden Nazi-Netzwerkes nach Lateinamerika, insbesondere nach Argentinien auszudehnen, wobei auch Hans-Ulrich Rudel eine Rolle spielte und die Operationsbasis für Klaus Barbie ebenso geschaffen wurde wie für den späteren Großmeister der Propaganda due, Licio Gelli.

Ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle spielte dabei auch der verhinderte Gralssucher und Mussolini-Befreier Otto Skorzeny, der aller Wahrscheinlichkeit nach schon während des Krieges als Einflußagent vor allem der britischen Dienste tätig war, und dem nach dem Krieg die Aufgabe zugewiesen wurde, die Übergabe diverser SS- und Abwehrnetzwerke in die Hände der angloamerikanischen Dienste OSS bzw. CIA und SIS zu organisieren. Wie Genoud hatte auch Skorzeny, der mit einer Nichte von Hjalmar Schacht verheiratet war, die in den siebziger und achtziger Jahren zusammen mit Genoud in verschiedene Finanzschiebereien verwickelt war, zahlreiche Verbindungen in den Nahen Osten. Seine Nachkriegsoperationen erstreckten sich beispielsweise auf König Faruks Ägypten, König Senussis Libyen und durch Kontakte mit der Familie Khalil auf Kuwait. Dank dieser Verbindungen, vor allem zur Familie Khalil, war Skorzeny in der Lage, eine Reihe von Projekten im Nahen Osten zu finanzieren. So etwa wirkten ein Sohn der Familie Khalil und Skorzeny nach dem Krieg gemeinsam an dem ägyptischen Raketenbauprogramm mit. Der 1975 verstorbene ehemalige Generalmajor der Waffen-SS, der nach dem Krieg von Spanien aus operierte, war unter anderem der Begründer der Organisation ªCedade´ (Circulo Espanol de Amigos de Europa = Kreis der Freunde Europas), die eine wesentliche Rolle im Netzwerk einer der wichtigsten Nazi-Nachkriegs-organisationen spielte, der ªNeuen Europäischen Ordnung´, die nach wie vor eine wichtige Kontaktstelle innerhalb der Schwarzen Internationalen ist.1008 Zusammen mit einem Mitarbeiter namens Wermuth baute Skorzeny ein internationales Netz logistischer und finanzieller Beziehungen aus, das vielfach mit Genouds Aktivitäten zusammenfiel. Mit seiner Madrider Firma ADSAP war Skorzeny zum Beispiel in zahlreiche Waffen- und Drogenschmuggel-Operationen nach Wien und Paris beteiligt, über die in den sechziger Jahren die Finanzierung sowohl der französischen OAS als auch der algerischen FLN abgewickelt wurde. Genouds wie Skorzenys Operationen überlappten sich teilweise mit den Aktivitäten der Nazi-Terror-lnternationale mit den Schlüsselpersonen Stefano della Chiaie, Klaus Barbie, Joachim Fiebelkorn und den türkischen ªGrauen Wölfen´, ebenso wie mit den Aktivitäten der Moslembrüder und palästinensischen Organisationen. Doch das gehört schon fast zur Gegenwart. Zunächst galt es, nicht nur jene gewaltigen Summen in Sicherheit zu bringen, sondern auch Tausende von SS- und NS-Führern ins sichere Ausland zu evakuieren, vorzugsweise nach Marokko, Spanien und Lateinamerika, und den Nazi-Apparat international zu regruppieren.

Ob auch von diesem Geld tatsächlich etwas in das Wirtschaftswunderland Deutschland zurückgeflossen ist, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Sicher indessen ist, daß im Laufe von eineinhalb Jahren mit einem Teil des ins Ausland transferierten Kapitals mindestens 750 getarnte Firmen in der Schweiz, in Portugal, Spanien, Argentinien und in der Türkei erworben wurden. Ein Teil des Nazi-Geldes wurde für Tausende NS-Exilanten zum Grundstock ihrer zweiten Existenz, ein Gutteil davon floß in die Kassen des Vatikans, in die Taschen lateinamerikanischer Diktatoren, allen voran der Argentinier Peron, und vor allem auch in die Taschen eines Mannes namens Licio Gelli, den man bald darauf ªIl Burratinaio´ nennen sollte, den ªMann, der die Puppen tanzen läßt´, dem Juan Peron nach seiner Rückkehr an die Macht im Beisein von Italiens Ministerpräsident Andreotti auf den Knien dankte, der Mann, der Zugang zu allem und jedem im Vatikan haben wird, der Mann, der für die CIA arbeitete, der beim Antrittsball Reagans als Ehrengast glänzte: Licio Gelli, Malteserritter, Papstmacher, Großmeister der Freimaurerloge Propaganda due.

Abgesehen von den von Genoud und anderen Organisationen wie möglicherweise ªODESSA´ getroffenen organisatorischen Vorbereitungen, waren es vor allem der Vatikan und einzelne Fraktionen der angloamerikanischen Geheimdienste, die es Tausenden Nazis ermöglichten, sich über die von den angloamerikanischen Geheimdienstlern ªRatlines´ genannte ªKlosterroute´ zwischen Österreich, Italien, Lateinamerika, Kanada, Australien und den USA in Sicherheit zu bringen, während die Behörden von Westdeutschland, Italien, Österreich, Frankreich, der USA und der Sowjetunion zumindest offiziell damit beschäftigt waren, nach Nazi-Verbrechern zu fahnden.1009

Die alte Mär, wonach es die geheimnisvollen SS-Organisationen ODESSA und DIE SPINNE gewesen seien, die die Massenflucht der Volksgenossen organisiert hätten, entspringt indessen eher den romantisierenden Vorstellungen von Romanautoren oder diente gezielter Desinformation.1010 Auch die vielfach vertretene Meinung, die aus den Tagen der mißglückten Friedensinitiativen herrührenden engen Kontakte zwischen SS und dem Vatikan seien der Grund gewesen, ist nur die halbe Wahrheit.

Ein Teil der Wahrheit aber ist es sicher, daß der Vatikan entweder von sich aus im Kalten Krieg mitmischen wollte oder, was auf jeden Fall später der Fall war, von den Briten und den Amerikanern benutzt wurde. Und Tatsache ist auch, daß der spätere Papst, der vatikanische Unter-Staatssekretär Montini, bereits während des Krieges von Papst Pius XII. damit beauftragt worden war, einen spezifischen vatikanischen Nachrichtendienst aufzubauen, vorgeblich, um sich um Vermißte, Flüchtlinge, und Kriegsgefangene zu kümmern, in Wirklichkeit aber, um sich für die aktive Teilnahme am unvermeidlichen Endkampf gegen den Bolschewismus vorzubereiten und eine katholische Armee für den bevorstehenden Endkonflikt zu rekrutieren.1011

Tatsache ist auch, daß sich bei Kriegsende zuallererst und in erster Linie der Vatikan um ehemalige Nazis sorgte. Und daß die Nazis nur aus humanitären und seelsorgerischen Gründen vatikanischer Hilfe und vatikanischer Reisedokumente teilhaftig geworden wären, ist bestenfalls eine Sonntagspredigt mit Märcheneinlage. ªDie Beweise bestätigen, daß eine kleine Clique von Vatikan-Angehörigen die Massenevakuierung faschistischer Flüchtlinge [...] organisierte. Unter der Leitung von Papst Pius Xll. überwachten vatikanische Würdenträger wie Monsignore Montini [...] eine der größten Justizbehinderungen in der modernen Geschichte.´1012 Bei der kleinen Clique handelt es sich zunächst um den aus Osterreich stammenden Bischof Alois Hudal, dem Rektor des Pontificio Santa Maria dell Anima, eines der drei Priesterseminare in Rom. Er war den Nazis kein Unbekannter. Er hatte öffentlich Hitler unterstützt und sich sogar in einem Buch mit den Vorzügen des Nationalsozialismus befaßt. Er organisierte die ersten Ratlines, die Nazi-Verbrecher über Österreich nach Genua und von dort in die Freiheit lateinamerikanischer oder arabischer Länder führten, versehen mit italienischen Identitätsausweisen, gefälschten Geburtsurkunden und Visa sowie Internationalen Rot-Kreuz-Pässen: beispielsweise Franz Stangl den Kommandanten von Treblinka, Gustav Wagner, Kommandant von Sobibor, Alois Brunner, Adolf Eichmann, Richard Klement, um nur einige zu nennen.1013 Auch Walter Rauff, der unmittelbar nach Kriegsende von der britisch-amerikanischen Special Counter Intelligence Einheit (SCI-Z) rekrutierte SS-Kontakt zu Dulles, war unter Hudals Klienten, der es ihm insofern dankte, daß er sich selbst an der Organisation der Rattenpfade beteiligte und einen Teil der dafür notwendigen Finanzen beisteuerte. ªAbgesehen von Rauffs Kontakten zu den Amerikanem und dem Vatikan auf hoher Ebene, dürfte sein Hauptanteil an Hudals Schmuggelsystem finanzieller Natur gewesen sein. Der Mann, der einst das Programm mit den mobilen Gaskammer-Lastwagen überwachte, wurde nun zum Geldwäscher, gemeinsam mit seinem früheren SS-Kollegen Frederico Schwendt. Schwendt gilt als einer der größten Geldfälscher der Geschichte: Während des Krieges hatte er Millionen von falschen Banknoten im Rahmen einer SS-Operation mit dem Codenamen >Wendig< produziert.´1014 Die ursprüngliche Absicht dieser Operation war vielleicht tatsächlich die Unterminierung und wenn möglich die Zerstörung der ökonomischen Strukturen der alliierten Staaten gewesen, doch schon als sich der Ausgang des Krieges abzeichnete, wusch Schwendt das Falschgeld über verschiedene Banken in saubere westliche Banknoten: Das war das Grundkapital für dieses erste, noch relativ unprofessionelle Fluchthilfe-Netzwerk. Über den Einsatz dieses Vermögens gibt es verschiedene Versionen. Nazi-Jäger Wiesenthal meint, daß Schwendt die Gewinne direkt an Rauff weitergegeben habe,1015 während sich der einstige NS-Jugendführer Alfred Jarschel daran erinnert, der zunächst in Mailand untergetauchte Rauff sei von Bischof Hudal im Juli 1945 gebeten worden, sich mit dem neuernannten Bischof Siri in Genua in Verbindung zu setzen. Von dessen Privatsekretär habe Rauff eine beträchtliche Summe sowie einen mit einem

syrischen Visum versehenen Rot-Kreuz-Paß bekommen. Worauf Rauff nach Mailand zurückgekehrt sei, um das Fluchthilfe-Netzwerk aufzubauen.1016 Auch hier dürfte die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen: ªAller Wahrscheinlichkeit nach verwendete Rauff Siris Geld, um die Gewinne aus den Geldwäsche-Operationen Schwendts zu erhöhen.´1017 Sicher jedenfalls scheint zu sein, daß in den nächsten Jahren zahlreiche der am meisten gesuchten Kriegsverbrecher über Rauffs Basis in Mailand zu Hudals Pontificio Santa Maria dell Anima und von dort zu Erzbischof Siri nach Genua gelangten. Dort wurden sie dann nach Lateinamerika verschifft.

Als 1947 Hudals Aktivitäten ruchbar wurden und zu einem Presseskandal auszuarten drohten, wurde er still und unauffällig aus dem Verkehr gezogen. Er war auch schon längst überflüssig geworden. Denn da war die Szene für eine weitaus professionellere und weitaus geheimere Operation aufbereitet, um Kriegsverbrecher und Quislingen aus sämtlichen europäuschen Ländern nicht bloß zu helfen, sondern um sie für einen neuen Krieg zu rekrutieren. ªOb nun Hudal eigenmächtig gearbeitet hatte oder nicht, seine Nachfolger waren eindeutig von höheren vatikanischen Stellen autorisiert´1018 Wie Hudal selbst, konnten sich auch seine Nachfolger dank vatikanischer Intervention alliierte Ausweise für ihre Klienten bedienen, sofern es ihnen nicht gelang, eine päpstliche Unterschrift unter einen vatikanischen Reisepaß zu bekomrnen, wie dies bei Martin Bormann der Fall war.

Hier zeigte sich, daß der Vatikan vor allem auch dann sehr aktiv wird, wenn Geld ins Spiel der christlichen Nächstenliebe kommt. Im Fall des wohl berühmtesten Flüchtlings unter dem Schutz und Schirm des Vatikans und des damaligen Papstes, nämlich Bormanns, wurde eine erkleckliche Summe an einen Franziskanermönch deutscher Herkunft bezahlt, der an der Organisation der Klosterroute wesentlich beteiligt war. Inwieweit bei Bormann der Umstand eine Rolle spielte, daß er sich mit dem späteren Papst Pius XII. während dessen Tätigkeit als Nuntius in Deutschland recht gut angefreundet hatte, mag dahingestellt bleiben.1019 Jedenfalls präsentierte im Mai 1948, als schon längst Briten und Amerikaner die vatikanischen Ratlines übernommen hatten und in Flüchtlings- und Kriegsgefangenenlagern ehemalige Nazis für ihre Zwecke rekrutierten, der als Jesuitenpater verkleidete Bormann vatikanische Papiere, die ihn als staatenlose Person auswiesen. Sie hatten die Nummer 073.909 und trugen die Unterschrift des Papstes persönlich. Eine beinahe makabre Kuriosität am Rande: Jesuitenpater Bormann hieß nunmehr ªEliezer Goldstein´ und stammte aus Polen ...

Damit gelangte Bormann heil nach Brasilien, und später konnten auch fünf seiner Kinder mit vatikanischer Hilfe Europa verlassen, nachdem sie einige Zeit im Kloster der Palottiner in Rom untergebracht waren.

Ein weiterer Fall vatikanischer Nächstenliebe besonderer Art ist der des stellvertretenden Kommandanten der pronazistischen Miliz von Lyon, Paul Touvier. Nach dem Krieg wurde zweimal gegen ihn verhandelt, und zweimal wurde er zum Tode verurteilt, allerdings in Abwesenheit, denn Touvier war zunächst einmal für fünfundzwanzig Jahre aufgrund eines besonderen Geschäftes mit dem Vatikan entkommen: Nachdem er sich nach Kriegsende bereit erklärt hatte, die gesamten noch verbliebenen, aus der Plünderung jüdischen Eigentums während der Besatzungszeit stammenden Geldmittel der Miliz dem Vatikan zu übergeben, wurde ihm dessen Schutz zugesagt. Und manchmal hält der Vatikan auch, was er verspricht:

Touvier besaß Identitätsausweise auf den Namen Paul Perthet, die darin angegebene Adresse war die des Erzbischofs von Lyon. Häufig trug Touvier/Perthet selbst eine Priestersoutane, und es gab mindestens ein Dutzend Geistliche, die sich um das Wohl des Nazis kümmerten, während die Resistance vergeblich nach ihm fahndete. 1962 tauchte er dann mit einem Gnadengesuch an den französischen Präsidenten Pompidou aus dem Untergrund des erzbischöflichen Palais wieder auf, unterstützt vom zuständigen französischen Kardinal, der sich überdies auch eifrig um für Touviers Rehabilitierung nützliche Information bemühte. Kaum wurde dieser Kardinal auf einen wichtigen Posten im Vatikan befördert, wurde Touvier auch tatsächlich begnadigt. Allerdings konnte Touvier seine Begnadigung nicht recht genießen, da Mitglieder der Resistance nach wie vor danach trachteten, die einst verfügten Todesurteile in die Tat umzusetzen. 1972 tauchte Touvier zunächst wieder unter. Dies waren nur zwei Einzelfälle, sieht man von Bormanns Verbindungen zu den finanziellen Transaktionen des Wirtschaftswunder-Bankiers Hermann Josef Abs während des Krieges ab.

Anders verhält es sich bei dem ªPoglavnik´ (ªFührer´) der faschistischen kroatischen Ustascha und des Nazi-Marionetten-Regimes, Dr. Ante Pavelic, der vor dem Krieg für den britischen Geheimdienst gearbeitet hatte 1020 und nun von dem bereits weitgespannten britisch-amerikanischen Intermarium-Netz aufgefangen wurde. Seine Flucht wurde von Pater Krunoslav Draganovic organisiert, einem prominenten Mitglied von Intermarium 1021 zweifellos einer der Schlüsselfiguren in diesem dunklen Kapitel der Nachkriegszeit. ªDraganovic Ratlines waren eine ausgeklügelte und professionelle Operation. Sie war außergewöhnlich gut organisiert und konnte Hunderte Flüchtlinge gleichzeitig betreuen. Einer von Draganovic wichtigsten Mitarbeitern schätzt, daß mehr als 30.000 Personen von Österreich über Rom und von dort über Genua in ihre neue Heimat in Südamerika und Australien geschleust wurden. Die meisten dieser Personen hatten eine überaus dunkle Vergangenheit. Sie waren kein Teil irgendeiner

exotischen SS-Bruderschaft: Tatsächlich waren fast alle an der Organisation dieser Ratlines Beteiligten katholische kroatische Priester.´1022 Während die Mehrheit der Intermarium-Führer führende Ex-Faschisten waren, die für den britischen oder französischen Geheimdienst und teilweise für Turkul oder direkt für die Sowjets gearbeitet hatten.1023

Der rumänische Nazi-Außenminister Gregorij Gafencu, der polnische Botschafter beim Vatikan, Casimir Papee, Monsignor Bucko, der spirituelle Führer der ukrainischen Widerstandsbewegung, oder der frühere slowakische Außen- und Innenminister und gesuchte Kriegsverbrecher Ferdinand Durcansky waren seit Vorkriegszeiten britische Intermarium-Agenten, wieder Führer der ukrainischen Nationalisten, Stephan Bandera oder der Führer der Galizischen SS, General Shandruck, auch. 1024 Und die meisten, die über die Ratlines in Sicherheit gebracht wurden, waren auch keine Deutschen. ªDie meisten Nazi-Massenmörder waren nicht unbedingt Deutsche. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Zehntausende aus Zentral- und Osteuropa, die genauso schuldig waren wie ihre deutschen Schutzherren. Sie waren die Führer von Nazi-Marionetten-Regimes Verwaltungsbeamte, Polizeichefs und Mitglieder lokaler Polizeieinheiten, die desgleichen am Holocaust beteiligt waren. Viele von ihnen waren auf der Schwarzen Liste der Alliierten, entweder weil sie persönlich an Kriegsverbrechen beteiligt waren, oder weil sie Mitglieder von Einheiten waren, die das blutige Werk der Nazis vollbrachten.´1025 Einer von diesen war zweifellos Pavelic. Seine Ustascha stand bekanntlich im Bezug auf die von ihnen an Serben, Muselmanen und Zigeuner verübten Greueltaten den Deutschen wahrhaftig in nichts nach, ja sie trieben es vielfach in einem geradezu psychopathischen Sadismus so weit, daß es selbst manchem deutschen Besatzer zuviel wurde. ªBei diesen Greueltaten war freilich auch ein Teil des katholischen Klerus Kroatiens zur Stelle -galt es doch, die Unterwanderung durch gottlose Bolschewiken abzukehren und die heidnischen Serben dem rechten Glauben zuzuführen: So wurden allein in der Kirche von Galina 1200 Serben ermordet, die man dorthin gebracht hatte, um sie zum Katholizismus zu bekehren.´1026 Mehrere Bischöfe saßen in der Tat im Ustascha-Parlament, Kleriker fungierten als Polizeichefs und als Offiziere in Pavelic' Leibwache, wie beispielsweise der Jesuit Dragutin Kamber, der in dem Netzwerk der Nazi-Rettung neben Pater Dominik Mandic und einem Priester namens Petranovic dann eine der Hauptrollen spielte Er war Polizeichef von Doboj (Bosnien) und höchstpersönlich für den Mord an Hunderten orthodoxer Serben verantwortlich.1027 Draganovic selbst war zwar kein Massenmörder, immerhin aber auch ein gesuchter Kriegsverbrecher und einer der Hauptverantwortlichen für die Zwangsbekehrung der Serben. Darüber hinaus war er während des Krieges als Ustascha-Repräsentant nach Rom entsandt, wo er Zeit hatte, die Flucht seines Meisters Pavelic und seiner Landsleute vor jenen Leuten vorzubereiten, die nach dem Krieg nicht verstehen sollten, was Gottes eigentlicher Wille war.

Organisatorisches Zentrum der vatikanischen Ratlines in Rom war das Institut der Bruderschaft von San Girolamo in Rom, deren Sekretär Draganovic war.1028 Dort und in Castell Gandolfo, wo sich auch der Sommersitz des Papstes befindet, hatte sich bald die gesamte Ustascha-Führung praktisch vor den Nasen der offiziellen Behörden und der Alliierten auf extraterritorialem Vatikan-Gebiet zusammengefunden.

Geschützt und gedeckt von den Briten und mit Hilfe von Draganovic gelang es Pavelic schließlich, von Österreich nach Rom und von dort nach Argentinien zu entkommen, wo er sich eines freundlichen Empfangs durch den Gelli-Freund Peron sicher sein konnte. Vor Argentinien aus versuchte Pavelic mit Unterstützung des britischen Geheimdienstes, des Vatikans und nicht zuletzt der damaligen österreichischen Regierung, die Ustascha zu reorganisieren und eine Untergrundarmee aufzubauen, die als neue Kreuzzügler ªKrizari´ den Kampf gegen das Tito-Regime führen sollte. ªBereits 1944 hatte Pavelic begonnen, mit Hilfe katholischer Priester Gold und Devisen in die Schweiz zu transferieren. Ein Teil des von der Ustascha zusammengeplünderten Schatzes wurde von dem britischen Leutnant Colonel Johnson zur Finanzierung der Krizari nach Italien gebracht. Ein anderer Teil ging über Dragonovic nach Rom und wurde ebenfalls zur Finanzierung des Terroristen-Netzwerkes verwendet.´1029

Dies war allerdings nur ein Teil des finanziellen Netzes, mit dem die mit Hilfe des britischen SIS reorganisierte Ustascha operierte. Über hohe kirchliche Würdenträger erhielt das Krizari-Kommando direkt vatikanisches Kapital. Etliches davon wurde dazu verwendet, um die italienische Regierung unter Alcide de Gasperi dazu zu ªbewegen´, die für den Anti-Tito-Kreuzzug notwendigen Waffen zur Verfügung zu stellen. Neben Triest war vor allem Österreich der Ausgangspunkt der meisten Aktionen. Die Hauptbasis in Österreich war Troifach, von wo aus unter der direkten Leitung von Ante Pavelic und Pater Draganovic die Terror- und Spionageoperationen gegen Jugoslawien organisiert wurden.

Es ging dabei nicht um den Kampf gegen das Tito-Regime sondern nach wie vor um den Kampf gegen die serbische Orthodoxie. Da erhielt die Welt schon wieder eine Probe für den nächsten Akt des Welttheaters. Unmittelbar nach Kriegsende hatten Ustascha-Emissäre die päpstliche Mission in Salzburg in der amerikanischen Besatzungszone kontaktiert und angefragt, ob der Papst bereit sei, entweder die Schaffung eines unabhängigen kroatischen Staates zu unterstützen, oder eine Donau-Adria-Union, innerhalb derer sich Kroatien eine Entwicklungsmöglichkeit böte.1030 Wie die italienische Regierung unter de Gasperi, die nicht nur ihren Sicherheits- und Geheimdienstapparat für die Ratlines zur Verfügung stellte (der in diese Operationen sowieso von allem Anfang an eingebunden war), sondern zwecks Verwirklichung der Intermarium-Pläne im Verein mit Vatikan, Großbritannien und USA auch ausländische Regierungen zu unterwandern versuchte, 1031 unterstützte, wie erwähnt, auch die österreichische Nachkriegsregierung voll diese Pläne und natürlich auch die Aktionen der Krizari. Die österreichische Intermarium-Verbindung war mit großer Sicherheit der spätere UN-Generalsekretär und österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim.1032 Wobei es schon fast nicht mehr verwundert, daß es Allen Dulles' Schwiegersohn, der damals für den amerikanischen OSS tätige spätere Verleger Fritz Molden war, der der österreichischen Regierung einen vor allem hinsichtlich seiner Kriegsvergangenheit getürkten Lebenslauf Waldheims untergejubelt hatte.1033 Eine andere Intermarium-Anlaufstelle während der Ustascha-Kreuzzüge gegen Tito war der Salzburger Erzbischof Rohracher.1034 Vor allem war er es schließlich, der sich bei den alliierten Autoritäten in Österreich für die Ustascha einsetzte und diese für das Angebot der Ustascha-Führung zu erwärmen suchte, sich in ihrem antikommunistischen Kreuzzug voll der anglo-amerikanischen Führung zu unterstellen. Da brauchten sie nicht lange zu warten. Allen voran die Briten nahmen diese Offerte augenblicklich ohne zu zögem und dankend an. Denn sie hatten schließlich die besten Erfahrungen in derlei Kooperationen mit vom Vatikan abgesegneten Operationen, vor allem mit Intermarium: Diese Organisation war ªvoll mit Priestern, Mönchen, Brüdern und Schwestern einer ganzen Reihe von Orden, einschließlich Jesuiten, Benediktiner, Franziskaner. Sie betätigten die Druckerpresse für die falschen Identitätsaüsweise, koordinierten das Netzwerk von Klöstern, die als sogenannte >sichere Häuser< dienten, sie wuschen Geld und, vielleicht das wichtigste, sie organisierten eine überaus effiziente Propaganda-Karnpagne, die Hand in Hand mit den britischen Interessen ging. Von den Krizari bis zur OUN [Anm: Organisation Ukrainischer Nationalisten], von der Baltischen See bis zum Schwarzen Meer, organisierten katholische Geistliche ein für den britischen Nachrichtendienst lebenswichtiges Spionage-Netzwerk.´1035 Darüber hinaus waren sie dank ihrer Intermarium-Agenten wie Draganovic ohnedies schon längst im Zentrum des Zyklons.

Denn Pavelics Krizari waren tatsächlich nur ein Teil viel weiter gesteckter Umtriebe, die der Vatikan gemeinsam mit den westlichen Nachrichtendiensten in der Nachkriegszeit in Szene setzte und die, kombiniert mit den Aktivitäten etwa Allen Dulles' wohl einige Rückschlüsse zulassen. ªWährend Angleton und Dulles über den Vatikan Millionen Dollars nach Italien schleusten, um einen Sieg der Kommunisten bei den Wahlen zu vereiteln, verhalf der Vatikan Zehntausenden von Nazis zur Flucht in den Westen, wo sie als >Freedomfighters< ausgebildet werden sollten.´1036 Eine Hand wäscht eben die andere, sieht man einmal davon ab, daß die Absichten der treibenden Kräfte im Vatikan und diejenigen Dulles' ja sowieso nahezu deckungsgleich waren, vielleicht sogar dank des ClA-Mannes in Rom und unbedingten Dulles-Anhängers, James Jesus Angleton und dessen enger Beziehungen zu Monsignore Montini. Dieses ganze Geschehen war jedenfalls das Ergebnis eines bemerkenswerten Deals zwischen Allen Dulles und dem Vatikan, der durch Angleton zustande gekommen war; oder vielmehr auch dank der Informationen über die päpstlichen Absichten und politischen Vorstellungen, die dessen Unterstaatssekretär Montini brühwarm an die Amerikaner weiterzuleiten pflegte, wie vor noch nicht allzulanger Zeit deklassifizierte ClC-Dokumente beweisen.1037

Der Handel war für alle Seiten zufriedenstellend: Über die von Dulles und seine Freunde kontrollierte Special Projects Division des State Departments begannen die ersten von vielen Millionen Dollar an die italienischen Christdemokraten wie überhaupt nach Italien zu fließen, vordergründig, um die Möglichkeit eines kommunistischen Erfolges bei den Wahlen im Jahr 1948 im Keim zu ersticken, die den Vatikan naturgemäß um Privilegien und politischen Einfluß neben allen möglichen anderen Folgen für das Seelenheil der Italiener fürchten ließ.

Dafür bekamen nun Angleton und Dulles die vatikanischen Ratlines für ihre eigenen Zwecke. Denn Dulles brauchte unbedingt dieses Evakuierungsnetzwerk, um die von der DDU in Bayern versteckten Kriegsverbrecher und vor allem die wachsende Anzahl von Turkuls Nazi-Agenten in den österreichischen Flüchtlingslagern in Sicherheit bringen zu können, ohne beim CIC in Frankfurt oder bei den ªLiberalen´ im OSS bzw. nach 1947 bei den ªLiberals´ der CIA anzuecken. Der Handel galt, auch Pater Draganovic war einverstanden, wenn auch nicht selbstlos: Wenn er half, die Nazis der Amerikaner in Sicherheit zu bringen, dann müßten auch die Amerikaner ihm behilflich sein, seine Nazis in sichere und freundliche Gefilde zu bringen. Indirekt dank des Schlächters von Lyon, K]aus Barbie, konnte sich Dulles die für Massen-Evakuierungs-Operationen dieser Art ungemein wichtige Quelle sichern, nämlich die vatikanische Haupt-Quelle fur die Rot-Kreuz-Pässe, die den damit ausgestatteten ªFreedomfighters´ endlich die notwendige Bewegungsfreiheit verschafften: Dulles' alter und dankbarer Freund Poncet, wie bereits früher erwähnt, de Gaulles Intermarium-Verbindung zum Vatikan, Hochkommissar in Deutschland, französischer Repräsentant beim IRK und später dessen Präsident und vor allem: Barbies und der Gestapo heimlicher Informant zur rechtzeitigen Säuberung der Resistance von für die künftige Friedensordnung schädlichen Kommunisten. 1949 wurde der erste Nazi-Freedomfighter von dem OPC-Mann Carmel Offie in den USA empfangen. Sein Job war es, für diesen und weitere ªantikommunistische Emigranten´ unter anderem Jobs bei Radio Liberty und The Voice of America zu beschaffen.1038

Zirka 10.000 solcher Freiheitskämpfer aus dem Dritten Reich sollten ihm bald nachfolgen.

In der Tat: Andere ªKatholische Armeen´ standen nun bereit um gegen die kommunistischen Regierungen in Zentral-und Osteuropa zu kämpfen. ªIn der Tschechoslowakei, Polen, in den Baltischen Staaten und in der Ukraine operierten geheime Nazi-Gruppen in enger Verbindung mit den Krizari.´1039 Eines dieser Netzwerke war der Antikommunistische Block der Nationen, den der britische Doppelagent Kim Philby bereits 1946 reorganisiert hatte und in dem nun alle vereint waren: Intermarium, das britische Prometheus-Netz mit den ukrainischen Nationalisten Stepan Banderas einschließlich der Belorussischen SS-Division Belarus und der Galizischen SS unter General Pavel Shandruck, die durch die persönliche lntervention des Papstes für den neuen Kreuzzug gerettet worden war.1040 Als ªFreiheitskämpfer´ bereit stand nun auch Prinz Turkuls von Allen Dulles' über das American Committee for the Liberation of the Peoples of Russia (Radio Liberty) mit Millionen von Dollar finanzierte Netz von Agenten,1041 die wie Philbys Leute allen Herren dienten.

Dahinter steckte System. Während CIC und Teile der CIA Philbys ABN-Nazis ganz im Sinne des Kalten-Kriegs-Schemas als potentielle Sowjetspione auszuschalten versuchten, brachte sie Dulles über die DDU und die Organisation Gehlen wieder in die amerikanischen Dienste zurück. Mehr noch: Daß Philbys Leute verdächtig waren, ermöglichte Dulles, sich ungehindert des Turkul-Netzes zu bedienen. Wie die durch das Windsor-Geheimnis geschützte Cambridge-Connection im britischen Geheimdienst, sorgten Angleton & Co dafür, daß jeder Hinweis auf eine mögliche Infiltrierung von Turkuls Organisation aus den CIA-Akten verschwand. Informationen, die vom üblichen Standpunkt wichtig im lnteresse der so häufig zitierten Sicherheitsinteressen der USA waren, erreichten wohl ªhöherer Endzwecke´ wegen niemals die Schreibtische der verantwortlichen CIA-Analytiker, deren Job es war, in der Sowjetunion das zu sehen, was jeder sehen sollte: eine angeblich tödliche Bedrohung. Philby akzeptierte der ªhöheren Interessen´ wegen sein ªAgentenopfer´, ebenso wie vor ihm KLATT verstanden hatte, daß er von Turkul denunziert werden mußte. Andere, wie Stepan Bandera beispielsweise, wurden im Dienste an der Sache auch physisch liquidiert.

Nun, die ªBefreiungsaktionen´ sowohl der Krizari wie jene von Allen W. Dulles' ªFreedomfighters´ endeten dank Anatol Turkuls Umsicht stets in einem kalkulierten Desaster, derweil die ultrageheime Organisation GLADIO mit Leuten wie dem späteren P2-Chef Licio Gelli im Westen dafür sorgte, daß die Dinge ªrechtens´ liefen.1042 Die kommunistischen Regierungen waren stets vorbereitet. Und die solcherart provozierten Aktionen gaben Stalin und Genossen vor allem die Möglichkeit, mit echten Oppositionellen aufzuräumen und tatsächlichen Widerstand im Keim zu ersticken.

Der Vatikan ist in dieser Angelegenheit durchaus nicht unschuldig und auch nicht aus naivem Glauben hineingeschlittert. Montini und auch Pius XII. waren viel zu erfahrene Diplomaten, um sich der Konsequenzen ihrer Handlungen nicht bewußt zu sein. Der Vatikan wird sich von der künftigen Geschichtsschreibung zumindest den Vorwurf nicht ersparen können, als Erfüllungsgehilfe der Weltordnungsbande seine religiöse Autorität mißbraucht zu haben. Aber vielleicht ist gerade das die Rolle, die der Vatikan seit Jahrhunderten zu spielen hat. In diesem Fall hat er sie gut gespielt: ªAbgesehen von einigen Erfolgen in der italienischen Politik, spielte die vatikanische Diplomatie eine signifikante Rolle bei der Diskreditierung der legitimen antikommunistischen Bewegungen in Zentral- und Osteuropa. Intermarium war ein Akt des Krieges, und die menschlichen Verluste, die durch den Vatikan während des Kalten Krieges verursacht wurden, waren weit größer als die der Canaris-Gruppen im Zweiten Weltkrieg. Durch die Wiederholung des Irrtums mit dem Schwarzen Orchester halfen sie ungewollt den Kommunisten, die Kontrolle zu behalten.´1043

ªAls die faschistischen Rekruten hinter den Eisernen Vorhang zurückgeschickt wurden, lief alles schief. Die Waffen, die über den Vatikan in den Osten geschleust wurden, wurden prompt entdeckt und beschlagnahmt. Das NaziProjekt endete mit dem Verrat von Tausenden von unschuldigen Antikommunisten.´1044

Der Vatikan und Dulles' Friedenskämpfer hatten ganze Arbeit geleistet. 1959 waren auch die gutgläubigen Reste des amerikanischen Geheimdienstes und der anderen westlichen Dienste hinter dem Eisernen Vorhang eliminiert. Der Ostblock und der Westblock waren fest etabliert und mehr oder weniger unter Kontrolle. (Und was in diesem Kontrollsystem gegenseitiger Bedrohung für Westeuropa der sowjetische Hammer, das war für Moskau u.a. die Viererbande im fernen Peking; dies nur nebenbei, denn das gehörte zu einer ªWeltgeschichte´ des 20. Jahrhunderts.)

Das alles ist indessen keineswegs Vergangenheit, es spielt in vielfacher Hinsicht in die Gegenwart herein und wird es wohl auch künftig tun. Die damals entwickelten Strukturen existieren noch heute, die Ratlines, Networks und Geldwäscher-Kanäle von damals sind nach wie vor aktiv und werden - den neuen Verhältnissen angepaßt- auch genutzt.

Wie noch zu sehen sein wird, und wie auch Penny Lemoux in ihrem Buch In Banks we Trust feststellt, waren dieselben Leute, die etwa an Angletons und Dulles' Geldwäsche-System beteiligt waren, auch in die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch diverser Vatikan-Banken involviert.1045 Das war freilich auch keine isolierte Affäre.

Die Ereignisse von damals ziehen noch viel weitere Kreise auf verschiedenen Ebenen des aktuellen Zeitgeschehens. Einige Beispiele mögen dies im Einzelfall verdeutlichen, und vor allem einen Eindruck davon geben, wie die Dinge zusarnmenhängen:

Der Kreuzzug der Krizari von damals beispielsweise fand zweifellos bis in die Jugoslawienkrise der postkommunistischen Ära hinein seine Fortsetzung, wo sich die kroatischen Ustascha-Einheiten mit neonazistischen Söldnern aus ganz Europa ungeniert zu ihrer faschistischen Vergangenheit bekennen konnten, während sie ihr Unwesen trieben. Es herrscht deswegen weder in den Medien noch sonstwo besondere Aufregung - man hielt das bestenfalls für exotisch. Es hat auch niemals sonderlich Aufregung verursacht, als der für hunderttausende Morde im kroatischen Vernichtungslager Lasanovic verantwortliche ehemalige Chef des 3. Polizeidezemates des Ustascha-Regimes in Kroatien, Vjekoslaw Luburic, unter dem Codenamen Max sein Unwesen in Europa trieb. Von Spanien aus, wo er es dank Heirat zum Chef des spanischen Verlagshauses Drina gebracht hatte, organisierte er im Zuge diverser Führungskämpfe zahlreiche Bombenanschläge und Attentate auch gegen ehemalige Ustascha-Kumpane in Westdeutschland, die dann von deutschen Politikern dem titoistischen Sicherheitsdienst zugeschrieben wurden.

Ein anderes Beispiel mag veranschaulichen, wie sehr die Vergangenheit auch ihre Schatten auf das zerfallene Jugoslawien geworfen hat, und es zeigt deutlich auf, wie die Kräfte aus dem ªReich´ ihren Einfluß auch ªdanach´ auf höherer diplomatischer Ebene zu nutzen imstande gewesen sind. Nicht alle Leute aus der Pavelic-Ära mußten sich mit dem Gewehr in der Hand an dem britisch-vatikanischen Kreuzzug gegen den übrigens ab 1944 sowohl vom britischen Special Operations Service (SOE) als auch von Churchill selbst gegen General Mihailovic unterstützten Tito beteiligen.1046 Viele von ihnen brachten es mit geringfügigen Kurskorrekturen zu angesehenen und gar einflußreichen Positionen in Westeuropa, was angesichts der bereits erläuterten Zusammenhänge nicht verwunderlich ist. Auf eine derartige Metamorphose stieß Bernt Engelmann bei Recherchen über den deutschen Multimillionär Georg von Walburg zu Zeil und Trauchenburg und dessen Anhang, worauf Engelmann (und zwar ohne deshalb ein gerichtliches Verfahren an den Hals zu bekommen) niederschrieb, was man sich vorher nur hinter vorgehaltener Hand erzählt hatte:1047 ªAlfons Dalma zum Beispiel, heute Chefredakteur des österreichischen Rundfunks [Anm. d. Verf.:der langjährige politische >Chefkommentator der Nation< verlor diesen Job 1974 im Zuge einer ORF-Reform], zuvor politischer Berater des Franz Josef Strauß und Mitherausgeber des Bayernkurier, noch früher (unter seinem richtigen Namen Stefan Tomicic) Ideologe der militanten antisemitischen und klerikal-faschistischen Ustascha-Bewegung Kroatiens, bezog jahrelang monatlich 2000 DM Salär aus fürstlichen Kassen, abgerechnet über die Tageszeitung Der Allgäuer.´1048 Daß Tomicic/Dalma, unter seinem ªPoglavnik´ Pavelic einst auch Presseattache an der Ustascha-Botschaft in Hitlers Reich, im Zuge der Jugoslawienkrise im Sommer 1991 offizieller Reise-Begleiter des österreichischen Außenministers Alois Mock bei dessen diplomatischen Sondierungen war, zeigt, daß die Gegenwart in der Tat nicht von der Vergangenheit zu trennen ist.

Dies zeigt sich auch auf einem anderen Schauplatz: Eine bedeutsame Rolle bei der Fluchthilfe für die Nazis teils in Zusammenarbeit mit vatikanischen Agenten, teils im Dienste des OSS bzw. der CIA spielte niemand geringerer als Licio Gelli, der Mann, der wenig später zwischen Lateinamerika und Europa wahrhaftig die Puppen tanzen lassen sollte. Gelli selbst ist ein Paradebeispiel dafür, daß in der Zwielichtzone der höheren und allerhöchsten Politik eben nicht nur Gut und Böse an sich zwei sehr relative Begriffe sind, sondern auch Freunde und Feinde sich nicht nur begrifflich sondern auch praktisch überlappen.

Seine Karriere startete der 1919 in der mittelitalienischen Stadt Pistoia geborene Gelli als siebzehnjähriger fanatischer Antikommunist. Gemeinsam mit seinem Bruder kämpfte er in den Reihen der italienischen Schwarzhemd-Divisionen in Spanien Seite an Seite mit General Francos Truppen gegen die Kommunisten. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kämpfte er in Albanien, trat später in die Waffen-SS ein und brachte es dabei bis zum Obersturmbannführer. Als ªVerbindungsoffizier´ der Nazis gehörte es zu seinen Aufgaben, italienische Partisanen aufzuspüren und an seine deutschen Befehlshaber zu verraten. Schon da zeigte sich, daß Gelli bei allem antikommunistischen Fanatismus einen kühlen Kopf mit Sinn auch für das Materielle hatte: So stahl er ganz nebenbei einen beträchtlichen Teil des in der italienischen Stadt Cattaro versteckten jugoslawischen Staatsschatzes und schaffte ihn fort. Sein Antikommunismus indessen verringerte sich stückchenweise mit dem für die Achsenmächte negativen Fortgang der Ereignisse: Gelli begann vorsorglich mit den größtenteils kommunistischen Partisanen zusammenzuarbeiten, indem er sie vor den Deutschen warnte, ehe er sie an diese verriet.

Als der Krieg zu Ende war, rettete sich Gelli mit dem Versprechen, auch weiterhin für die Kommunisten zu spionieren, das Leben. Eine antifaschistische Spruchkammer in Florenz erklärte auf eine diskrete Intervention der Kommunisten hin diverse Zeugenaussagen, Gelli habe während des Krieges italienische Patrioten gefoltert oder gar ermordet, für nicht ausreichend glaubwürdig. Solcherart entlastet, machte er sich sofort daran, die Flucht untergetauchter Nazis gegen 40 Prozent von deren Barschaft zu organisieren, gemeinsam übrigens mit Pater Draganovic.1049

Gelli war es, der mit Draganovic im Auftrag von Allen Dulles DDU und der CIC 1951 Barbies Ausschleusung organisierte, wobei zur Ehrenrettung des Counter Intelligence Corps der US Army gesagt werden muß, daß die allgemein verbreitete Ansicht, Barbie hätte dem CIC bis 1951 als Informant gedient, nur teilweise stimmt. Das CIC war von Dulles und den DDU-Leuten hereingelegt worden.1050 Danach jedenfalls machte der ehemalige Gestapo-Chef in Lateinamerika, vor allem in Bolivien Karriere, wo er als Sicherheitsberater einem Oberst Gomez seine Erfahrungen zur Verfügung stellte und eine private Kampftruppe mit dem vielsagenden Namen ªBräute des Todes´ auf die Beine stellte, die auf Bestellung mit dem Segen der bolivianischen Regierung politische Morde ausführte. Es ist anzunehmen, daß dabei Barbies Beziehungen zu den Verteidigern der Freiheit und der Demokratie und Kämpfern gegen den Kommunismus in Lateinamerika, den ªRambos´ von der CIA, auch nicht abgebrochen sind.1051

Zwischendurch machte sich Barbies Truppe um die ªRationalisierung´ der bolivianischen Kokainindustrie verdient, vor allem durch die Ausschaltung der Kleinhändler, so daß die großen Haie des Geschäftes, die sich der Protektion der Junta erfreuten, ungestört abkassieren konnten. 1965 stieg Barbie dann auch in das internationale Waffengeschäft ein, nicht nur für Bolivien, auch für andere südamerikanische Regierungen und für- Israel.1052

In dieser Eigenschaft wurde er zum Geschäftspartner jenes Mannes, der ihm nach dem Krieg im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes zur Flucht verholfen hane: Licio Gelli, dessen Netze inzwischen schon die gesamte Machtstruktur des ªExerzierfelds der braunen Internationale´,1053 nämlich Italiens umschlangen und der in seiner Eigenschaft als offizieller Wirtschaftsberater der argentinischen Regierung ebenfalls mit Waffengeschäften großen Stils beschäftigt war, wenn er nicht zwischendurch für den italienischen, amerikanischen oder sowjetischen Geheimdienst spionierte oder mit Erzbischöfen und Kardinälen speiste und über vatikanische Geschäfte sprach.

Mit Gelli schließt sich ein Kreis, der wiederum nahtlos in einen größeren übergeht. Daß Gelli beste Beziehungen zum Weißen Haus hatte, kommt auch nicht von ungefähr:

ªAls Dulles nach dem Weltkrieg sein Netzwerk aus faschistischen >Freedomfighters< etablierte, war er auch besonders damit beschäftigt, aufstrebenden jungen Amerikanern unter die Arme zu greifen und in seinem Sinne zu fördern. Eine seiner ersten Entdeckungen war ein Mann namens Ronald Reagan. Während der fünfziger Jahre war Reagan folgerichtig der öffentliche Sprecher der Dullesschen Tarnorganisation Crusade for Freedom.´1054

Als Gouverneur von Kalifornien wußte Reagan wohl zu wenig über die massenmörderische Vergangenheit der kroatischen Ustascha-Bewegung, so daß er ausgerechnet den 10. April zum Feiertag für die kroatische Volksgruppe erklärte, jenen Tag, an dem Hitler sein Marionettenregime unter Pavelic eingesetzt hatte. Präsident Bush, der eigentlich über die Ustascha hätte Bescheid wissen müssen, da kroatische Terroristen während seiner Zeit als CIA-Chef ein amerikanisches Flugzeug entführt hatten, hatte desgleichen keine Bedenken, als sein Wahlkampfstab während der Wahlkampagne von 1988 einen Kalender produzierte, in dem ebenfalls der 10. April als Kroatischer Unabhängigkeitstag angeführt war. Nicht nur das:

Bekannte kroatische Faschisten arbeiteten an seinem ªEthnic-Outrich-Program´ mit. Diesbezügliche Hemmungen hatte auch sein Vorgänger Reagan nicht gehabt, der sich ungeniert ehemalige Faschisten ins Weiße Haus einlud, von denen das State Department zugeben mußte, daß es sich um notorische Kriegsverbrecher aus den Networks des britischen Doppelspions Philby handelte.

Ein weiterer früherer Schützling von Dulles war, wie Aarons und Loftus berichteten, William Casey, der sich nach dem Krieg als Geheimdienstler in London betätigte, zu jener Zeit also, als die vatikanisch-britisch-amerikanische Connection ihre Aktivitäten aufnahm. Dulles rekrutierte Casey, um das International Rescue Committee zu überwachen, das die illegale Einwanderung der von den Briten geretteten Nazis nach Amerika während der fünfziger Jahre organisierte. Casey war das amerikanische Ende des vatikanischen Rattenpfades, und dort lernte er auch, wie das Spiel gespielt werden muß. 1980, unter Reagans Präsidentschaft, wurde er folgerichtig Chef der CIA und spielte später bei der Irangate-Affäre konsequenterweise eine Hauptrolle. Ohne Zweifel die wichtigste Anwerbung Dulles' war ein junger Navy-Offizier namens Richard Nixon, der aus dem Nachkriegsdunkel gefischt wurde, um sich mit Unterstützung rechtsgerichteter Kreise um einen Sitz im Kongreß zu bemühen. ªUm zu verstehen, welche rechten Kräfte das waren, sollte festgehalten werden, daß nach seiner Wahl seine frühere kalifornische Anwaltsfirma einen prominenten faschistischen Finanzier namens Malaxa in dessen Bemühungen vertrat, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Gegen Malaxa wurde später wegen diverser Kriegsverbrechen ermittelt [...] Nixons antikommunistische Bekenntnisse waren 1951 so fest etabliert, daß er den Auftrag bekam, Senator Joe McCarthy zu steuern - ihn nämlich daran zu hindern, kommunistische Agenten innerhalb von Dulles' Geheimdienstladen zu vermuten.´1055

Als dann Nixon im Jahr 1953 Eisenhowers Vize wurde, waren die Freunde alle beisammen: Allen Dulles wurde bekanntlich CIA-Chef, John Foster Dulles wurde Außenminister. Nimmt es da noch wunder, daß Nixon wärmstens das ªFreedomfighter´- Konzept seines Förderers unterstützte und vor allem auch dank der durch McCarthys Hetze hervorgerufenen allgemeinen antikommunistischen Stimmung nun auch keine Hemmungen zu haben brauchte, prominente faschistische Flüchtlinge als potentielle Befreier der hinter dem Eisernen Vorhang gefangenen Nationen im Weißen Haus zu empfangen? Denn wer gegen die Kommunisten war, der mußte einfach ein guter Mensch sein, auch wenn er als Nazi einmal Leute umgebracht hatte, die vermutlich sowieso irgendeine Art von Kommunisten waren. Diese psychopathische Hexenjagd war, selbst wenn sie nur zufällig zur rechten Zeit veranstaltet worden wäre, das ideale Klima, um Türkuls janusgesichtige Nazi-Doppelagenten in den Dienst der ªfreien Welt´ zu stellen.

ªUm 1959 war es den Nachrichtenchefs der NATO auf peinliche Weise klar geworden, daß sämtliche der faschistischen Emigrantengruppen einschließlich Turkuls NTS hoffnungslos von Kommunisten unterwandert waren. Dulles war bestürzt, aber Nixon war verzweifelt.´1056

Das ist auf jeden Fall vorstellbar. Nixon war gerade dabei, seine eigene Präsidentschaftskampagne für 1960 zu starten. Da fehlte es gerade noch, zugeben zu müssen, daß die Regierung über den Nazi-Transfer von den Sowjets zum Narren gemacht worden war. (Darüber, eventuell zugeben zu müssen, man hätte über die Doppelfunktion dieser Netzwerke Bescheid gewußt, brauchte man sich wohl keine Gedanken zu machen, denn das hätte ohnedies niemand so bald für möglich gehalten.) Doch man hatte ja Freunde. Innerhalb der CIA und des Pentagon kam es plötzlich und zufällig und auch nicht zum erstenmal zu einer ªgeradezu orgienhaften Vernichtung geheimer Akten. Nur das State Department wußte was los war und transferierte seine Akten an andere Dienststellen´.1057

Daß Nixon voll über die Nazi-Bewegung Bescheid wußte, fanden Aarons und Loftus in offiziellen parlamentarischen Dokumenten in Australien bestätigt: Während der Nixon-Regierung bat die australische Regierung das State Department um Rat, wie das Problem der in Australien wohnenden Ustascha-Faschisten zu handhaben sei. In einem ausführlichen Gespräch teilte ein Sprecher seinem australischen Partner mit, daß die Nixon-Regierung insgeheim über diese kroatischen Extremisten Bescheid wisse, aber nichts gegen sie unternehmen wolle: Sie seien wichtig, um die Stimmen dieser ethnischen Gruppe in fünf Schlüsselstaaten zu bekommen.´1058

Als 1970 der Kongreß Anklagen der jüdischen Gemeinde zu überprüfen begann, daß in den USA gesuchte Kriegsverbrecher lebten, wurde das State Department immerhin nervös. Die heikelsten Kriegsverbrecher wurden nun vom State Department zum Pentagon transferiert, für das sie nunmehr als Berater für ªspecial operations´ tätig wurden. Derlei Aktionen gab es auch später immer wieder. Nixons Erbe: der permanente Zwang, das Dulles-Geheimnis zu vertuschen. Als Reagan Präsident wurde, fand man für die noch aktiven, in amerikanischen Diensten stehenden Ex-Nazis neue Aufgaben: Diesmal nicht als antikommunistische Experten, sondern als ªAnti-Terror-Berater´ für die Special Operations Division, einer verdeckten Operationseinheit, die sozusagen Feuer mit Feuer vergelten sollte.

Es hat sich seit Dulles' Zeiten nichts geändert. Die SOD-Leute führten einen unerklärten Krieg, einen Krieg ohne Grenzen, finanziert und ausgefochten ohne Wissen des Kongresses. Und wiederum wußte man selbst innerhalb der CIA nicht, daß ihr eigener Chef, William Casey dahintersteckte: Er selbst hat etliche Nazis angeheuert, die nun für die SOD und fürdie private World Anticommunist League des General Singlaub arbeiteten. Vorzugsweise in Lateinamerika, wo die berüchtigten Todesschwadronen ªvon asiatischen und europäischen Faschisten trainiert wurden´.1059

Der inzwischen verstorbene Casey hatte die Ratlines und Dulles System des Kalten Krieges bis ins Detail wiederbelebt: ªEr, der Superstratege, der Bush und Reagan 1980 an die Macht brachte, durfte später mit der Rückendeckung seiner Gefolgsleute in der Administration ein weltweites Netzwerk aufbauen, um den sowjetischen Einfluß zu bekämpfen, wo immer er entdeckt wurde.´ 1060 Und dies unabhängig davon, ob es sich nun um wirklichen sowjetischen Einfluß oder um einen bloßen Vorwand handelte. Jürgen Roth zitiert die in New York ansässige Wochenschrift The Nation, die das 1987 von Reagan zur politischen Konzeption erhobene System der verdeckten, sozusagen privatisierten Kriegsführung als ªein permanent sich neubildendes Netz von ausländischen Regierungen, politischen Parteien und privaten Institutionen, deren Zweck es ist, eine weltweite Konterrevolution zu unterstützen, ohne dabei den Launen lokaler Wahlen oder öffentlicher Kritik der öffentlichen Meinung in irgendeinem Land ausgesetzt zu sein´.1061 Wie das System funktionierte, zeigte sich deutlich, als 1982 die Waffenpipeline aus der Bundesrepublik in den Iran installiert wurde, mit der die Reagan-Bush-Administration einen Teil ihrer Schulden bei den Ayatollahs abzahlte, die daraus erwachsen waren, daß diese 1979 so lange mit der Freilassung der amerikanischen Geiseln gewartet hatten, bis sichergestellt war, daß Reagan und der Ex-CIA-Chef Bush ins Weiße Haus kamen und Carter auf seine Erdnußfarm zurück mußte. Damals wurden die NATO-Bestände in bundesrepublikanischen und südbelgischen Lagern geplündert. HAWK-Ersatzteile, die beispielsweise 20.000 Dollar kosteten, wurden an die Iraner um 200.000 Dollar verkauft. Jürgen Roth zitiert einen daran beteiligten amerikanischen Geheimdienstler, der sich die Quittungen über die damaligen Finanztransaktionen als Lebensversicherung besorgt hatte: ªBundesdeutsche Politiker sind nicht nur über diese Geschäfte eingeweiht gewesen. Sie haben über eine Tarnfirma in Zürich erheblich mitverdient. Profite daraus sind schwarz in bestimmte Parteikassen geflossen.´1062

Die Todesschwadronen der World Anticommunist League des Generals Singlaub waren eben nur ein Teil und ein neuer Anfang eines alten Spiels.1984 wurde die National Security Decision Directive NSDD 138 offiziell installiert. Bushs nationaler Sicherheitsberater, Donald Gregg, baute das Team auf, das gemeinsam mit dem britischen Geheimdienst wie zu alten Nachkriegszeiten aktiv werden sollte. Durch Caseys Einwirken wurde für diese Gruppe seitens des Nationalen Sicherheitsrates ein Mann abgestellt, der im Laufe der Ereignisse für die Öffentlichkeit die Hauptrolle im Irangate-Skandal übernehmen sollte - Oliver North.

Später zeigte sich, ªdaß General Singlaub ein enormes Netzwerk intergouvernmentaler Geldgeber aufgebaut hatte, um die geheimen Operationen ohne Wissen des Kongresses zu finanzieren´.1063 Und dies nicht nur in Nicaragua, sondem auch im Nahen Osten und in Afrika.

Über Irangate selbst muß hier im Detail nichts gesagt werden. Was uns vor allem interessiert, sind die unmittelbaren Zusammenhänge zwischen den Nazi- Netzwerken von einst und den von Casey, North und ihren Auftraggebem im Weißen Haus diesen nachgebildeten Strukturen: Derjenige, der im Zuge des ersten großen Waffendeals zwischen Iran und Israel 1981 mit dem iranischen Unterhändler, Khomeinis Schwiegersohn Sadegh Tabatabai für Israel beziehungsweise für die USA verhandelte, war niemand anderer als Stefano della Chiae, Rechtsextremist, Waffenhändler, Terrorist und einer der Vollstrecker der italienischen Freimaurerloge Propaganda due.1064 Daß sich andererseits Oliver North für seine Ratlines und vor allem für sein Waffenschiebungs- und Geldwäschesystem eines palästinensischen Terroristen, nämlich des vom spanischen Marbella aus operierenden, mit dem syrischen Geheimdienst-Chef verschwägerten Chef-Geldwäschers und Chef-Geldbeschaffers der PLO, Monzar Al-Kassar, bediente, war wohl nur eine Frage des Gleichgewichts und ist ein weiterer Hinweis darauf, daß vorgebliche Feinde durchaus auch heimliche Freunde sein können. Auch hier eine bemerkenswene Parallele zu den Zeiten, da Dulles, Angleton, Wiesner und Casey agierten: ªEs ist bestätigt, daß Monzar Waffen aus kommunistischen Ländenn an die Contras lieferte und es besteht der Verdacht, daß er andererseits wieder die Kommunisten mit Informationen über die Contras versah.´1065

Viele Dinge ändern sich, viele Dinge bleiben gleich. Und es ist kaum übertrieben, wenn Aarons und Loftus in ihrer Untersuchung über die Ratlines schließen: ªDer Weg gescheiterter Operationen und geheimer Destruktion führt unerbittlich zurück nach Rom.´1066 Das gilt nicht nur für die Beihilfe zur Rettung und Rekonstruktion der Nazi-Netzwerke. In der Tat: CIA, Nazis, Vatikan, lateinamerikanische Diktaturen, Todesschwadrone, Terrorismus, Rauschgift- und Waffenhandel, Börsenspekulationen, Eurodollars, Ostkredite und Mafia, Subversion und verdeckte Aktionen - das sind sozusagen die Markierungspunkte genau jenes Betätigungsfeldes von Gelli und seinen Logenbrüdern innerhalb und außerhalb Italiens, in dessen Rahmen sich später auch die ªvatikanisch inspirierte Wirtschaftskriminalität´1067 über die ganze Welt ausbreiten sollte, die wiederum auch nur Teil eines größeren Systems ist.

Anmerkungen:

1007 Vgl. Bremer, Georg, ªSeid umschlungen Millionen - Wie Fluchtgeld in saubere Schweizer Fränkli verwandelt wird´, in: Die Zeit, Nr. 18, Dossier v.27. April 1984.

1008 Vgl. Gutierrez, Ignacio, ªArriba und Heil Hitler´, in: Die Zeit, Dossier v. 31.10.1980; vgl. auch Purtscheller, Wolfgang, Aufbruch der Völkischen - Das braune Netzwerk, Wien 1992, S. 30ff. insbes. S. 33f.: Zu Skorzenys erfolgreichen Unternehmungen trug wesentlich auch der Umstand bei, daß seiner spanischen Firma ungeachtet seiner Kriegsverbrechen und ungeachtet des Umstandes, daß zumindest damals in Österreich ein Haftbefehl gegen ihn vorlag, die Generalrepräsentanz der verstaatlichten österreichischen VoEST (vormals Hermann-Göring-Werke) für die iberische Halbinsel und Lateinamerika übertragen worden war. Skorzeny war übrigens eine der treibenden Kräfte hinter der ªOrganisation ehemaliger SS-Angehöriger´, allgemein als ODESSA bekannt. Heute dient Skorzenys spanische CEDADE auch als Regenerationsort für wegen Wiederbetätigung verurteilte Neonazis wie etwa die Österreicher Walter Ochsenberger und Gerd Honsik.

1009 Lo Bello, Nino, Vatikan im Zwielicht - Die unheiligen Geschäfte des Kirchenstaates, München 1983, S. 67.

1010 Die Schlepperorganisation DIE SPINNE wurde sozusagen im österreichischen Internierungslager Glasenbach erfunden. Einer der Gründer dieser Fluchthilfestruktur war nicht von ungefähr der Schriftsteller Erich Kernmayer, der In seinen Büchern, die er mit dem Pseudonym Erich Knud Kern signierte, das NS-Regime und die SS geradezu als eine Art europäische Verteidigungsallianz gegen den gleichmacherischen Bolschewismus verklärte. Kernmayer-Titel, deren Auflagen in die Hunderttausende gingen, und sozusagen zur Basisliteratur der neofaschistischen Szene wurden: Insel der Tapferkeit, Das Buch der Tapferkeit, Buch der Tapferkeit: Soldatenschicksale unseres Jahrhunderts, Adolf Hitler und das Deutsche Reich: Der Staatsmann, Adolf Hitler und das Deutsche Reich: Der Feldherr usw.



1011 Aarons/Loftus, a.a.O., S. 18.

1012 Ebd., S. XII.

1013 Ebd., S. 28ff.

1014 Ebd., S. 39f., u.a. Zit.: Departrnent of State,

Report from Vinvent La Vsta to Herbert J. Cummings, 15. May 1947, USNA (US National Archive), RG 59, FW 800.0128/5 - 1547.

1015 Ebd., Zit.: Interview with Simon Wiesenthal, Vienna 21. February 1985. Vgl. Brockdorf, Werner (Alfred Jarschel), Flucht vor Nürnberg, a.a.O., S. 55ff. S. 81.

1016 Ebd., vgl. Brockdorff, a.a.O., S. 79. 1017 Ebd.

1018 Ebd., S. 47ff.

1019 Lo Bello, a.a.O., S. 70.

1020 Aarons/Loftus, a.a.O., S. 71, 72. Der britische Geheimdienst hatte engste Beziehungen zu Pavelic1 Terroristennetz unterhalten, vor allem nach der Ermordung des jugoslawischen Königs Alexander in Marseille im Jahr 1934.

1021 Ebd., S.56ff. u.a. Zit.: Gowen CIC report of 23 June 1947, Vajta file, obtained under the US FOIA, pp. 49-51; and CIC memos of 21. August, 4. and 5. October, and In December 1946, Intermarium file, obtained under US FOIA, pp. 1-6.

1022 Ebd., S. 87. 1023 Ebd., S. 59. 1024 Ebd., S. 58f., 180, 200. 1025 Ebd., S. 88.

1026 Ebd., S. 72; zu Ante Pavelic vgl. Lrnberger, Harald, Die Terror-Multis, Wien, München 1976, S. 128ff.

1027 Deschner, Karlheinz, Kirche und Faschismus, Rastatt 1993, S. 110. Deschner gibt in seinem Buch in der Tat erschöpfend Auskunft über die grauenhaften Umtriebe der Ustascha im Verein mit dem katholischen Klerus, insbes. auf S. 101ff. sowie 106ff. Im Mai 1941 reiste Pavelic mitsamt seinen Ministern und etlichen Geistlichen, darunter der Generalvikar des Erzbischofs Stepinac, Bischof Salis-Sewis nach Rom, wo er auch in ªbesonders feierlicher Privataudienz von Pius XlI. empfangen und gesegnetª wurde. ªDer Papst entließ ihn und seine Suite mit den besten Wünschen für >weitere Arbeit<. Darauf wurden im >Unabhängigen Kroatien< 299 serbisch-orthodoxe Kirchen ausgeraubt und vernichtet, weitere Kirchen in katholische umgewandelt, in Schlachthäuser, Warenhäuser, öffentliche Toiletten und Ställe. In Gegenden, wo die Serbisch-Orthodoxen die Bevölkerungsmehrheit bildeten, hat man ihre Kirchen meist total zerstört, wo die Orthodoxen in der Minderheit waren, wurden ihre Kirchen für katholische Zwecke umgewandelt. Alles zeigt, daß eine wohlgeplante Politik befolgt worden ist. Der ganze Besitz der serbisch-orthodoxen Kirche ging in den Besitz der katholischen über. [...] In Zagreb, wo der Primas der kroatischen Katholiken, Erzbischof Stepinac, und der apostolische Nuntius Marcone residierten, schlug und quälte man den orthodoxen Metropoliten Dositej derart, daß er wahnsinnig wurde. Andere orthodoxe Patriarchen und Bischöfe schleppte man nach Dachau oder in italienische Konzentrationslager, wo sie bis zum Ende des Krieges blieben. [...] Bischof Platon und seinem Begleiter, dem Priester Dusan Subotic, stach man, während auf ihrer Brust ein Feuer brannte, die Augen aus, schnitt ihnen die Ohren ab und gab ihnen endlich den Todesstoß. Überall forderte der katholische Klerus die Orthodoxen zur Konversion auf. >Wenn ihr zur katholischen Kirche übergetreten seid<, versprach der Bischof Aksamovic von Djakovo, >werdet ihr in euren Häusern in Ruhe gelassen werden.< Viele wurden so katholisch, noch mehr aber wurden massakriert: erschossen, erstochen, zerstückelt, lebendig begraben oder gekreuzigt. Als Pavelic am 26. Juni 1941 den katholischen Episkopat in Audienz empfing und Erzbischof Stepinac sagte: >Wir bezeugen von ganzem Herzen Ehrerbietung und versprechen ergebene und treue Mitarbeit für die strahlendste Zukunft unseres Vaterlandes<, hatte man innerhalb von sechs Wochen bereits drei orthodoxe Bischöfe, mehr als hundert orthodoxe Priester und Ordensleute sowie 180.000 Serben und Juden ermordet.´

1028 Aarons/Loftus, a.a.O., S. 79.

1029 Ebd., S. 132; vgl. auch S. 128ff. und 132 über die Rolle des Nazi-Quislings und spirituellen Führers der slowenischen Ustascha-Einheiten, Bischof Gregory Rozman bei der Geldwäsche von Ustascha-Vermögen in Bem. Über Vermittlung des amerikanischen Kardinals Spellman und Erzbischof Rohracher in Salzburg durfte er 1948 ungehindert in die USA einreisen und sich in Cleveland, Ohio, niederlassen. U.a. Zit.: Harrington CIC memo of 9. March 1948, ªActivity of Bishops Rozman and Saric´, released under US FOIA; Airgram from Berne to State Department, USNA, Myron Taylor Papers, Box 21.

1030 Ebd., S. 51, 125.

1031 Ebd., S. 267f.

1032 Ebd., S. 266. Damit wird im Zusammenhang mit der Waldheim-Affäre einiges klar. Waldheim behauptete stets, daß er nicht in die blutigen Kozara-Massaker von 1942 verwickelt war, da er zu dieser Zeit im Stab des deutschen Quartiermeisters in Westjugoslawien Dienst getan habe. Immerhin aber könnte er durchaus Gelegenheit gehabt haben, Pater Draganovic kennenzulernen, der zur Zeit der Kozara-Offensive in West-Bosnien auf Requisitionstour war. Auf welche Weise Waldheim Ante Pavelic dermaßen beeindruckt haben konnte, daß dieser ihm die silberne Medaille mit Eichenlaub für seine Dienste in dieser Gegend verlieh, bleibt wohl ein Rätsel, bis entsprechende Dokumente freigegeben werden. Für welche Verdienste Waldheim nun genau im Juli 1994 eine der höchsten päpstlichen Auszeichnungen, nämlich den Pius-Orden verliehen bekam, bleibe dahingestellt.

Möglicherweise war es eine späte Belohnung für die Tätigkeit im Rahmen der Intermarium-Operationen des Vatikans.

1033 Ebd. Wie Waldheims früherer Vorgesetzter im österreichischen Außenministerium, Karl Gruber zugegeben hat, hätten die alliierten Nachrichtendienste Waldheim vermutlich von jeder Betätigung im österreichischen Außenministerium zunächst disqualifiziert. Doch dank eines von Molden der Regierung zugespielten gewaschenen Lebenslaufes war Waldheim schließlich sauber genug, um in das diplomatische Corps einzutreten: zu jener Zeit also, da die österreichische Regierung die Umtriebe des Terroristen-Netzes der Krizari auf ihrem Territorium forderte. Draganovic wurde bemerkenswerterweise österreichischer Staatsbürger, ehe er hinter den Eisernen Vorhang in Titos Reich zurückkehrte, den Titoismus über den grünen Klee lobte und wegen seiner Ustascha- und Krizari-Vergangenheit völlig ungeschoren blieb. Im Zusamrnenhang mit Waldheim, Gruber und Molden u.a. Zit.: London Observer Service, Interview with Karl Graber, reported in QuincyPatriotLedger, 29. April 1986. Der Verleger Fritz Molden produzierte sich übrigens Ende der fünfziger Jahre ebenso wie der damalige Express-Chefredakteur und spätere ORF-Generalintendant Gerd Bacher als finanzieller und medialer Förderer jener rechtsextremen Südtiroler, die als sogenannte ªBumser´ in die Zeitgeschichte eingegangen sind. (Vgl. Purtscheller, Aufbruch der Völkischen, a.a.O., S. 46f.)

1034 Aarons/Loftus, a.a.O., S. 126, 132 1035 Ebd., a.aO., S. 203f.

1036 Ebd., S. XIIff.

1037 Ebd., S.236, Zit.: INSCOM-DOSSIER, Subject: ªGiovanni Montini´, Memo of July 1946 Unattributed, US Army Investigate Records Repository, Ft. George V. Meade, Md., declassified under US FOIA.

1038 Ebd., S. 269.

1039 Ebd.,S.138;vgl.auchS.173ff.189ff.207ff. 1040 Ebd., S. 203, Zit.: Simpson, Christopher, Blowback, New York, 1988, 180f. Im Laufe der Nachkriegszeit entstand dank entsprechender Propaganda und Verschleierungstaktik der Beteiligten die Ansicht, die Mitglieder der Galizischen SS seien so etwas wie Opfer der nazistischen Unterdrückung gewesen. Tatsache indessen ist, daß gerade zahlreiche Mitglieder dieser SS-Einheit für ihre Brutalität während der grausamen Exekutions-Aktionen in der Ukraine bekannt waren. Viele von ihnen waren als Mitglieder der mobilen SS-Mordeinheiten an Massakern wie jenem von Babi Yar beteiligt(vgl.S.180,189,192). 1041 Ebd., S. 259, 260f.

1042 Vgl. O'Shaughnessy, Hugh, ªEurope1s best kept secret´, in: The Observer v. 7. Juni 1992, S. 53, wo P2-Logenchef Gelli als Schlüsselfigur auch dieser NATO-Geheimorganisation identifiziert wird. Außerdem wird James Jesus Angleton als die treibende Kraft beim rechtsradikalen und terroristischen Niedergang dieser aus ursprünglich ganz und gar edlen und unschuldigen Gründen zur Verteidigung des Westens vor den Russen installierte Untergrund-Organisation genannt.

1043 Aarons/Loftus, a.a.O., S.285.

1044 Ebd., S. XIII.

1045 Ebd.; vgl. Lernoux, Penny, In banks we trust, New York 1984, insbes. S. 181ff.; über Zusammenhänge zwischen den finanziellen Transaktionen der Loge P2 und dem amerikanischen Wahlbetrug von 1980 bzw. personelle Verbindungen zwischen Licio Gelli und George Bush vgl. Roth, Mitternachtsregierung, a.a.O., S.132ff.

Siehe zum Thema Vatikan-Banken auch die Zusamrnenfassung bei Malachi, Martin, Das letzte Konklave, Wien, Hamburg 1978, S. 40 bis 48.

1046 Görlitz, Geldgeber, a.a.O., S. 213f., insbes. S. 220f.

1047 Ebd., S. 129.

1048 Ebd.; vgl. Engelmann, Bernt/Walraff, Günter,lhr da oben-wir da unten,Köln 1973,S.114. 1049 Yallop, David A., Im Namen Gottes? Der mysteriöse Tod des 33-Tage-Papstes Johannes Paul 1. -Tatsachen und Hintergründe, München 1984, S. 159f.

1050 Ebd., S. 160. Vgl. bezüglich der Täuschungsmanöver, mit denen das Counter Intelligence Corps ausgetrickst wurde, Aarons/Loftus, Unholy Trinity, a.a.O., S. 250ff.

1051 Vgl. Yallop, a.a.O., S. 160. Auf Barbies Konto geht u.a. die Ermordung des bolivianischen Sozialistenführers Marecelo Quiroga Cruz. 1980 halfen die ªBräute des Todes´ dabei, General Garzia Meza an die Macht zu bringen.

1052 Ebd., S. 165.

1053 Ebd. Vgl. Irnberger, a.a.O., S.l99ff.

1054 Aarons/Loftus, Unholy Trinity, a.a.O., S. XIV. In den fünfziger Jahren hat übrigens Ronald Reagan Geld für eine jener Frontorganisationen gesammelt, die das gewaschene Geld dann an die faschistischen ªFreedomfighters´ Dulles' transferierten.

1055 Ebd., S. XV. 1056 Ebd. 1057 Ebd. 1058 Ebd., S. XVI. 1059 Ebd., S. XVII; vgl. auch Roth, Mitternachtsregierung, a.a.O., S. 89: Während der Reagan-Casey-Ära wurde die WACL des Generals Singlaub mit der ªWestem Goals Fundation´ zusammengeschlossen: einer der für die Realisierung der ªLaw-Intensity-Conflicts´-Strategie und der verdeckten Einmischung mittels ªprivater Intervention´ in die Angelegenheiten fremder Länder

(ªohne der Kritik der öffentlichen Meinung dieser Länder ausgesetzt zu sein´) geschaffenen Stiftungen. Weitere solcher über Geheimdienstkanäle finanzierten Institutionen sind die ªInternational Freedom Foundation´, die ªInternational Society of Human Rights´ und die ªHeritage Foundation´, die vor allem auch gern von strammen bundesdeutschen Politikern besucht wird.

1060 Vgl. Roth, Mitternachtsregierung, a.a.O., S. 95.

1061 Ebd., S. 88.

1062 Ebd., S. 293. Daß übrigens Reagan und Bush über die Iran-Lieferungen nicht nur voll informiert waren, sondern daß Reagan persönlicher Initiator des illegalen Waffendeals gewesen war, bestätigte im Januar 1994 der mit der Untersuchung des Iran- Contra-Skandals beauftragte amerikanische Sonderstaatsanwalt Lawrence Walsh. Reagan habe den Verkauf von Waffen an den Iran - gegen ein bestehendes Embargo - ausdrücklich autorisiert. Dabei, so Walsh, habe Reagan allerdings gegen keine Gesetze verstossen ... (News 319)

1063 Vgl. Aarons Loftus, a.a.O., S. XVI1. 1064 Vgl. Roth, a.a.O., S. 138.

1065 Aarons/Loftus, a.a.O., S. XIX. Vom Lockerbie-Anschlag bis zur Iran-Contra-Affäre gibt es kaum eine größere Aktion aus dem Bereich Waffen, Drogen und Terror und auch Geheimdiplomatie, mit der der Syrer Al-Kassar nicht in Verbindung zu bringen wäre. Im Januar 1994 machte er wieder Schlagzeilen, weil er in Spanien für einige Tage aus der Untersuchungshaft beurlaubt wurde, um angeblich seinen kranken Bruder in Syrien zu besuchen. Allerdings sind durchaus nicht unbegründete Spekulationen laut geworden, der PLO-Geldwäscher, Waffenschieber, und CIA-Vermittler sei freigelassen worden, um einen Vermittlungsauftrag im Zusammenhang mit den palästinensisch-israelischen Verhandlungen zu übernehmen, die dann wenig später tatsächlich zu einem Abkommen über die Autonomie der Westbank und des Ghazastreifens führten (TVE v.20. l .1994). Al-Kassar saß wegen der Beteiligung an einem Mordversuch an dem libanesischen Agenten Elias Awad im Jahr 1994 in spanischer Untersuchungshaft. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, die Entführer des Kreuzfahrtsschiffes ªAchille Lauro´ 1985 mit Waffen versorgt, wenn nicht die Entführung überhaupt organisiert zu haben. Es war jedoch anzunehmen, daß Al-Kassar mehr oder weniger ungeschoren davonkommen würde, da der spanische Geheimdienst CESID zweifellos seine schützende Hand über den Syrer hält, der doch Staat und Geheimdienst schon etliche Dienste erwiesen hat: etwa durch die Lieferung von mit Peilsendern ausgestatteten Waffen an die spanische Terrororganisation ETA, wodurch es möglich wurde, ein umfangreiches Waffenlager auszuheben. Auch die Franzosen sind ihm zu Dank verpflichtet. Umfangreichere Aktivitäten entfaltete er auch in Österreich, wo er nicht nur das Wiener Flugunternehmen ªJet-Air´ finanzierte, sondern sich durch die Beschaffung von Endverbraucher-Zertifikaten für die Iran-Waffenexporte der staatlichen Firma Noricum einen Namen und saftige Provisionen machte. Er soll der Auftraggeber jenes Mannes gewesen sein, den der VOEST-Generaldirektor Apfalter kurz vor seinem mysteriösen und nach wie vor ungeklärten Tod getroffen hatte ...

1066 Ebd., S. 264.

1067 Yallop, a.a.O., S. 196f.

Quelle:
E.R. Carmin, Das Schwarze Reich, Okkultismus und Politik im 20. Jahrhundert, Bad Münstereifel 1994, S.273-285 ff.

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BUCH

Ritusbeispiele
Bünde und Rituale


Diese Zusammenstellung zeigt gleichlautende Begriffe, Lehren und Ziele

• der Wachtturm-Organsiation der Zeugen Jehovas,
• des Freimaurertums und
• der New-Age-Bewegung,

was kaum Zweifel an der geistigen Übereinstimmung der drei Ideologien aufkommen läßt.

Gleichlautende Begriffe, Lehren und Ziele ritueller Gruppen:

rit
Quelle: "Was verbindet Freimaurer, New Age, Zeugen Jehovas", Erich Brüning, Wertingen 1994, ISBN 388002-156-9

Ursprungssymbolik bei den Zeugen Jehovas:

watch
Gründer und esoterischer Gnostiker der Zeugen Jehovas Ch.T.Russel und das Kreuz-Krone-Emblem in seinem Büro, auf Wachtturm-titelseiten, am Bug der lokomotive bei der Transcontinetel-tour 1913 und die Pyramide an seinem Grab.
Quelle: "Was verbindet Freimaurer, New Age, Zeugen Jehovas", Erich Brüning, Wertingen 1994, ISBN 388002-156-9


Ausseridischen-Glaube und Erlöser-Erwartung im New Age

vesen8
Die Ausserirdischen besuchen uns seit tausenden von Jahren, vielleicht sind sie unsere Schöpfer. Wenn wir den nächsten Bewußtseinssprung gemacht haben werden sie uns retten mit ihren Raumschiffen.
Quelle: Internet, Magazin2000


Wie stellen sich manche Individualisten eine Weltregierung
(OWN, One World Order) vor?

Für das Jahr 2005 hat ein Grafikdesigner und Rechercheur
von Hintergrundfakten eine Grafik dazu erstellt.

weltregierung2


Diese erstellte Grafik
weltregierung
als PDF-Dokument (3,8MB) anzeigen



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Schlaraffia3

NWZ, 08. Nov. 2004

Wegweiser nach Zechendorf und Fluchenfein

BIBLIOTHEK Mariengymnasium präsentiert historische Atlanten

VON ULRICH SCHöNBORN

Die Sammlung umfasst viele seltene und wertvolle Stücke.
Ein skurriler Höhepunkt ist die Darstellung des „
Schlaraffenlandes“ in einem dreibändigen Homann-Atlas von 1730.

nwz

JEVER - Das Land erstreckt sich vom versoffenen zum gefräßigen Meer, umfasst das Schmarotzer-Eiland, die Bierinsel und Groß-Magenland. Im Amt Saufhausen liegen die Orte Rauschig und Zechendorf. Weiter im Norden findet man rund um den Trunkensee Geilhausen, Wollustberg und Fluchenfein.
Sorgfältig und mit viel Liebe zum Detail hat ein „Anonymus“ Anfang des 18. Jahrhunderts das „Schlarraffenland“ kartographiert. Dabei konnte der unbekannte Witzbold seinem Humor freien Lauf lassen. Rund 5000 Scherze und Wortspiele hat er in die großformatige Phantasie-Karte eingebaut.

Die prachtvoll kolorierte Darstellung des „Schlarraffenlandes“ war ein Höhepunkt in der Karten- und Atlanten-Ausstellung, die die Bibliothek des Mariengymnasiums am Sonnabend zum 4. Tag der offenen Tür präsentierte. Die skurrile Karte findet sich im dreibändigen „Grossen Atlas über die ganze Welt" von Johann Baptist Homann aus dem Jahr 1730 und ist Ausdruck für „das Lebensgefühl und den Übermut des Rokoko“, so Bibliotheksverwalter Hartmut Peters. Doch die Schulbibliothek hat auch noch andere Schätze auf Lager — darunter den 2. Teil des „Atlas minor“ von Gerhard Mercator (1630) und die Übersichtskarte „Nova Descriptio Orientalis et Occidentalis Frisiae“ von David Fabricius (1564 bis 1617) aus Esens. Ältestes Exponat der Ausstellung war eine Originalausgabe der Schedelsschen Weltchronik aus dem Jahr 1493, in der sich Peters zufolge die ersten gedruckten Landkarten finden.

„Unsere Bibliothek ist eine der ältesten im Oldenburger Land. Und immer wieder gab es Rektoren und Lehrer, die den Bestand gepflegt und erweitert haben und denen auch wertvolle Stücke anvertraut wurden“, erklärt Peters. Der Bestand umfasst heute rund 36 000 Bände, 10 000 davon gehören zur historischen Sammlung, zu der alle Bücher zählen, die vor dem 19. Jahrhundert gedruckt wurden. Die Diplom-Bibliothekarin Heide Ilchmann, die zur Hälfte vom Landkreis und zur Hälfte vom Förderverein der Bibliothek bezahlt wird, kümmert sich vor allem um die Pflege dieser wertvollen Werke. Zudem haben drei Lehrer der Schule Aufgaben in der Bibliothek übernommen. Außerdem gibt es eine Bibliotheks-AG für Schüler. Im Mai 2000 wurden die mit Hilfe vieler Förderer neu gestalteten Räume der Einrichtung eingeweiht, in denen auch die wertvollen Altbestände sicher verwahrt werden können. Inzwischen sei die Einrichtung nicht nur eine der ältesten, sondern gleichzeitig auch eine der modernsten Schulbibliotheken in Deutschland, so Peters.

Für den Lehrer sind die Aufgaben in der Bibliothek weit mehr als ein Nebenjob. „Es macht unheimlich viel Spaß — auch wenn ich andere Forschungsinteressen dafür zurückstellen muss“, sagt Peters. Wenn er sich in ein altes Werk wie den Homann-Atlas mit der frivolen „Schlarraffenland“-Karte vertiefe, sei das Entspannung pur: „Da geht eine Tür auf und man ist in einer anderen Welt.“

Schlaraffia

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Bei den Schlaraffen

Nur als Pilger darf man sich einer Schlaraffenburg nähern! Ein Pilger hat eine stumme Rolle. Er darf sehen, hören und staunen.

"Über dem Eingang ist ein Uhu als Wappen. Sie steigen die Stufen empor und kommen in unsere Burg. Bringen Sie Humor mit! " war mir auf den Pilgerpfad mitgegeben worden. Man muß schon seinen Humor mitbringen! Tut man das nicht, so ist man bei einer Schlaraffensippung fehl am Platz. Wer hier zudem lukullische Genüsse erwartet, muß enttäuscht werden. Die Schlaraffen sind keine Bruderschaft von Kochkünstlern und Feinschmeckern. Bei ihnen wird mit Witz aufgewartet. Wer sich nicht mit Witz wappnet, nicht den Ernst vor dem Tor läßt, ist ein trauriger Geselle. Ihm bleibt nur die Flucht!

Mutig tritt der Pilger ein. Die Schlaraffen haben aus dem hinteren Saal einer Gastwirtschaft ihre Burg gemacht: Die Burg am Deutschen Eck. Burgherren sind die Schlaraffen von Confluentia. Confluentia ist das Reich 225. Mutterreich ist das Castrurn Bonnense. Die Reichsfarben sind Rot Silber. Sippungstag ist Dienstag. Die Sippung beginnt Glock 19 1/2!

Im Vorraum stülpt jemand dem Pilger einen Tropenhelm auf: Das edle Haupt muß stets bedeckt sein!

Der Burgsaal ist altdeutsch ausstaffiert. Der Pilger findet keine Zeit, die Räumlichkeit vorab näher zu betrachten. Etwa 50 Männer grüßen lauthals mit "Lulu!". Sie tragen ein Barett, wie weiland Richard Wagner, und sind in ein Wallegewand gehüllt. Alle sind fröhlich. Sie haben ihren Spaß an sich und an des Pilgers Verblüffung. Einer zupft an mir und raunt mir gewichtig zu: "Bitte kein Sie und kein Du! Alles geht hier mit Ihr und Euch! Klar?" Ich habe den geforderten Humor mitgebracht. Es ist klar, doch für einen Pilger schwer, plötzlich nüt dem Ihr und Euch nur barocke Sätze zu drechseln. Aber es gibt nicht nur Formulierungsschwierigkeiten. "Pilger, Ihr müßt wissen, daß niemand seinen profanen Namen in die Burg mitbringt. Jeder Schlaraffe hat seinen schlaraffischen Namen. Redet die Herren also an, wie Ihr es hier hört! " erläutert mir fürsorglich Traunü, Graf von Immerbereit, der mein Pilgervater ist. Nüt einem Schwulst von Worten, Titeln undviel "Lulu" begrüßt die Burgmannschaft Neuankömmlinge. Da sie nur mit dem Holzschwert auf ihre Schüde schlägt, handelt es sich wohl um "Gut Freund" aus den umliegenden Burgen und Reichen. Nun sind alle Schlaraffen versammelt. Die Rittersleut hängen Holzschwert und Wappenschild an die Wände, ein jeglicher an seinen Platz!

Man nimmt Platz, setzt sich, Freund zu Freund, neben mir mein Pilgerbetreuer, und bestellt ein Getränk.


Vorn, etwas erhöht, steht auf einer Art Bühne ein Quertisch.

Hier nehmen die ordensgeschmückten Hochedlen und Hochmögenden des Reiches ihre Plätze ein. An langen Tischen rechts und links von der gaalwand hockt fröhlich und erwartungsvoll die Ritterschaft. Rechts neben der Bühne steht ein Rednerpult. Rheinländer nennen so etwas eine "Bütt". Hier sagt man "rostra". Eine hstige Eule blinzelt an der Frontseite. "Das ist keine Eule! Ihr müßt wissen, daß uns der Uhu mehr bedeutet!"

Die "Sippung" kann beginnen! Die profane Welt ist draußen geblieben. Wir sind im Schlaraffenland.

Vor 120 Jahren erfand in Prag eine Schauspielergruppe das Schlaraffenspiel. "Das schönste Spiel!" sagt beseligt ein Rittersmann mit mehr als 50 Schlaraffendienstjahren auf dem Buckel.

Die Schlaraffen sind die einzige internationale Vereinigung, in der ausschließlich deutsch gesprochen wird. Es gibt viele Reiche außerhalb der schwarzrotgoldenen Grenzpfähle. Alle Deutschsprachigen im Ausland werden angezogen von dieser urigen Geselligkeit, die sich wohl nicht in fremde Sprachen übersetzen läßt. Die Kernzelle ist das Reich nüt seiner Burg. Jedes Reich ist souverän. Die Schlaraffen gliedern sich in Länder: Deutschland, Österreich, die Schweiz und Amerika! So einfach ist die Geographie im Schlaraffenland!

Das Ziel ist Frohsinn und Geselligkeit. Mit Humor wird Gutes getan und weltweit gegen den tierischen Ernst gekämpft! Unfrohe und ungesellige Schlaraffen gibt es nicht!

Weil die Schlaraffenidee aller Humorlosigkeit spinnefeind ist, breitete sie sich schnell aus. Von Prag aus nach Berlin und nach Leipzig, nach Breslau und nach Köln. In Osterreich-Ungarn war Schlaraffentum das Kampfmittel gegen die Öde abgelegener Städtchen und Garnisonen. Es gab Beamten und Offizieren Waffen gegen die Langeweile in die Hand!

Schlaraffen waren immer harmlos, unpolitisch und tolerant. Der Materialismus wissenschaftlicher und egoistischer Prägung paßte nie in ihren Burghof.

Man wird Schlaraffe aus Spaß an der Freud, die man sich und andern machen will.

"Wir sind auf keinen Fall Sonderlinge. Aber wir verziehen uns auf unsere Burgen, wenn wir unser Spiel spielen wollen. Wir wollen niemanden stören, aber auch von niemandem gestört werden. Wir sind kein Geheimbund, aber wir wollen nicht im Munde aller sein, die uns nicht begreifen können und wollen! Wir sind auch keine Esoteriker und kein Orden, der mit Wohltaten für andere sich seinen Namen machen will. Wir tun uns nur selbst wohl! Das Schlaraffenspiel ist das Spiel mit einem goldenen Ball, der hin und her fliegt. Funken fliegen, Funken sprühen! Es ist ein musisches Spiel. Ein amusischer Mensch kann damit nichts anfangen und wir auch nichts mit ihm!"

Berühmte Schlaraffen sind Franz Lehár, Peter Rosegger, die Schauspieler Alexander Girardi und Paul Hörbiger. Menschen aller Benife haben ihre Freude am Spiel, das manchmal intellektueller, manchmal volkstümlicher ist.

Schlaraffismus ist ein Kontrastprogramm zum Alltag mit seinem Streß und kann durchaus eine positive Weltanschauung sein. "Natürlich gibt es, wie überall, auch bei uns Leute, die übertreiben. Eigentlich ist ein sturer Fan schon kein Schlaraffe mehr! "

Es gibt den Schlaraffenspiegel. Im Paragraph 1 ist festgeschrieben: Schlaraffia ist die innige Gemeinschaft, die in gleichgesinntem Streben die Pflege der Kunst und des Humors unter gewissenhafter Beobachtung eines gebotenen Ceremonials bezweckt und deren Hauptgrundsatz die Hochhaltung der Freundschaft ist.

Der Uhu ist das Symbol für das höchste Wesen. Er beherrscht die Welt das Uhu Versum! Er steht für gewitzte Weisheit. Er ist der humorvolle Inbegriff aller schlaraffischen Weisheit und Tugend, der Urgrund alles Schlaraffentums.

Alle unter seinem Schutze stehenden Zusammenkünfte heißen Sippungen. Ihre äußere Form entspricht ritterlichem Brauche und unterliegt streng verpflichtenden Richtlinien. Die Gesamtheit dieser Richtlinien ist der Spiegel und das Ceremoniale. In ihm wird der Gegensatz zum Alltag zum Ausdruck gebracht!

Schlaraffe ist jeder, der in einem Reiche oder einer Colonie Aufnahme gefunden hat. Aufgenommen werden nur Männer von unbescholtenem Ruf. War ehedem noch ein reiferes Lebensalter und eine gesicherte Stellung wichtig, bemüht man sich heute auch um Jüngere, deren Stellung ausbaufähig sein kann. Jeder rnuß jedoch Verständnis für die Ideale des Schlaraffentums mitbringen und gewiflt sein, sich dafür einzusetzen. Nur als Pilger gelangt man zu den Schlaraffen und gilt für alle Schlaraffen, wie jeder Nichtschlaraffe, als Profaner. Gefällt es dem Pilger und der Pilger gefäflt den Schlaraffen, wird er ein Prüfling. Ist der Prüfling in Ordnung, wird er eingekleidet und erhält den Stand eines Knappen so wie eine Nummer. Knappen werden nur numeriert und haben noch keinen Namen. Hat sich ein Knappe bewährt, wird er ein Junker. Jetzt ist er keine Nummer mehr und wird beim Vornamen genannt.

Ein Stimmrecht im Schlaraffenreich erhält jedoch erst der Ritter. Wenn die gesamte Ritterschaft ihre Einwilligung erteilt hat wird der Junker zum Ritter geschlagen. Mit ihm erhält der Ritter seinen Schlaraffennamen. Er ist für alle Zeiten unabänderUch. Zugleich erhält er Ritterbrief und Wappen, außerdem Sitz und Stimme in der edlen Ritterschaft.

Jeder Schlaraffe darf in allen Reichen und Colonien des Uhu Versums an den Sippungen teilnehmen.

Die Mitglieder eines Reiches oder einer Colonie heißen Sassen. Jeder Sasse muß im Winter einmal wöchentlich zur Sippung in die Burg. Der Sippungstag ist Uhutag, die Burg die Versammlungsstätte der Schlaraffen.

Es gibt die Oberschlaraffen, den Kanzler, den Reichsmarschall, den Junkermeister, der für den Nachwuchs verantwortlich ist, den Ceremonienmeister, einen Wappen und Adelsmarschall, den Burgvogt, den Mundschenk, den Fanfarenmeister, den Herold, den Säckelmeister, den Truchseß und sogar einen Schwert und einen Bannerträger!

Sehr sorgfältig sind die Bestimmungen über Wappen, Farben, Rüstung, Orden und andere Auszeichnungen ausgearbeitet.

Das Ceremoniale ist das Reglement, nach dem jede Sippung ablaufen muß. Sie bestimmt jedoch nur über die Formen, nicht über die Inhalte. Hier kann alles ungehemmt und frei gesagt werden.

Einen bedeutenden Raum nehmen die Zweikämpfe der Ritterschaft ein. Sie sind völlig unblutig. Erlaubte Waffe ist das Wort, das Thema ist immer frei. Jeder Zweikampf wird mit dem Reichsfehdehandschuh eröffnet!

Im Schlaraffenreich ist der Beifallsruf ein "Lulu!"

Es gibt nicht nur Schlaraffenlatein, sondern eine eigene Sprache. Es ist logisch, daß die Schlaraffenfrau die Burgfrau ist. Die Tochter ist die Burgmaid, der Sohn das Knäpplein und die Schwiegermutter der Burgschreck.

Ein Ritter kommt nicht zur Sippung, er reitet in die Burg ein. Es ist mögfich, daß er mit dem Dampfroß oder dem Benzinroß angeritten ist.

Seltsam ist der Ausdruck "Fechsung". Mit ihm wird alle Poesie, Prosa und Musik bezeichnet, die ein Ritter vorträgt, egal ob hausgemacht oder vom Fachmann übernommen. Schlaraffen trinken nicht, sie laben sich. Bier ist der Quell, Wein ist Lethe, harte Sachen heißen Brand Lethe und Sekt ist Schaum Lethe.

Wer krank ist, muß sich wegen Bresthaftigkeit entschuldigen.

Eine Stadt, in der es weder Reich noch Colonie gibt, ist ein uhufinsterer Ort. Eine Pause in der Sippung ist eine Schmuspause. Man ißt nicht, man atzt. Wer stirbt, reitet in Allhalla ein!

Die Strafe heißt Pön. Das Gepöntwerden ist für die Nichtgepönten eine Gaudi. Wenn man zahlen muß, kommt man mit einem Rosen Nobel leidlich davon. Jeder andere Deutsche sagt dazu drei Mark! Die Wohnung des Schlaraffen ist die Heimburg. Eine Zigarre ist eine Lunte, die Zigarette die Luntette.

Es ist folgerichtig, wenn die Zeitrechnung der Schlaraffen mit dem Jahre 1859/60 beginnt, als Allmutter Praga zu Prag das Licht des Uhu versums erblickte!

Alle Schlaraffen leben in der Welt unter dem Dach der "Allschlaraffia" mit Sitz in Bern. Alle deutschen Schlaraffen sind im Landesverband Schlaraffia zusammengefaßt. Er hat Sitz und Kanzlei in München.

Ein Schlaraffenreich war anfangs eine Gründung, aus dieser Urzelle entwickelt sich die Colonie. Um ein Reich zu werden, bedarf sie der Patenschaften, einer Gründungsbewilligung und endlich der ersehnten Erhebung. Das geht alles nicht von heut auf morgen: Ein Reich ist schon etwas!

Allmutter Praga genießt Verehrung wie eine Urahnfrau. Ihr ist man überall den nötigen Respekt schuldig.

Der Allschlaraffenrat ist das ständige hohe Gremium. Alle fünf Jahre halten die Schlaraffen ihr Conzil ab. Das letzte war in Wien. Da auch die Städte bei Schlaraffen ihren guten postalischen Namen verlieren, wird es in der Schlaraffengeschichte als das Conzil von Vindobona eingehen. Wenn man keine lateinischen Gründungsnamen hat, behilft man sich mit Poesiesprache und dichterischen Freiheiten und sagt zum Beispiel Dusseldorpia!

Schlaraffia ist eine Welt für sich. Sie kann sehr liebenswert für den sein, der sich als Profaner durch alle Grießbreis durchgefuttert hat. Man gelangt dann in ein "Allen wohl, und niemand weh", das hilfreich in diesen Zeitläufen sein kann. Herz und Witz muß man mitbringen.

Sehr originell, aber für die Profanen schwer verdaubar, ist das Mitteilungsblatt der Schlaraffen: "Deren Schlaraffen zeitung". Es ist ausschließlich für die feinen Ohren von Knappen, Junkern und Rittern bestimmt.

Wir hatten uns auf unsere Bänke gesetzt und die Sippung fing an: "Hört, Schlaraffen, hört!" Jeder beginnt jede Rede so! Protokolle werden verlesen und beanstandet. Sofort werden die Fehden ausgetragen. Dabei tun sie immer recht und scheuen niemand! Jeder Witz und Humorlose ist der Erbfeind. Alle Stichworte sitzen! Ihr Schwert ist aber nicht nur das geschliffene Wort, es kann auch ein kräftiger Gesang sein!

Es ist eine Vereinigung gegen Mißmut und Alltagseinerlei. Einem Pilger fällt es oft schwer zu folgen, aber Graf Traumi gibt gern Cbersetzungshilfen ins Profane.

Auf dem Podium thronen die prächtigen Oberschlaraffen, Wächter des Ceremonials, das mit Witz durchgesetzt wird. Wer mehr als zwei Sätze zu sagen hat, muß in die,Rostra und

läßt sich vom Uhu beschwingen. Sie alle verstehen es meisterlich bzw. ritterlich, Ernstes heiter darzubieten. Esprit wird gelobt! Kommt einer ins leere Strohdreschen, ist der Säckelmeister da und pönt auf der Stelle. Wer den Rosen Nobel las wird, trennt sich auch nobel von ihm. Der Pilger spürt, daß sich hier keiner durchkalauern kann. Es ist auch kein Dauerkarneval mit fadem Mummenschanz, der den Aschermittwoch nicht wahrhaben will. Alles hat seine Ordnung.
Wer gelobt wird, bekommt entweder eine "Labung" aus einem Riesenpokal oder eine "Ahnung". Das ist ein Nüni Orden. Mancher verdiente Rittersmann ist mit "Ahnungen" über und über behängt. Aber auch mit Medaillen und Orden ist man nicht gerade kleinüch. Die oft gestelzten Anreden sind schon in der Formulierung bewunderungswürdig. Wer da nicht alle Ehrentitel präsent hat, wird rigoros gepönt.

Wenn es nur irgendwie geht, wird auch mit Inbrunst gesungen. Ein Pilger kann nur ahnen, was dieses Spiel den älteren Herren wohl bedeuten muß! Er hat nicht einmal bemerkt, daß sein Nachbar zur Rechten blind ist. Unter Beifall aller Ritter läßt sich der Barde zum Flügel führen und singt, sich selbst begleitend, das Lied von der Bar zum Krokodil!

Danach zeigen die Knappen und Junker, was sie können. Sie bringen einen Computer auf die Bühne, vertreiben die Hochmögenden, und füttern die Maschinerie auf ihre Weise. Die Ritterschaft ist stolz auf ihren Nachwuchs, der sich des Fortschritts so gut zu bedienen weiß.

Schlaraffentum ist Männersache. Die Burgfrauen hüten die Heimburg. Nur bei Festen und "Ausritten" sind die edlen Damen dabei. "Wir waren von Anfang an ein Männerbund. Wir haben nichts gegen Frauen, aber in unsereir Burg sind wir lieber unter uns. Vielleicht könnte sich eine Frau auf die Schlaraffenwürde ihres Mannes etwas einbilden. Frauen passen in einen festlichen Rahmen durchaus, aber nicht ins Spiel hier. Minnesang gibt es also nicht!"

Die Lebenskunst der Rittersleut macht sie mir ungemein sympathisch. Das Rittertum muß ihnen viel bedeuten, sonst wäre bei dem Sauwetter kaum die gesamte Ritterschaft mit Junkern und Knappen in die Burg eingeritten!

Sie nehmen sich auch nicht so ernst, daß sie beim Spiel auf Labe und Atzung verzichten. Bislang ist kein Rittersmann bei einer Sippung vom Fleische gefallen!

Die Kämpfe, die hier ausgefochten werden, sind unblutig, machen Freude und wetzen den Geist. Niemand nimmt Schaden an seinem Leib. Das Spiel beflügelt den Geist und macht die Seele beschwingt. Der Zins, den diese Ritterschaft erhebt, ist zu verschmerzen. Wo ein Schlaraffenreich auf dieser humorlosen Welt zu finden ist, erfährt man in ihrer Kanzlei.
Quelle: Wolf J. Bütow, In Guter Gesellschaft, Clubleben in Deutschland, Düsseldorf 1981, ISBN 3 430 115981, S.154-162